Im Frühjahr eine Kanutour, im Sommer Badeurlaub im „Land der tausend Seen“, im Herbst eine Radtour durch Alleen und Wälder oder im Winter ein entspannendes Bad in einer der modernen Thermen – an natürlicher Erholung hat Brandenburg einiges zu bieten. Die Region zwischen Elbe, Havel, Spree und Oder ist mit 3000 Seen und 33 000 Kilometer Flussläufen das gewässerreichste Bundesland.
Und in 15 Großschutzgebieten sieht man noch selten gewordene Pflanzen- und Tierarten wie Störche, Eisvögel und Biber. „Das Ganze ein Landschaftsbild in großem Stil; nicht von relativer Schönheit, sondern absolut“, so der Dichter Theodor Fontane über „sein“ Brandenburg. Oder „vülle Jejend“ (viel Gegend), wie die Berliner halb despektierlich, halb wohlgelaunt zu sagen pflegen. Aber auch die Kultur kommt nicht zu kurz.
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Kurz nach der Eröffnung stand der Nationalpark erneut in den Schlagzeilen – beim Hochwasser 1997. Das Untere Odertal erstreckt sich über 60 Kilometer von Hohensaaten bis Stettin und umfasst deutsche und polnische Gebiete. Brandenburgs einziger Nationalpark ist ein Paradies für Wasservögel. Der vom Aussterben bedrohte Wachtelkönig hat dort sein größtes Vorkommen.
Mit zwei bis drei Millionen Touristen ist das Biosphärenreservat Spreewald Brandenburgs beliebtestes Reiseziel. Das Labyrinth der Fließe (Foto), in das sich die Spree nördlich von Cottbus verzweigt, bildet eine Landschaft, die ihresgleichen sucht. In dem Unesco-Schutzgebiet sind See- und Fischadler, Schwarzstorch und Fischotter noch zu Hause. 585 der in der Roten Liste aufgeführten Pflanzenarten wachsen am und im Wasser, auf Wiesen und im Wald. Außerdem ist das Biosphärenreservat mit zwei Drittel ökologischem Anbau Deutschlands Öko-Region Nummer 1. Bekanntestes Produkt: die Spreewälder Gurken.
Die kleine, aber feine Schwester Berlins, ein Gesamtkunstwerk aus gestalteter Landschaft, mit Gärten, Parks und Schlössern: Potsdam gehört zu den schönsten Städten Deutschlands. Schloss Sanssouci steht an erster Stelle der Sehenswürdigkeiten, die Filmstudios Babelsberg sind ein Erlebnis und die historischen Quartiere vermitteln das Flair einer europäischen Stadt.
Der Große Stechlin ist der größte Klarwassersee in der norddeutschen Tiefebene. Mit über 100 weiteren Seen bildet er den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. Und mittendrin liegt Schloss Rheinsberg, das Friedrich der Große seinem Bruder schenkte. Bekannt wurde die Gegend aber durch die Literatur. Theodor Fontane nannte einen seiner wichtigsten Romane „Der Stechlin“. Schloss, Park, Kirche und Rheinsberg selbst widmete er annähernd 60 Seiten in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Außerdem ist das märkische Schlossstädtchen Rheinsberg der Schauplatz von Kurt Tucholskys „Rheinsberg – ein Bilderbuch für Verliebte“. Der Naturpark – eine Bilderbuch-Landschaft nicht nur für Verliebte.
Die Brücke nach Osten: Frankfurt/Oder ist nicht nur durch die Stadtbrücke direkt mit der polnischen Nachbarstadt Slubice verbunden, sondern bildet mit der Europa-Universität Viadrina auch die Bildungsbrücke zwischen Ost und West. Dort studierte vor 200 Jahren auch der berühmteste Sohn der Stadt, der Dramatiker Heinrich von Kleist.
Zwischen Berlin und Dresden: Cottbus, die grüne Stadt an der Spree, wurde geprägt von Deutschen und slawischen Sorben. Noch heute werden in der zweisprachigen Stadt sorbische Sitten und Bräuche gepflegt. Trachtenträgerinnen gehören zum Alltag. Sehenswert ist das historische Stadtzentrum. 2006 feiert Cottbus sein 850-jähriges Bestehen.
Die Unesco hat Schorfheide-Chorin als eines von 400 Biosphärenreservaten anerkannt und damit in eine Reihe mit dem Yellowstone Nationalpark und der Serengeti gestellt. Eine Fülle von Seen, Mooren und Wäldern macht ihre Faszination aus. Die meisten Ansiedlungen stammen aus dem 13. Jahrhundert. Am bekanntesten ist die Klosteranlage Chorin. Beeindruckend ist das Schiffshebewerk in Niederfinow, das einen Höhenunterschied von 36 Metern zwischen dem Oder-Havel-Kanal und dem Oderbruch überwindet.