Sachsen zieht an. Im vergangenen Jahr kamen so viele Gäste wie nie zuvor in den Freistaat. Das Reiseland Sachsen verbuchte 5,4 Millionen Besucher und 14,7 Millionen Übernachtungen. Im Vergleich zu 2003 entspricht das einem Zuwachs von 6,1 Prozent. Besonders positiv entwickelte sich die Zahl der ausländischen Touristen. Sie stieg um mehr als 10 Prozent. Die Anzahl der Übernachtungen übertraf erstmals die Millionengrenze.
Mit 8,6 Prozent war der Anteil von Gästen aus dem Ausland zwar nur halb so hoch wie im Bundesdurchschnitt, aber doppelt so hoch wie in den übrigen ostdeutschen Bundesländern. Die bei Ausländern beliebtesten Reiseziele waren die Residenzstadt Dresden und die Messestadt Leipzig. Gut 60 Prozent entfielen auf die beiden Städte. Es folgen das Sächsische Elbland, das Sächsische Burgen- und Heideland und das Erzgebirge.
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Architektur und Malerei: Dresden zählt zu den schönsten Städten Europas. Die Landeshauptstadt hat trotz schwerer Kriegszerstörungen wieder ihren ursprünglichen Reiz zurückgewonnen. Der Zwinger, ein Meisterwerk der barocken Baukunst, die Semperoper, die Brühlsche Terrasse und die wieder aufgebaute Frauenkirche sind die Höhepunkte. Zur 800-Jahr-Feier der Stadt 2006 soll das Residenzschloss wieder eröffnet werden. Das Albertinum beherbergt die Skulpturensammlung und die Galerie Neue Meister. Unlängst hat die Unesco das Elbtal in Dresden zum Welterbe erklärt.
Messe und Literatur: Leipzig ist seit über 500 Jahren Messestadt. Heute zieht die „Neue Messe“ mit 25 Fachmessen wieder internationale Besucher an. Die Leipziger Buchmesse, namhafte Verlage und die Deutsche Bücherei machen Leipzig zur Buchstadt. Goethe verhalf „Auerbachs Keller“ mit seinem „Faust“ zu Weltruhm. Den Ruf als Musikstadt begründeten Bach, Mendelssohn-Bartholdy und Schumann. Der Thomanerchor und das Gewandhausorchester genießen heute internationale Anerkennung. Die Universität ist nach Heidelberg die älteste in Deutschland.
Idylle und Ruhm: Pirna verzaubert mit prächtigen Giebeln und verträumten Gassen. Bekannt wurde das Städtchen durch Bernardo Belotto, genannt Canaletto. Er malte die Stadt. Das Bild hängt heute in der Dresdner Gemäldegalerie neben Bildern von Rom und Wien.
Wein und Porzellan: Meißen liegt in dem kleinsten deutschen Weinanbaugebiet. Weltberühmt wurde es durch die erste europäische Porzellanmanufaktur. August der Starke hatte Johann Friedrich Böttger den Auftrag erteilt, Gold herzustellen. Er lieferte „weißes Gold“.
Industrie und Oper: Chemnitz war im Zeitalter der Industrialisierung ein Zentrum des Maschinenbaus und der Textilindustrie. Zu DDR-Zeiten firmierte die Stadt als Karl-Marx-Stadt. Davon zeugt heute noch eine riesige Marx-Büste im Zentrum. Der Maschinenbau hat sich inzwischen wieder etabliert. Und mit der DDR-Vergangenheit haben sich die Menschen arrangiert. Sie verkaufen Marx-Büsten als Souvenir an Touristen. Die schätzen vor allem das neu erwachte kulturelle Leben in der drittgrößten sächsischen Stadt. Das Opernhaus glänzt mit Wagner-Aufführungen.
Felsen und Sandstein: Das Elbsandsteingebirge ist die schönste Canyonlandschaft Deutschlands. Bizarre Felsnadeln, hohe Tafelberge und tiefe Schluchten prägen das Bild. Durch diese wildromantische Landschaft windet sich die Elbe, auf der die älteste Schaufelrad-Dampferflotte der Welt fährt. Zuerst kamen die Maler der Romantik, inzwischen die Touristen – mehr als eine Million pro Jahr. Übrigens: Die Dresdner Frauenkirche, der Leipziger Hauptbahnhof und der Berliner Reichstag wurden aus dem „goldenen Sand“, dem Elbsandstein, gebaut.
Silber und Schnee: Das Erzgebirge verdankt seinen Namen dem jahrhundertelangen Silbererzabbau. Als die Bodenschätze erschöpft waren, wichen die Menschen auf das Handwerk aus. Heute noch verbindet man mit dem Erzgebirge die Holzschnitzkunst. Jedes Jahr zu Weihnachten hat die Region Konjunktur. Spielzeug und Nussknacker aus dem Erzgebirge sind weltweit gefragt. Touristen schätzen die historischen Mühlen, Kupferhämmer und Schaubergwerke entlang der Silberstraße. Wintersportler finden in Oberwiesenthal eine der längsten, schönsten und schneesichersten Loipen Deutschlands. Skisprung-Olympiasieger Jens Weissflog betreibt dort ein Hotel.