Neuer GlüStV: Einzahlungslimits werden in der Übergangsphase vielfach noch missachtet

Der Plan, dass der neue Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) zum 1. Juli in Kraft treten soll, hat sich bislang nichts geändert. Bis dahin müssen aber augenscheinlich noch einige Anbieter von Online-Glücksspielen nachbessern, wie Recherchen des Norddeutschen Rundfunks (NDR) ergeben haben.

Die für den NDR tätigen Investigativ-Journalisten Philipp Eckstein und Jan Lukas Strozyk haben wenige Monate vor dem offiziellen Inkrafttreten des GlüStV 2021 überprüft, inwieweit dessen Inhalte bereits während der im Oktober 2020 gestarteten Übergangs- bzw. Duldungsphase umgesetzt werden. Die Ergebnisse waren dabei augenscheinlich ernüchternd, denn wie die “Tagesschau“ unter Verweis auf die NDR-Recherchen berichtet, halten sich derzeit noch zahlreiche Anbieter von Online-Glücksspielen nicht an die künftigen Vorgaben. Vor allem sei es trotz des im neuen GlüStV 2021 festgehaltenen Einzahlungslimits von 1.000 Euro pro Kunde und Monat bei vielen Anbietern nach wie vor möglich, das Konto mit weitaus höheren Summen zu befüllen.

Zehn namhafte Casino-Anbieter im Fokus

Der NDR bezieht sich nach eigenen Angaben auf zugespielte Wettkontoauszüge von Spielern, die bei “zehn großen, in Deutschland aktiven, Online-Casino-Anbietern“ gespielt haben bzw. noch immer spielen. Unter anderem soll es sich dabei um die bekannten Marken Wunderino, DrückGlück, Lottoland, Bet-at-home, bwin und Tipico handeln.

Das ist deshalb durchaus pikant, weil Anbieter, die sich um eine mit dem neuen GlüStV nötige, deutsche Lizenz bewerben möchten bzw. diese zum Teil schon erhalten haben, eigentlich schon während der Übergangsphase und damit seit Oktober die neuen Regeln beachten müssen. Die “Tagesschau“ freilich wirft in diesem Zusammenhang auch die wohl nicht ganz unberechtigte Frage auf, wie die deutschen Behörden während der Duldungsphase in der Lage sein sollen, die Einzahlungshöhen zu überprüfen. Schließlich ist die für eine erfolgreiche Kanalisierung des Online-Glücksspiels nötige Infrastruktur, die unter anderem in Form einer eigenen Behörde in Sachsen-Anhalt geschaffen werden soll, bislang zwar geplant, aber noch lange nicht komplett vorhanden.

Aktuell ist es nur in Rheinland-Pfalz möglich, unter falschem Namen Testspiele durchzuführen, wohingegen sich in allen anderen Bundesländern auch Mitarbeiter der Behörden mit echtem Namen und den eigenen Kontodaten anmelden müssen. Dass es dadurch nicht unbedingt einfacher wird, etwaige Verstöße aufzudecken, entsteht sich von selbst. Abzuwarten bleibt in diesem Zusammenhang aber, ob die künftige Bundesglücksspielaufsicht wie erhofft direkt bessere Instrumente zur Verfügung gestellt bekommt, um die angedachte Kontrollfunktion auszuüben.

4.500 Euro an einem Tag eingezahlt

Laut dem NDR hat ein Kunde bei einem Online-Cainso an einem einzigen Tag im November 17 Einzahlungen über insgesamt 4.500 Euro getätigt. Der gleiche Kunde soll dann noch im November an drei weiteren Tagen noch zusätzliche 63 Mal eine Einzahlung veranlasst haben, womit unter dem Strich 16.650 Euro auf das Spielkonto überwiesen wurden. Dabei handelt es sich aber offenkundig nicht um eine Ausnahme, denn auch bei einem anderen Casino soll ein Spieler im November insgesamt 21.000 Euro eingezahlt haben.

Sportwetten-Anbieter wie Tipico oder Bwin, die im Rahmen der Recherchen ebenfalls eine Rolle spielten, verweisen unterdessen darauf, in ihrem Casino-Bereich das Einzahlungslimit von 1.000 Euro zu beachten. Für Sportwetten allerdings gilt dieses nicht, was nicht zuletzt deshalb problematisch ist, weil anhand der Kontobewegungen nicht deutlich wird, ob eine Einzahlung tatsächlich für Sportwetten oder doch für Casino-Spiele verwendet werden kann. In der Regel ist bei Anbietern, die sowohl Sportwetten als auch Casino-Spiele im Programm führen, beides über das gleiche Konto möglich.

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