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12.03.2007

Bundesinnenminister Schäuble begrüßt die europaweite Einführung des Satellitenkontos Sport und die Intensivierung des grenzüberschreitenden Polizeieinsatzes

Unter der Leitung von Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble wurden im Rahmen des Informellen Treffens der EU-Sportminister heute die Themen „Sport und Ökonomie“ sowie „Sport und Gewalt“ erörtert. Die Beratungen fanden in Anwesenheit von EU-Kommissar Ján Figel’ statt. An der Eröffnung des Ministertreffens nahmen auch Franz Beckenbauer und Wolfgang Niersbach teil und berichteten als Präsident und Vize-Präsident des Organisationskomitees über die WM 2006.

Die Sportminister und-ministerinnnen und Delegationen aus 26 EU-Mitgliedstaaten und EU-Kommissar Ján Figel’ sprachen sich dafür aus, die ökonomischen Auswirkungen des Sports, seinen Beitrag zu den Volkswirtschaften, seine Dynamik und vor allem seine Beschäftigungseffekte zukünftig besser zu erfassen. Dazu soll europaweit ein so genanntes Satellitenkonto Sport eingeführt werden, das nach wissenschaftlichen Parametern u.a. den Anteil des Sports am Bruttoinlandsprodukt und die Anzahl der Beschäftigten im Sport ermittelt. Die Entscheidung flankiert die Arbeiten der von der Europäischen Kommission im September 2006 eingerichteten Arbeitsgruppe „Sport & Economics“.

Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble betonte: „Nach  Schätzungen trägt der Sport einen Anteil von ein bis drei Prozent zum Bruttoinlandsprodukt der EU-Mitgliedsstaaten bei. Er erhält und schafft Arbeitsplätze und leistet damit einen wichtigen Beitrag im Rahmen der Lissabon-Strategie. Ich begrüße den Entschluss, europaweit ein Satellitenkonto Sport einzuführen. Es lässt sich auch für eine Entscheidung heranziehen, ob man sich für eine Sport-Großveranstaltung bewerben sollte oder nicht.“

Auch einigten sich die EU-Sportminister und-ministerinnen darauf, künftig bei der Bewerbung für Sport-Großveranstaltung stärker zusammen zu arbeiten und auf bisherige Erfahrungen zurückzugreifen. Dabei sollen in weit geringerem Rahmen Steuerbefreiungen für Veranstalter von Sport-Events gewährt oder Forderungen nach der Ausrichtung eines begleitenden Kongresses entsprochen werden.

Im Themenbereich „Sport und Gewalt“ befassten sich die Konferenzteilnehmer mit dem Phänomen von gewalttätigen Ausschreitungen im Umfeld von Sport- und insbesondere Fußball-Veranstaltungen. „Im Kreise der EU-Sportminister haben wir heute Maßnahmen gegen gewalttätige Ausschreitungen diskutiert. Das Spektrum der Gegenmaßnahmen reicht dabei von der Gewaltprävention – dazu zählen z.B. soziale und integrative Aktivitäten wie die Arbeit in Fanprojekten –  bis hin zur Abwehr von Gewalt durch polizeiliche Maßnahmen. Insbesondere wird das Modell des grenzüberschreitenden Polizeieinsatzes, bei dem bei Sportveranstaltungen Polizisten aus dem Heimatland der jeweiligen ausländischen Fans eingesetzt werden, weiter intensiviert“, erklärte Schäuble.

Das Nationale Sicherheitskonzept, das in der Bundesrepublik Deutschland im nationalen Ligabetrieb (1. und 2. Bundesliga) umgesetzt wird, soll anderen Mitgliedsstaaten zur Verfügung gestellt werden, um Eingang in deren Überlegungen zu Sicherheitskonzepten zu finden.

Die EU-Sportministerinnen und -minister stimmten überein, dass zur Prävention und Abwehr von Gewalt im Sport eine intensive Zusammenarbeit aller beteiligten nationalen und europaweiten Gremien, Behörden, Fanprojekte, Verbände und Vereine notwendig ist. Verbände und Vereine müssten im Rahmen ihrer Verantwortung über soziale Projekte wie die Fanbetreuung deutlich mehr Einfluss auf den Bereich der Fans nehmen. Ein Forschungsschwerpunkt soll das Gewaltverhalten von Jugendlichen und so genannten Problemfans bilden. Zukünftig sollen auch die Stadionordnungen europaweit Mindestanforderungen genügen und Ordner (Stewards) nach europaweit einheitlichen Standards qualifiziert werden.



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Datum: 13.03.2007