
„Drei ist Bremer Recht! Der dritte Rollmopsdreher angekommen. Heinrich Dohrmann und Frau.“ So war eine Geburtsanzeige in den Bremer Nachrichten zu Beginn der dreißiger Jahre zu lesen. Die Redensart, die manchmal auch lautet: Dreimal ist Bremer Recht, hat unterschiedliche Wurzeln, die alle etwas vom Bremer Wesen beinhalten. Zum einen lässt sich das Sprichwort aus der Rechtsgeschichte erklären.
Bremens Stadtgebiet war damals weiter ausgedehnt und prägte eigene Rechtsgrundsätze im Gegensatz zum gemeinen Recht: Drei Instanzen für einen Rechtsweg, drei Zeugen für die Beweiskraft, dreimalige Proklamation zur Erlangung der Rechtsgültigkeit. Ein juristischer Ableger der heiligen Zahl drei. Zum anderen wurden den Bremern vom Kaiser drei Rechte verliehen: das Tragen von Gold und Pelzwerk für die Ratsherren, die eigene Gerichtsbarkeit und die freie Schifffahrt auf der Weser.
Zum dritten gibt es einen Bezug zum benachbarten holländischen Sprachraum: Driemaal is scheepsrecht. Was soviel bedeutete, dass der Schiffer drei Mahlzeiten an seine Leute auszugeben hatte, drei Schläge mit dem Grützlöffel galt als Bestrafung und dreimal ruft man Hurra, wenn die Leiche mit den Worten een, twee, drie in Gods naam über Bord geworfen wurde.
2010 will Bremen Europas Kulturhauptstadt werden. Die Anstrengungen sind allerorten zu spüren. Dann soll es ein Literaturhaus geben, dann sollen die Fassaden auf Hochglanz poliert sein, dann soll es heißen: Europäer, schaut auf diese Stadt, die immer so ein bisschen im Schatten der anderen Städten gestanden hat. Wer wollte hier wegziehen? Ich jedenfalls nicht mehr.