Tschechien: Steuer auf Glücksspiele soll erhöht werden

In Osteuropa spielen die Menschen bekanntlich gerne und auch das deutsche Nachbarland Tschechien ist da keine Ausnahme. Der tschechische Staat würde daraus wiederum gerne noch mehr Nutzen ziehen und plant, die Steuer für Glücksspiele in unterschiedlichen Formen teilweise deutlich zu erhöhen. Das sorgt für Kritik in der tschechischen Branche, gleichzeitig können sich die deutschen Spielbanken an der Landesgrenze die Hände reiben.

Dem Glücksspiel geht es an den Kragen

Generell ist der tschechische Markt ein äußerst florierender Markt, der in den letzten Jahren auch online an Bedeutung gewinnen konnte. Hierfür sorgte vor allem eine Gesetzesänderung im Jahre 2017, welche auch ausländischen Casino-Anbietern eine Lizenz für den tschechischen Markt in Aussicht stellte. Wirklich groß war der Andrang zwar nicht, dennoch haben sich zumindest ein paar namhafte Anbieter auf dem Markt angesiedelt. Und die rücken jetzt in die Schusslinie – genauso wie zahlreiche andere Anbieter von Glücksspielen in Tschechien. Der Grund hierfür ist ein neuer Vorstoß des tschechischen Finanzministeriums, welche die Glücksspielsteuer im Land für zahlreiche Glücksspielarten erhöhen möchte. Aktuell liegt dieser bei den Sportwetten und für klassische Glücksspiele mit Ausnahmen von Spielautomaten bei 23 Prozent. Künftig soll dieser in einigen Fällen auf ganze 30 Prozent angehoben werden. Die Spielautomaten werden im deutschen Nachbarland bereits jetzt mit satten 35 Prozent besteuert.

Sportwetten sollen im Detail künftig mit einem zwei Prozent höheren Steuersatz angeboten werden. Heißt also: 25 Prozent. Generell sollen die festen Vorgaben also durch ein neues Steuersystem ersetzt werden, welches sich produktspezifisch auf die unterschiedlichen Glücksspielarten bezieht. Bei den Live-Dealer-Spielen, den Lotterien und beim Bingo ist so eine Erhöhung auf 30 Prozent geplant. Warum das Finanzministerium hier zwischen den Glücksspielarten unterscheidet, wird im Entwurf ebenfalls präsentiert. Hier heißt es: „Die vorgeschlagene Änderung der Glücksspielsteuern teilt die Steuerrate in drei Stufen ein, je nach Schädlichkeit des einzelnen Glücksspiels.“ Heißt im Klartext: Automatenspiele werden von der Regierung am gefährlichsten bzw. schädlichsten eingeschätzt, dann folgen die Lotterien und erst am Ende die Sportwetten. Ohnehin wird in Tschechien stark gegen die Automaten im landbasierten Bereich vorgegangen. Allein in den letzten sieben Jahren hat die Regierung die Anzahl der Automaten um rund 30 Prozent verringert, so dass offiziell nur noch an 1.800 Stellen im ganzen Land gespielt werden darf. Die Dunkelziffer dürfte allerdings deutlich höher liegen.

Nicht alle Parteien sind dafür

Während der Vorschlag im tschechischen Finanzministerium offenbar gut ankommt, sind in den Parteien längst nicht alle Politiker für diesen Vorstoß. So erklärte Jan Volny als Parteivorsitzender der ANO 2011, dass der Steuersatz in einigen Fällen zu hoch sei und man aufpassen müsse, dass das illegale Glücksspiel hierdurch nicht gefördert werden würde. Ähnlich sieht es auch der ehemalige Finanzminister Miroslav Kalousek, welcher erklärte: „Bei Lotterien würde ich den Steuersatz auf dem aktuellen Niveau belassen. Ich halte die Erhöhung auf 30 Prozent für unverhältnismäßig und unnötig.“ Zudem erklärte der Politiker, müsse deutlich differenziert werden, ob eine Person an einem Automaten spiele oder lediglich gemeinsam mit Freunden einen Lottoschein ausfülle. Die grundsätzliche Unterscheidung zwischen den Glücksspielarten scheint beim Politiker also immerhin gut anzukommen.

Gute Nachrichten bedeuten die Steuererhöhungen in Tschechien vor allem für die deutschen Spielbanken an der Grenze. Diese hoffen nun, dass sich der Trend von vor einigen Jahren umkehrt. Im Zuge des Rauchverbots hatten damals viele Spieler den deutschen Etablissements den Rücken gekehrt und waren stattdessen lieber ein paar Kilometer weiter nach Tschechien gefahren. Durch die Steuererhöhungen dürften die Betreiber hier allerdings künftig auch die Auszahlungsquoten anpassen, was möglicherweise wieder für einen verstärken Zulauf bei den Spielbanken in der Bundesrepublik sorgt.

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