
Überhaupt die Geschichte: Trier zum Beispiel. Ich liebe diese Stadt, vor zweitausend Jahren vom römischen Kaiser Augustus gegründet. Im Mittelalter galt sie als eine der ältesten Städte der Welt, wurde zur Stadt der Pilger, der Touristen. Durch Trier spazieren heißt deshalb, in die Vergangenheit zu wandern, in die römische vor allem. Bald hinter Trier beginnt die Eifel, ein Landstrich von grandioser Verlassenheit mit vulkanischer Vorgeschichte, ein Naturpark sondergleichen, Paradies für Wanderer, mit Grundwasser, das sich wirtschaftlich lohnt: in Gerolstein vermarktet man es als Mineralwasser und in Bitburg in einem der bekanntesten deutschen Biere.
Trier hat bedeutende Söhne hervorgebracht und feiert sie, manche allerdings mit etwas verkniffenen Mundwinkeln. Das Geburtshaus von Karl Marx ist so richtig fotogen. Durch Trier spazieren heißt aber auch, sich an eine der frühen Stätten der Christenheit zu begeben. Seine Bedeutung als Metropole Westeuropas liegt bald zwei Jahrtausende zurück. Im Gegensatz zum Trier der Antike hatte Mainz seine Blütezeit im Mittelalter.
Nicht grundlos wurde es als das „Goldene Mainz“ bezeichnet, sein Erzbischof war zugleich Primas Germaniae, der Erzkanzler des Deutschen Reiches. Wie Worms und Speyer, so hat auch Mainz einen majestätischen Dom, in dem Karl Kardinal Lehmann, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, das Hochamt feiert. Überhaupt habe ich ein Faible für heilige Messen in lichtdurchfluteten romanischen Domen, an denen dieses Land keineswegs arm ist.