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DEUTSCHE G8-PRÄSIDENTSCHAFT

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Das junge Berlin

 

Berlin, Bundeskanzleramt

Berlin ist eine junge Hauptstadt – immer noch und auch schon wieder. Denn auch bis 1945, als mit der Stadt auch die Hitler–Barbarei in Schutt und Asche fiel, war Berlin eine junge Hauptstadt. Reichshauptstadt erst seit 1871, zur Großstadt gewachsen im gewaltigen Boom der Gründerjahre, und immer von geschichtlichen Einschnitten geprägt und bestimmt. Die kulturelle Blütezeit der Gründerjahre, die Zeit Theodor Fontanes – wer sie sich vergegenwärtigen will, muss nur die Potsdamer Straße entlanggehen, muss nur das Theater auf dem Gendarmenmarkt sehen. Hier wird zwar längst kein Theater mehr gespielt, aber – wenn dort die Goldene Kamera verliehen wird – verbreitet das Haus einen Glanz, mit dem sich, damals preußisch bescheiden, zur Zeit Fontanes eine Hochzeit deutscher Theaterkultur begründete.

In Berlin, beim Schiffbauerdamm, residiert das Berliner Ensemble Bertolt Brechts, mitten in der geteilten Stadt eine der führenden Bühnen Berlins und noch heute ein lebendiges, um keine Provokation verlegenes Theater. In diesem Haus wurde 1929 die „Dreigroschenoper“ uraufgeführt. Nicht weit davon ist der „Palast der Tränen“ – die Einreiseschneise zwischen West und Ost am Bahnhof Friedrichstraße mit ihren rigiden Grenzkontrollen. Nicht weit ist der Admiralspalast, in dem der Reichstag nach dem Reichstagsbrand tagte – hier wurde der Zweite Weltkrieg von Hitler erklärt.

Berlins Theater und Museen – ein Kapitel von Reichtum und historischem Reichtum – ob man an das gewaltige Ensemble der Museumsinsel denkt, wo es bis vor kurzem immer noch Einschussspuren der Kämpfe um Berlin 1945 gab. Oder an die Schaubühne in dem wunderbar restaurierten Mendelsohn–Bau am Lehniner Platz, die in den siebziger und achtziger Jahren zur besten Bühne Deutschlands avancierte. Es gibt das Deutsche Theater, einst die Bühne Max Reinhardts, es gibt die Volksbühne, die in der Nach–DDR–Zeit eine eigene Nach–DDR–Kultur prägte. Es gibt, als Zeugnis der einstigen Spaltung, zwei Opernhäuser mit alten und neuen Traditionen. Und es gibt den wunderbar leichten, ein wenig märchenhaften Bau der Philharmonie, in dem eines der besten Orchester der Welt seine Heimstatt hat, die Berliner Philharmoniker, die Herbert von Karajan mitten im Kalten Krieg zu einer Vollendung führte, die Berlins Namen in die Welt hinaustrug.

 



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Datum: 28.12.2006