
Auf halbem Weg zwischen Düsseldorf und Bonn liegt Köln, die einzige Millionenstadt NRWs. Der Rhein ist hier 400 Meter breit, 35 seiner Flußkilometer gehören dem Stadtgebiet. „Es ist wie ein Bazillus, der jeden Menschen befällt, sobald er eines der alten Stadttore durchschreitet. Nur eine halbe Nacht in diesem Coelln – und du siehst das Leben und die Welt anders, leichter, wie mit den scheinbar trägen Wellen des Rheinstromes schwingend“, schwärmte der Barock-Maler Peter Paul Rubens (1577–1640), selbst quasi gebürtiger NRWler – aus Siegen.
Gegründet von Agrippina, der Mutter Kaiser Neros, eines der „bad girls“ der römischen Geschichte, ist Köln mit seinen antiken Ausgrabungsstätten, dem mächtigen Dom, seinen vielen romanischen Kirchen ein Freilichtmuseum, das den Interessierten ein Leben lang in seinem Bann halten kann. Gleichzeitig ist es die größte Medienstadt in NRW. Zukunftsorientierter geht’s eigentlich nicht. In Köln müssen Sie schon Glück haben, auf jemanden zu treffen, der nicht „beim Film“ ist. Machtvolle Geschichte, machtvolle Gegenwart; eine Stadt mit fünf Jahreszeiten – rechnet man die närrische Saison des Karnevals mit hinzu.
Westlich von Köln, um Frechen und Türnich, können Sie überprüfen, wie riesig Braunkohlebagger in Wirklichkeit sind. Und miterleben, wie kompliziert es für die Anwohner des Tagebaus ist, gleichzeitig um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze, um den Erhalt ihrer Siedlungen und um den Erhalt der Natur zu kämpfen.
Oder fahren Sie auf dem Rhein oder am Rhein entlang weiter nach Süden. Jeder Felsen, den Sie sehen, ist bedichtet, jede Flussbiegung vertont. Haben Sie Glück, lesen Sie davon in der Weltliteratur. Haben Sie Pech, hören Sie es von einem überalterten Männerchor. Besuchen Sie, in Bonn angekommen, das Geburtshaus von Ludwig van Beethoven oder das Haus der Geschichte, oder die Museumsmeile, mit der Bundeskunsthalle, dem meistbesuchten Museum Deutschlands. Ein „Muss“!
P.S.: Ich habe noch einen dicken Angler auf der Kieszunge in Duisburg Ruhrort gegenüber Schmitz Söhne Maschinenbau nachzutragen. Der hockt da im Sommer jeden Tag mit grünem Schirm gegen die Sonne und White-Aligator-T-Shirt. Sein Fahrradanhänger trägt ein Hawaii-Nummernschild. Aloha State. Als sei ein nordrhein-westfälischer Binnenhafen zum Verwechseln schön.