WestSpiel Casinos: Möchte überhaupt jemand übernehmen?

Noch immer ist nicht ganz klar, was mit den WestSpiel Casinos passieren soll. Eigentlich würde das Land NRW sie gerne privatisieren, es gibt jedoch auch die eine oder andere kritische Stimme gegen diese Entscheidung. Ganz nebenbei wurde jetzt auch über die „Aachener Nachrichten“ bekannt, dass das Konzernminus deutlich größer ausfällt, als erwartet. So stellt sich nun also noch eine weitere Frage: Möchte überhaupt ein Unternehmen übernehmen?

Konzernminus hat sich mehr als verdoppelt

Schon lange sorgen die WestSpiel Casinos für heftige Diskussionen. Immer wieder wurde von zahlreichen Experten beteuert, dass der Staat besser nicht auf den Betrieb eines eigenen Casinos angewiesen sei, da dies enorme Risiken mit sich bringe. Dennoch sträubt man sich in Teilen Nordrhein-Westfalens gegen den Verkauf. Und das, obwohl nun bekannt wurde, dass der Jahresfehlbetrag im Casino weitaus größer ausfällt, als zunächst erwartet. So waren es im letzten Jahr noch rund 2,9 Millionen Euro, die als Konzernminus verbucht werden mussten. Jetzt allerdings stehen hier satte 7,6 Millionen. Auf einen Schlag hat sich dieses Minus also mehr als verdoppelt.

Enorm bittere Nachrichten. Nicht nur für das Land Nordrhein-Westfalen, sondern auch für die mehr als 1.000 Mitarbeiter. Diese hatten zuletzt an mehreren Standorten der Casinos gegen einen Verkauf bzw. eine Privatisierung demonstriert. Auf der einen Seite verständlich, immerhin war der Arbeitsplatz bisher in sicheren Händen. Aus einem anderen Blickwinkel allerdings betrachtet das ganze die NRW-Bank, die als Eigentümer der WestSpiel Casinos auftritt. Hier fragt man sich nicht ganz zu Unrecht, was nach einem Ausbau des Minus um mehr als 150 Prozent Interessenten jetzt noch dazu bewegen sollte, das Ruder zu übernehmen. So war aus dem Umfeld der NRW-Bank zu hören, dass man durchaus daran zweifle, dass die WestSpiel-Gruppe aktuell überhaupt verkäuflich sei.

Interessenten scheinen Sorgen zu teilen

Wie schlecht es finanziell um die Casino-Gruppe wirklich steht, zeigt ein Statement von ganz anderer Adresse. Die Gauselmann Gruppe, welche bisher als einer der Topfavoriten auf eine Übernahme galt, bewertet die ganze Lage scheinbar ebenfalls kritisch. So erklärte der Konzern: „Westspiel ist jetzt ein Sanierungsfall.“ Das Land NRW müsse sich auf jeden Fall davon verabschieden, einen hohen Verkaufspreis für die Casinos zu verlangen. Ein anderer möglicher Kandidat für die Übernahme ist das österreichische Unternehmen Novomatic. Hier steht eine Reaktion zu den neuen Fakten allerdings noch aus. Experten rechnen jedoch damit, dass auch in diesem Fall eher ein Rückschritt von der Übernahme die Folge seien wird. Aktuell sieht es also wirklich nicht gut aus für das Land und seine Casinos, denn im schlimmsten Fall bleibt NRW auf sämtlichen Kosten und Verlusten sitzen.

Doch wie konnte es überhaupt zu derartigen Verlusten kommen? Hierfür lassen sich gleich mehrere Gründe entdecken. Zu den Ursachen werden unter anderem Abschreibungen für einen Casino-Neubau in Köln gezählt. Gleichzeitig ist auch eine Absicherung für das Risiko aus Altersversorgungsansprüchen als eine der Ursachen zu nennen. Nicht zuletzt allerdings haben die WestSpiel Casinos auch mit der enormen Konkurrenz im Internet zu kämpfen. Wer in Dortmund oder einer anderen Stadt Casinospiele spielen möchte, muss hierfür schon lange nicht mehr den Weg in die nächste Spielbank auf sich nehmen. Stattdessen genügt es, den heimischen Computer anzuschmeißen und seine Einsätze zu platzieren. Ein weiteres Risiko, dessen sich der neue Eigentümer bewusst sein sollte. Denn: Der Glücksspielmarkt im Internet verzeichnete in den letzten Jahren stetig massive Zuwächse. Und ein Ende ist bislang noch lange nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil.

Abgesehen vom Minus: Woran klemmt es momentan?

Obwohl das enorme Konzernminus zahlreiche Kaufinteressenten abschrecken dürfte, sind sich noch immer nicht alle Parteien in NRW darüber einig, ob der Verkauf überhaupt vorangetrieben werden soll. Immerhin kann das Angebot gut überwacht werden, wenn der Staat hier ein Auge drauf wirft. Ganz nebenbei sind einige Teile der Politik der Meinung, dass der Spielerschutz nur durch den Staat ausreichend gewährleistet werden kann. Etwas anders sieht man die Sache allerdings bei der FDP. Hier mahnt der Fraktionsvorsitzende Ralf Witzel zur Eile: „Die Talfahrt beschleunigt sich. Wir erwarten, dass die WestSpiel-Privatisierung zügig vorangetrieben wird.“ Eines steht dabei auf jeden Fall fest: Je länger die Entscheidung über die Privatisierung in der aktuellen Lage noch dauert, desto geringer wird auch der mögliche Verkaufspreis für das Land ausfallen.

Gleichzeitig ist aber auch klar, dass sich die Suche nach einem geeigneten Käufer jetzt noch einmal deutlich erschwert haben dürfte. Ganz besonders auch deshalb, weil die Interessenten jetzt natürlich in der deutlich besseren Verhandlungsposition sindund keine überzogenen Preise befürchten müssen. Fürs Erste bleibt diese Thematik also weiterhin hochbrisant.

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Bildquelle: Hans @ Pixabay