Gamble Aware: Neues Sozialprojekt soll Spielschulden mindern

In Großbritannien leiden im Vergleich zu Deutschland deutlich mehr Menschen unter einem problematischen Spielverhalten. Wenig überraschend haben zahlreiche Spieler daher auch Probleme mit ihren Finanzen und nicht selten mit hohen Schulden zu kämpfen. Um hier eine gewisse Unterstützung leisten zu können, hat die britische Hilfsorganisation Gamble Aware in Kooperation mit der Citizens Advice jetzt ein neues Sozialprojekt ins Leben gerufen und lässt sich dieses rund 1,5 Millionen Pfund kosten.

Zwei Jahre, neun Regionen in England und Wales

Gemeinsam mit der Citizens Advice hat sich die Gamble Aware dazu entschlossen, ein äußerst kostspieliges Sozialprojekt ins Leben zu rufen. Im Detail soll es dabei um den Abbau der Spielschulden gehen, da viele Spieler in England und Wales unter dem Druck ihrer Schulden aus dem Glücksspiel leiden. Rund 1,5 Millionen Pfund werden hierfür in die Hand genommen, laufen soll das Projekt über einen Zeitraum von insgesamt zwei Jahren. Allerdings gibt es eine gewisse Einschränkung, denn flächendecken soll das Programm nicht zum Einsatz kommen. Geplant ist stattdessen, dass das Sozialprojekt in neun Regionen in England und Wales eingesetzt wird. Im Vordergrund steht hierbei die Unterstützung des Spielers, gleichzeitig sollen die Mitarbeiter der sozialen Einrichtungen auch ein Schulungsprogramm durchlaufen.

Geplant ist hierbei ein Schulungsprogramm aus drei unterschiedlichen Bereichen. Zum einen sollen gefährdete Personen noch schneller erkannt werden. Hierfür soll künftig auf gewisse Anzeichen geachtet werden, die auf ein problematisches Spielverhalten hindeuten. Darüber hinaus sollen alle Sozialeinrichtungen einen Einblick in die Qualifikationen und Ressourcen erhalten, welche mit dem Thema des Glücksspiels zu tun haben. Erklärt wurde hierzu von den Hilfsorganisationen, dass jeder „Frontline-Mitarbeiter“ künftig in der Lage dazu sein werde, den Schulungsservice für problematische Spieler zu übernehmen.

Citizens Advice mit Ergebnis sehr zufrieden

Obwohl das Projekt im Prinzip noch in den Kinderschuhen steckt, verkündete Gillian Guy, der CEO der Citizens Advice jüngst in einem Interview, dass man den „Mitarbeitern dabei helfen wolle, den Menschen, die mit Glücksspielsucht zu kämpfen haben, wirklich zu helfen. Im gleichen Atemzug teilte der CEO seine „ausdrückliche Freude“ rund um die Planungen mit. Selbstverständlich ist die Idee für dieses Projekt aber nicht einfach über Nacht entstanden. Vorausgegangen ist dem Ganzen eine intensive Studie, die über einen Zeitraum von sechs Jahren in Südwales durchgeführt wurde. So erklärten die Behörden: „Die Ermutigung und Befähigung der Mitarbeiter sämtlicher öffentlicher Einrichtungen, sich bewusst zu machen, dass die ihnen präsentierten finanziellen Probleme mit Glücksspiel in Verbindung gebracht werden können, ist sehr entscheidend für die Lösung des Gesamtproblems eines betroffenen Spielers.“

Sollte sich das Projekt in den neun Regionen von England und Wales als erfolgreich herausstellen, scheint auch eine flächendeckende Einführung möglich. Dafür sprach sich zumindest Katie Fry aus, die Leiterin des CA-Spielsucht-Services: „Wir wissen, dass diejenigen, denen wir helfen, oft unter erheblichen psychischen Störungen leiden. In den letzten zwei Jahren haben wir inzwischen mehr als 2.000 Berater und Freiwillige darin geschult, glücksspielbezogene Schäden zu erkennen und den Betroffenen dabei zu helfen, diese zu beseitigen. Ich freue mich, dass der Erfolg unseres Projekts nun auch über Südwales hinaus wachsen kann.“ Zugleich betonte die Leiterin das enorme Potenzial, welches bei diesem Projekt mit einer flächendeckenden Lösung einhergehe.

Probleme in Großbritannien mit dem Glücksspiel

Weshalb derartige Projekte überhaupt ins Leben gerufen werden müssen, zeigen die Entwicklungen auf dem britischen Glücksspielmarkt in den letzten Jahren. Hier steigern nicht nur die Buchmacher Jahr für Jahr ihre Erträge, sondern auch die verschiedenen Casinos. Allerdings tut sich die britische Politik auch schwer darin, dem Glücksspiel einen starken Riegel vorzuschieben. Der Grund liegt vor allem in den horrenden Steuereinnahmen. In den letzten Monaten wurde zum Beispiel immer wieder über eine Limitierung der Einsätze an den sogenannten Fixed Odds Betting Terminals diskutiert. Hier konnten und können die Spieler bis zu 100 Pfund für eine Drehung investieren, gedeckelt werden sollte der Einsatz zunächst bei zwei, dann bei 30 Pfund. Doch eine Einigung ist bisher nicht gefunden worden. Stattdessen wird diese erst einmal vertagt – bis mindestens 2020. Insgesamt 33.000 dieser Automaten stehen offiziell in England, Experten stufen das Suchtpotenzial der Automaten als enorm hoch ein.

Gleichzeitig kritisieren viele Experten, dass die Kosten durch das Glücksspiel im Land enorm hoch ausfallen würden. So würde der Staat zwar viel Geld durch die Steuern einnehmen, müsste dafür aber auch viel Geld in den Spielerschutz und die Kontrollen investieren. Horrende Kosten kommen zudem auf die Sozialverbände und Hilfsprojekte zu. Hier steigen die Kosten mit jedem zusätzlichen Problemspieler, wodurch die Mittel für jeden Betroffenen immer stärker gekürzt werden müssen. Angesichts dieser Entwicklungen kann der geringe Anteil der pathologischen Spieler in Deutschland also noch als recht unproblematisch bezeichnet werden. In der Bundesrepublik gibt es allerdings auch keine Gamble Aware, so dass hier im Falle des Falls erst einmal derartige Organisationen und Projekte ins Leben gerufen werden müssten. Zumindest in dieser Hinsicht sind uns die Briten also ein kleines Stück voraus.

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Bildquelle: MichaelGaida @ Pixabay

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