
In der wunderbaren Stadt Bad Arolsen, die wie ein barockes Juwel aus den Wäldern auftaucht, lädt der Fürst jedes Jahr im August Sinti und Roma aus ganz Europa zu einem Fest ein. Es liegt an eben diesen Wäldern, dass einem das nicht seltsam erscheint, sondern ganz in Ordnung. In einer alten Ordnung.
Die Stadt Bad Arolsen selber zeigt eine geometrische Strenge, die wir bei einer Barockstadt nicht erwarten. Und grade deshalb gibt sie ihren vielen Besuchern die Chance, ihre Vorstellung vom Barock als überbordendem und puttenumflattertem Stil zu korrigieren. Der Fürst lässt sein Schloss besichtigen und man sollte die Gelegenheit nutzen.
Es gibt allerlei Fürsten, Grafen und Latifundienbesitzer im Land Hessen, sie fügen sich überraschend gut ins Bild eines so zutiefst bürgerlichen und demokratischen Nachkriegskonstrukts, das dieses Land nun einmal ist. Sie sind für Geschichte und regionale Identität gut zu brauchen, auch wenn der Großstadtmensch, besucht er eine der schlossgeschmückten kleinen Städte, über den aus der Feudalzeit herübergeretteten Sprachstil der Untertanen gelegentlich staunt.