Kritik an Schleswig-Holstein: Zu intensive Werbung für Glücksspiele?

Bei Spielern in Deutschland genießt Schleswig-Holstein einen hervorragenden Ruf. Das nördlichste Bundesland gilt im Vergleich zu vielen anderen Bundesländern nahezu als Anhänger des Glücksspiels und hat früh erkannt, welche Möglichkeiten sich durch eine Legalisierung ergeben. Derart erfreut sind allerdings nicht alle Stellen im Land. Die Landesmedienanstalt Saarland zum Beispiel kritisiert jetzt vor allem den lockeren Umgang mit der Glücksspielwerbung und wirft dem Bundesland in diesem Zusammenhang vor, Absprachen nicht einzuhalten.

Ausgelaufene Lizenzen wurden verlängert

Die Geschichte zwischen dem Online Glücksspiel in Deutschland und dem Bundesland Schleswig-Holstein ist eine ganz Besondere. Bereits 2011, als sich alle anderen Bundesländer für einen Glücksspielstaatsvertrag und ein Verbot der Online Anbieter entschieden, schlug der hohe Norden einen eigenen Weg ein und verteilte eigene Lizenzen. Diese allerdings sind Ende 2018 bzw. Anfang 2019 eigentlich ausgelaufen, so dass auch hier das Spielangebot überall hätte eingestellt werden müssen.

Schleswig-Holstein allerdings möchte das gar nicht. Für das Land hat sich die Regulierung der Angebote ganz offensichtlich ausgezahlt und so wurde erreicht, dass die Lizenzen noch mindestens bis zum Jahr 2021 gelten. Danach soll dann bundesweit eine einheitliche Regelung gelten. Ob das wirklich geschieht, ist offen. Bereits jetzt können die Glücksspielanbieter aufgrund ihrer Lizenz in Schleswig-Holstein aber bundesweit für ihr Angebot werben. Abgerundet wird dies in der Regel lediglich durch einen kleinen Hinweis, dass nur Spieler aus Schleswig-Holstein am Spiel teilnehmen dürfen. Genau daran stört sich die Landesmedienanstalt Saarland.

Im Vorfeld des Aktionstages gegen Glücksspielsucht: LMS kritisiert Schleswig-Holstein

Im Vorfeld des morgigen Aktionstages gegen die Glücksspielsucht kritisierte Uwe Conradt als Direktor der Landesmedienanstalt Saarland das Bundesland Schleswig-Holstein nun scharf. Gleichzeitig aber auch die Glücksspielanbieter, die in den Augen von Conradt offenbar jedes Verhältnis bei der Werbung verloren haben. Im Detail erklärte dieser: „Schleswig-Holstein selbst hat beim Wiederaufleben seiner Online-Casino-Lizenzen eine Begrenzung der Werbung für diese Angebote zugesichert. Insbesondere sollten die Anbieter mit einer Schleswig-Holstein-Lizenz auf die Verhältnismäßigkeit von solcher Werbung in Form bundesweit empfangbarer Kommunikationsmittel zur regionalen kommerziellen Kommunikation achten.“

Zu spüren sei von diesen Absprachen und Zusicherungen des Bundeslandes mittlerweile allerdings kaum mehr etwas, so der LMS-Chef. Er ergänzte: „Von dieser Begrenzung ist wenige Wochen nach dem Wiederaufleben der Lizenzen nichts mehr zu spüren: TV-Werbung für Spielmöglichkeiten bei Online-Casinos findet in einer viel zu großen Anzahl privater TV-Programme statt – und das auch zu den Tageszeiten, in denen Kinder und Jugendliche besonders schutzbedürftig sind. Die LMS wird nicht tatenlos abwarten, dass über schleswig-holsteinische Alleingänge das Ziel der Glücksspielsuchtbekämpfung massiv gefährdet wird.“ Welche Schritte die Landesmedienanstalt konkret gegen das Bundesland einleiten möchte, wurde bisher noch nicht genannt. Ebenso bleibt erst einmal eine Reaktion aus Schleswig-Holstein abzuwarten. Fakt ist aber wohl, dass eine mögliche Debatte rund um die Begrenzung der Glücksspielwerbung damit gerade erst eröffnet wurde.

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