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DEUTSCHE G8-PRÄSIDENTSCHAFT

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Das Musterländle

 

BW_Tübingen

Wer diesen Begriff erfunden hat, weiß niemand. „Musterländle“ heißt er und wird gemeinhin für dieses Land zwischen Main und Bodensee verwendet. Man kann so seine Ahnung haben, was es bedeuten könnte, dieses Muster und dieses Ländle. Das „le“ ist einfach. Damit verkleinern die Badener und die Schwaben alles, was ihnen groß und wichtig erscheint. Wenn der Vorstandschef eines Weltkonzerns, von denen es hier etliche gibt, in seine Villa einlädt, spricht er von seinem „Häusle“.

In seiner Garage stehen mehrere „Autole“, in der Regel Daimler, an denen das Typenschild abgeschraubt ist. Das Diminutiv korrespondiert dabei mit einer weiteren typischen schwäbischen Eigenheit: der tiefen Abneigung gegen allen Protz. Mit dem „Muster“ ist es schwieriger. Soll das Land ein Vorbild sein? Für was, für wen? Ist uns nicht immer eingebläut worden, schön bescheiden zu bleiben? „Net gschimpft isch gnuag globt” – mit diesem Ausdruck arger Nüchternheit sind ganze Generationen von jungen Schwaben und Badenern davor bewahrt worden, dem Laster des Narzismus’ zu verfallen.

 



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Datum: 28.12.2006