Online-Glücksspiel: Meta-Studie widerlegt erhöhte Suchtgefahr

Bis auf wenige Ausnahmen herrscht in Deutschland eine undurchsichtige Regulierung im Bereich des Glücksspiels. Das liegt vor allem daran, dass das Bundesverwaltungsgericht die Online-Glücksspiele 2012 verboten hat. Damals mit der Begründung, dass diese eine besondere Gefährlichkeit vorweisen würden. 2017 wurde das Urteil noch einmal gestützt. Deshalb, weil sich laut des Gerichts nichts an den Tatsachen geändert habe. Aber ist das wirklich so? Die aktuelle Lischer-Studie kommt hier nämlich zu einem ganz anderen Ergebnis.

Streitthema Online-Glücksspiel

Die Glücksspielregulierung ist in Deutschland schon seit vielen Jahren ein Streitthema. Während im landbasierten Bereich in den letzten Jahren einige Änderungen eingeführt wurden, tut sich die Politik äußerst schwer damit, entsprechende Regeln auch für die Online Casinos aufzustellen. Schleswig-Holstein bildet hier eine Ausnahme, da das Bundesland eigene Lizenzen an Glücksspielunternehmen verteilt. Für die restlichen Bundesländer allerdings gilt die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, welches 2012 erklärte, dass von den Online-Glücksspielen ein besonders hohes Suchtpotenzial ausgehe. Darüber hinaus erklärte das Gericht, dass diese Spiele eine hohe Manipulationsanfälligkeit und gute Gelegenheit zur Geldwäsche darlegen würden. Fünf Jahre später wurde das Urteil noch einmal unterstrichen, da das Gericht erklärte, dass „sich an diesem Befund zwischenzeitlich“ nichts geändert habe.

Ergo: Weiterhin bleibt die Rechtslage in Deutschland unklar. Die meisten Casinos arbeiten mit Lizenzen aus Malta oder anderen europäischen Regionen, die dank der EU-Richtlinien über dem deutschen Recht stehen. Insofern können die Anbieter ihre Dienste zur Verfügung stellen, auch wenn keine offizielle Lizenz aus Deutschland vorliegt.

Meta-Studie widerlegt Aussagen des Gerichts

Auf politischer Ebene wurde die Diskussion um eine neue Glücksspielregulierung bereits vor ein paar Monaten wieder ins Rollen gebracht. Darüber hinaus gibt es nun auch aus der Wissenschaft neuen Zündstoff. In der aktuellen Lischer-Studie wird nämlich dargelegt, dass von den Casinos im Internet keine höhere Suchtgefahr ausgeht, wie von den landbasierten Anbietern. Die Studie wertete hierfür mehr als 120 wissenschaftliche Publikationen aus und bezog dabei den aktuellen Stand der Wissenschaft und Forschung mit ein. So kam man zu dem Ergebnis, dass das Gefährdungspotenzial online nicht größer sei, als bei der stationären Konkurrenz. Im Detail heißt es dazu: „Es haben sich im internationalen Vergleich die mit der Verbreitung von Online-Glücksspielen verknüpften Befürchtungen einer sprunghaften Erhöhung der Prävalenzraten glücksspielbezogener Probleme nicht bewahrheitet.“

Gleichzeitig stellt die Studie aber auch klar, dass sich nicht sagen lässt, dass überhaupt keine Gefahren durch das Internet ausgehen würden. „Das heißt freilich nicht, dass der Vertriebskanal Internet keine Risiken birgt. Diese gehen allerdings nicht über die Risiken von vergleichbaren stationären Glücksspielangeboten hinaus und können in einem regulierten Markt mit gezielten Spielerschutzmaßnahmen reduziert werden.

Gerichte jetzt am Zug

Durch die Ergebnisse der Studie erhöht sich der Druck auf die Gerichte in Deutschland jetzt noch einmal merklich. Das Verwaltungsgericht hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass sich eine Regulierung der Online-Branche nur mit Hilfe der Wissenschaft erarbeiten lassen und dahingehend laufend überprüft werden müsse. Heißt also: Auf die Ergebnisse der Lischer-Studie muss reagiert werden. Gerade auch deshalb, weil dort festgehalten wird, dass sich die Probleme durch einen regulierten Markt mit passenden Maßnahmen eindämmen lassen. Genau das schlägt die Branche bereits seit mehreren Monaten und Jahren vor, bzw. hat schon eigene Maßnahmen ins Leben gerufen. Auch das erhöht den Druck auf die Gerichte also noch einmal merklich.

Sollte sich die Rechtsprechung in Deutschland in dieser Hinsicht in den nächsten Jahren verändern, wäre das für Spieler eine hervorragende Meldung. Dann nämlich würde dies vermutlich bedeuten, dass die Online-Angebote reguliert werden könnten und so endlich ein einheitlicher Markt geschaffen werden würde. Bis dahin ist es aber offenbar noch ein langer Weg, denn die Bundesländer sind in dieser Hinsicht teilweise vollkommen anders eingestellt. Wie es aber dennoch zum Wohle aller Parteien funktionieren kann, zeigt der Blick nach Schleswig-Holstein. Das nördlichste Bundesland hat sich aus den Debatten um eine Glücksspielregulierung größtenteils zurückgezogen und stattdessen seinen eigenen Weg eingeschlagen. Die Folge: Casinos dürfen hier Werbung machen, gleichzeitig sind viele Online-Anbieter mit einer offiziellen Lizenz des Bundeslandes ausgestattet. Gefördert wird damit ein flexibler Markt, der den Konkurrenzdruck hoch hält und den Spielern gleichzeitig eine große Attraktivität bietet. In dieser Hinsicht sollte Schleswig-Holstein also für alle anderen Bundesländer ein Vorbild sein.

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