Albanien: Glücksspiele ab 1. Januar 2019 komplett verboten

Eigentlich kann das Jahr 2018 als recht erfolgreich für das Glücksspiel bezeichnet werden. Zwar gibt es in zahleichen Ländern heftige Debatten und Diskussionen, dafür wurden aber auch viele Märkte neu reguliert, wie zum Beispiel in Schweden oder den USA. Ein negatives Beispiel allerdings wird das Land Albanien darstellen. Hier nämlich sollen ab dem 1. Januar 2019 sämtliche Glücksspiele verboten werden. Betroffen sind zahlreiche Unternehmen, insbesondere in der Sportwetten-Branche soll es kräftige Einschränkungen geben.

Über 4.000 Betriebe müssen schließen

Nichts geht mehr heißt es in Albanien ab dem 1. Januar 2019 im Bereich des Glücksspiels. Das Land wird künftig eines der härtesten Glücksspielgesetze überhaupt verabschieden und so dafür sorgen, dass mehr als 4.000 Betriebe ihre Türen schließen müssen. Betroffen sind davon insbesondere die Sportwetten-Anbieter, die das Land in den letzten Jahren förmlich überrollt haben. Auf drei Millionen Einwohner kommen hier mehrere tausend Betriebe, so dass runtergerechnet für alle 697 Menschen ein Wettbüro vorhanden ist. Wie das Land mitteilte, werden jedes Jahr allein für Sportwetten zwischen 140 und 150 Millionen Euro ausgegeben. Das ist allerdings nur die Zahl der bekannten Wetten, die Dunkelziffer bei illegalen Anbietern wird auf rund 700 Millionen Euro geschätzt.

Künftig dürften sich diese Zahlen also deutlich ins Negative verändern, auch wenn die Regierung den Albanern immerhin noch eine kleine Möglichkeit offen lässt. Erlaubt sind zum Beispiel weiterhin das Bingo im Fernsehen, die nationale Lotterie oder der Betrieb von Casinos in Fünf-Sterne-Hotels. Online-Glücksspielanbieter allerdings müssen ihre Webseiten in Albanien vollständig aus dem Netz nehmen.

Soziale Probleme im Land horrend

Anders als zum Beispiel in großen Industrienationen wie Deutschland, hat das Glücksspiel in Albanien deutlich verheerendere Auswirkungen. Das Land ist enorm arm, weshalb der Hang zum Glücksspiel generell vorhanden ist. Wie eine Studie der Universität Tirana ergab, haben fast 70 Prozent aller Spieler psychische Probleme. Darüber hinaus sollen 25 Prozent aller Spieler schon einmal versucht haben, sich das Leben zu nehmen – das ist immerhin jeder vierte Spieler. Auch im familiären Bereich sorgt das Glücksspiel in Albanien laut der Regierung für große Probleme. Experten schätzen, dass fast 70 Prozent aller Scheidungen indirekt oder direkt mit dem Glücksspiel zusammenhängen. Genau diesen ganzen Umständen möchte die Regierung nun einen Riegel vorschieben, weshalb zusätzlich zu den Verboten künftig auch Rehabilitationszentren eingerichtet werden sollen. Allerdings dürfte es bis zur Fertigstellung hier noch ein bisschen dauern, denn Stand jetzt sind noch keine wirklichen Planungen für derartige Zentren vorhanden. Zustimmung gibt es aber trotzdem schon von Menada Petro, der Professorin für Sozialwissenschaften an der Universität Durres: „Glücksspielsucht ist eine Krankheit, die behandelt werden muss, sobald die betriebe schließen. Im Moment gibt es keine Rehabilitationszentren.“

Albanien arbeitet gegen den Trend

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass sich die Regierung Albaniens mit ihrem Weg für einen sehr eigenwilligen Ansatz entschieden hat, der in vielen anderen Nationen bereits vom Tisch gewischt wurde. Hier ist man der Überzeugung, dass durch gezielte Aufklärung und genaue Überprüfung der Anbieter deutlich größere Erfolge und ein besserer Schutz für die Spieler aufgestellt werden können. Ein Beispiel hierfür wäre das Land Schweden, wo private Glücksspielunternehmen ab dem 1. Januar 2019 ganz offiziell ihre Spiele zur Verfügung stellen können. Auch in den USA wurde das Glücksspiel gerade erst neu reguliert und ist nun individuelle Angelegenheit jedes Bundestaates.

In Deutschland steht die Glücksspielregulierung aktuell weiterhin still. Diskussionsbedarf ist vorhanden, neu entflammt hat diesen zuletzt die Suchtbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler. Diese sagte auf einer Veranstaltung: „Im Moment ist das Online-Glücksspiel in Deutschland verboten – und doch wird im Netz wie verrückt gespielt, ohne dass irgendjemand etwas dagegen tut. So darf das nicht bleiben.“ Gleichzeitig erklärte Mortler, dass sie als Suchtbeauftragte lediglich die Bundesländer auf die Missstände hinweisen könne. Diese seien nun gefordert, klare Regeln zu definieren, mit denen eine Grenze zwischen dem sauberen Spiel und den vielen windigen Angeboten gezogen werden könne. Ebenfalls Druck aufgebaut hat zudem das Bundesland Schleswig-Holstein. Hier forderte man die anderen Bundesländer auf, sich am Modell aus dem hohen Norden zu orientieren und so ebenfalls eigene Lizenzen zu vergeben. Sollte dies nicht bundesweit umgesetzt werden, plant Schleswig-Holstein demnach offenbar, wieder einen eigenen Weg einzuschlagen.

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