
Seit 1990 gibt es das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, das es in dieser Konstellation nur von 1945 bis 1952 gegeben hat, bevor der SED-Staat es in die Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg teilte, nach sowjetischem Vorbild. Mecklenburg-Vorpommern grenzt im Westen an Niedersachsen und Schleswig-Holstein, im Süden an Brandenburg, im Osten an Polen und im Norden mit 340 Kilometern Küste an die Ostsee. Weiße Strände ziehen Jahr für Jahr Tausende Urlauber besonders auf die Inseln Rügen und Hiddensee und die Halbinseln Usedom und Fischland/Darß. Im Frühjahr sind die Straßen an der Küste gelb gesäumt von den Rapsfeldern.
Die Landschaft wurde durch die Eiszeit geprägt, man darf sie sich also auf keinen Fall flach vorstellen, auch wenn die höchste Erhebung des Landes, die Helpter Berge, nur 179 Meter hoch sind. Die Gegend zwischen Teterow und Malchin nennt man sogar die „Mecklenburger Schweiz“, weil es hier für norddeutsche Verhältnisse schon fast bergig ist.
Die Mecklenburger und Vorpommern haben seit dem Fall der Mauer 1989 drei Ministerpräsidenten gewählt. Sie kamen aus verschiedenen Parteien, aber sie kamen immer aus dem Land. Fremdimporte aus den alten Bundesländern waren nicht undenkbar, aber es wurde nicht ernsthaft darüber gesprochen. Auch der Fußballtrainer des einzigen ostdeutschen Bundesligavertreters Hansa Rostock ist Mecklenburger. Die Vereinsführung hatte den ehemaligen Assistenztrainer, Juri Schlünz, schon häufiger gebeten, das Amt zu übernehmen. Er sagte immer ab, weil er, seit über 30 Jahren im Verein, Angst davor hatte, es nicht zu schaffen und dann Rostock und Mecklenburg verlassen zu müssen. Vor knapp einem Jahr übernahm er endlich die Mannschaft und führte sie mit Platz neun auf einen der mittleren Ränge.