Die Europäische Union wird 50 – ein Grund zum Feiern. Denn mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge begann 1957 eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Als Vorsitzende des Europäischen Rats hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die übrigen 26 Staats- und Regierungschefs der EU, den Präsidenten des Europäischen Parlaments Hans-Gert Pöttering sowie Kommissionspräsident José Manuel Barroso nach Berlin eingeladen.
Am Samstag Nachmittag kommen sie alle nach Berlin. In die Stadt, die wie keine andere die Überwindung der Teilung des europäischen Kontinents symbolisiert. „Es ist gelungen, die Teilung des Kalten Krieges zu überwinden, und es ist gelungen, fast ganz Europa heute in der Europäischen Union zu vereinen“, betont die Bundeskanzlerin in ihrem heute veröffentlichten wöchentlichen Video-Podcast.
Die Kanzlerin begrüßt die Staats- und Regierungschefs heute Nachmittag vor der Berliner Philharmonie. Dort beginnen die Feierlichkeiten mit einem Konzert der Berliner Philharmoniker. Unter der Leitung von Chefdirigent Sir Simon Rattle erklingen die Folksongs des italienischen Komponisten Luciano Berio und Ludwig van Beethovens 5. Sinfonie ("Schicksalssymphonie").
Anschließend empfängt Bundespräsident Horst Köhler die Gäste zum Abendessen auf Schloss Bellevue. Vor dem Essen wird der deutsche Astronaut Thomas Reiter den Gästen Europa von einer völlig anderen Perspektive zeigen: mit Aufnahmen aus dem Weltall. Thomas Reiter war über die Jahre fünf Monate im All und ist der erfahrenste europäische Raumfahrer.
Der offizielle Festakt beginnt am Sonntag Morgen im Deutschen Historischen Museum. Nach kurzen Reden - unter anderem spricht die Bundeskanzlerin – wird eine „Berliner Erklärung“ unterzeichnet.
In der „Berliner Erklärung“ soll an die Errungenschaften der EU sowie an die gemeinsamen Werte und Wurzeln der Mitgliedstaaten erinnert werden. Das Herzstück des Dokuments bilden die Herausforderungen, vor denen die Gemeinschaft der 27 steht - und die Aufgaben, die sich daraus ergeben. Die Erklärung ist kurz und verständlich angelegt, verfasst aus der Perspektive der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinschaft.
Denn für die Zukunft Europas gilt es, eine Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg und sozialer Verantwortung zu wahren. „Wir müssen durch Innovation und Kreativität alles dafür tun, damit das europäische Sozialmodell auch weiter die Form ist, in der wir in Europa zusammen leben können. Das schaffen wir nur durch eine Kombination von Wachstum, Beschäftigung, Innovation und sozialem Zusammenhalt“, unterstreicht die Kanzlerin in ihrer Videobotschaft.
Darüber hinaus will die EU ihre außenpolitischen Aktivitäten bündeln und gemeinsam den Terrorismus bekämpfen sowie Armut, Hunger und Krankheiten zurückdrängen. "Wir müssen einer gemeinsamen europäischen Armee näher kommen", erklärte Merkel im Gespräch mit der Bild-Zeitung am 23. März. Energiepolitik und Klimaschutz bilden einen weiteren Schwerpunkt.
Nach einem Mittagessen im Hotel de Rome eröffnet die Bundeskanzlerin am Pariser Platz die Informationstour „Europa wird 50“. Die Tour präsentiert bis Ende Juni 2007 in über 50 deutschen Städten Wissenswertes über Europa.
Ebenfalls am Sonntag lädt die Bundesregierung zu einem großen Open-Air-Fest rund um das Brandenburger Tor. Geboten wird eine bunte Mischung aus Musik, Kultur und Information. Den feierlichen Abschluss bildet ein prächtiges Feuerwerk.
Heute Abend um 18 Uhr öffnen die Staatlichen Museen zu Berlin ihre Türen für die „Europa-Nacht der Schönheit“. Auf der Museumsinsel und am Kulturforum am Potsdamer Platz werden ausgewählte Werke aus unterschiedlichen Epochen der Europäischen Kunstgeschichte präsentiert.
Um 23 Uhr startet die „Europäische Clubnacht“. In über 30 Clubs beweisen DJs aus allen 27 EU-Mitgliedsstaaten die Vielfalt der europäischen Musikszene.
Weitere InformationenIm Videoarchiv: Videobotschaft der Bundeskanzlerin Angela Merkel