Technische Richtlinie 5.0: Spieler erwarten Änderungen am Spielautomaten

In den letzten Wochen und Monaten wurde über die Umsetzung der Technischen Richtlinie 5.0 vor allem hinter verschlossenen Türen viel diskutiert. Jetzt allerdings kommen die Geräte nach und nach auch in den Spielhallen in Deutschland zum Einsatz, so dass die Spieler zum ersten Mal unmittelbar mit den neuen Änderungen in Berührung kommen. Und die Reaktionen fallen hier nicht unbedingt immer positiv aus. Genau das Gleiche gilt wenig überraschend auch für die Betreiber, die sich wieder einmal etwas einfallen lassen mussten.

Gesetzgeber legt neue Spielregeln fest

Mit einem neuen Glücksspielgesetz hat der Gesetzgeber jüngst neue Regeln für den Glücksspielmarkt aufgestellt. In diesem Zusammenhang wurde dann auch die Technische Richtlinie 5.0 ins Leben gerufen, durch welche sich Spieler nun einigen Änderungen gegenüber sehen. Durften die Spielhallen bzw. Spielautomaten bis dato noch einen Maximalgewinn von 500 Euro pro Stunde auszahlen, wird dieser ab Mitte November auf 400 Euro gesenkt. Gleichzeitig sinkt allerdings auch die maximale Verlustgrenze von ehemals 60 Euro auf 50 Euro. Weitere Änderungen werden die Spieler zudem dann spüren, wenn eine längere Zeit am Automaten gespielt wurde. Bereits jetzt wird nach einer Spielzeit von 60 Minuten eine kurze Spielpause von fünf Minuten eingelegt. Ergänzend dazu soll künftig eine „echte“ Automatenpause eingeführt werden, in welcher das Gerät zusätzlich nach drei Stunden eine Pause einlegt – und dann vorhandene Gelder auf dem Automaten an die Spieler auszahlt.

Um überhaupt spielen zu dürfen, benötigen die Spieler am November künftig zudem eine sogenannte Spielerkarte. Hierbei handelt es sich entweder um eine echte Karte oder aber einen PIN, der beim Betreten der Spielhalle ausgegeben wird und mit dem ein Automat freigeschaltet werden kann. Auf diese  Art und Weise soll verhindert werden, dass ein Spieler an mehreren Automaten gleichzeitig aktiv sein kann. Vor allem der Spielerschutz steht wieder einmal im Vordergrund, wobei gerade die Automatenunternehmer diese Schritte aber kritisieren.

Firma Kling kritisiert das neue Gesetz

Starke Kritik bekommt der Gesetzgeber zum Beispiel von der Firma Kling, die unter dem Namen „Joker“ in ganz Deutschland rund 130 Spielhallen betreibt. Geschäftsführer Jürgen Kling erklärte, dass sich durch die zahlreichen Beschränkungen das Spiel zwangsweise ins Internet verlagern würde. Und hier wiederum könne der Gesetzgeber nicht so umfangreich kontrollieren, weshalb der Ansatz des Spielerschutzes ad Absurdum geführt würde. Gleichzeitig betont der Geschäftsführer in einem Interview mit der „Schwäbischen“, dass seine Spielhallen im Bereich Spielerschutz erstklassig aufgestellt sind. So sei zum Beispiel eine Sperrdatei vorhanden, in der aktuell gut 200 Spieler zu finden sein. Hier können sich die Spieler selbst eintragen lassen, wenn das eigene Spielverhalten bedenklich erscheint.

Darüber hinaus seien die Mitarbeiter zudem geschult und hätten die Anweisung, den Gast bei einem auffälligen Spielverhalten anzusprechen. Kling ergänzt: „Wir arbeiten mit der Caritas zusammen, in unseren Spielhallen liegen Broschüren zum Thema Spielsucht aus und die Mitarbeiter sind in Suchtprävention geschult.“

Ungewisse Zukunft für die Betreiber

Ein weiteres Problem sieht der Unternehmer darin, dass bislang keine gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden konnten. Viele der „Joker“-Spielhallen müssen so vermutlich im Jahr 2021 geschlossen werden. Der Bestandschutz für die Betriebe lief in den meisten Fällen bereits im vergangenen Jahr aus, lediglich durch Härtefallregelungen dürfen die Casinos ihre Türen überhaupt noch öffnen. Kling gesteht: „Was dann kommt, wissen wir nicht“. Das Problem: Natürlich hat der Unternehmer selbst hohe Kosten und muss zum Beispiel Mieten für Geräte und Räumlichkeiten oder Löhne an die Angestellten bezahlen. Trotzdem erklärt der Unternehmer aber auch: „Wir sperren uns nicht gegen Regulierung und sind sehr aktiv beim Thema Suchtprävention.“ Unterstrichen wird diese Aussage dadurch, dass das Unternehmen jüngst erst eine bundesweite Sperrdatei für alle Spielhallen ins Gespräch gebracht hat. So können man suchtgefährdete Spieler noch besser vom Betrieb ausschließen und den Spielerschutz dementsprechend effektiver umsetzen.

In der Politik wird ein solcher Vorschlag ebenfalls schon diskutiert, nachdem sich Länderlösungen zum Beispiel in Hessen bewährt haben. Wann die Politik diese aber umsetzen wird, ist noch vollkommen unklar. Bisher war der Gesetzgeber in dieser Branche jedenfalls meist nicht sonderlich zügig unterwegs. Die Tendenz geht somit also klar dahin, dass auch in der kommenden Zeit erst einmal jedes Bundesland eigene Lösungen finden muss.

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