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Land großer Namen

 

Sachsen_Meissen-Porzellan

Der Neugründung im Jahre 1990 wegen zählt man Sachsen heute zu den „neuen“ Bundesländern, obwohl es doch ein sehr altes Land ist. Nicht nur, dass das älteste und einflussreichste, vom Ritter Eike von Repgow verfasste Rechtsbuch des Mittelalters den Namen Sachsenspiegel trägt, in ihren Anfängen stellten die Sachsen sogar die deutschen Könige und einmal, unter August dem Starken, sogar den von Polen, weshalb der Kurfürst kurzerhand zum Katholizismus übertrat. Ein taktischer Schachzug, der für die mehrheitlich protestantischen Untertanen zumindest in Glaubensfragen folgenlos blieb, denn stur können sie auch sein, die gemütlichen Sachsen.

Und stolz! Auf ihre Erfindungen zum Beispiel. Vom ersten europäischen Porzellan aus Meißen über die erste deutsche Dampflokomotive, das „Frauenleibchen als Brustträger“, den ersten BH, den Kaffeefilter oder die Kleinbild-Spiegelreflexkamera bis zum ersten „Mikrochip auf Basis der 300-Millimeter-Wafertechnologie“ reicht die Liste sächsischer Patente.

Auch was ihre kulturellen Leistungen betrifft, können die Sachsen mühelos mit allen und jedem mithalten, dies beweisen Namen wie Fichte, Lessing, Nietzsche, Wagner, Schumann, Weber, Bach und Silbermann – um nur einige zu nennen. Ob sächsische Staatskapelle, Dresdner Philharmonie oder Leipziger Gewandhausorchester, ob Kreuz- oder Thomanerchor, sie alle genießen Ruhm.

Und mögen kulinarische Feingeister beim „Leipziger Allerlei“, einer Mischung einheimischer Gemüsesorten, auch die Nase rümpfen, schon bei der „Leipziger Schule“ gerät die Kunstwelt zwischen Berlin und New York neuerdings in Verzückung. Auch das hat Tradition, nicht erst, seit die Maler der „Brücke“ die Kunst des beginnenden 20. Jahrhunderts revolutionierten.

Selbst das noch ganz junge „Europäische Zentrum der Künste“ in Hellerau, wo bald Ballettstar William Forsythe eine neue Heimat finden soll, knüpft an eine große Vergangenheit an, haben doch in der Gartenstadt vor den Toren Dresdens schon Mary Wigman und Greta Palucca den Ausdruckstanz geformt. Wenn ganz Dresden heute bei den Musikfestspielen singt, dann kontert die Leipziger Buchmesse mit dem Motto „Leipzig liest“ und verweist dabei auf die lange währende Konkurrenz der beiden sächsischen Großstädte, die nicht nur auf kulturellem Gebiet ausgetragen wird.

 



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Datum: 28.12.2006