Spielerschutz: Neues Council setzt auf Zwangspausen für britische Spieler

Auf dem britischen Glücksspielmarkt ist es nie wirklich ruhig. Werden gerade keine hitzigen Debatten geführt, arbeiten die Beteiligten in der Regel im Stillen an Änderungen, Neuerungen oder Verbesserungen. Recht frisch mit dabei ist hier auch das neu gegründete Betting and Gaming Council. Dieses möchte die Problemspieler künftig mit Hilfe einer neuen Software identifizieren und durch Spielpausen ausbremsen. Angewandt werden soll die neue Technologie vor allem an den viel kritisierten Fixed Odds Betting Terminals.

Betting and Gaming Council lässt Worten Taten folgen

Kaum dabei, schon werden die ersten Maßnahmen in die Wege geleitet. Das sogenannte Betting and Gaming Council (BGC) existiert in Großbritannien erst seit gut zwei Wochen. Hierbei handelt e sich um einen Verband der britischen Glücksspielbranche, dem rund 90 Prozent der Unternehmen angehören. Ersetzt werden durch das neue Council mit der Remote Gambling Association und der Association of British Bookmakers gleich zwei vorherige Verbände. Bereits unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Neugründung teilte da Council mit, dass man umgehend neue Standards für den Spielerschutz in der Branche umsetzen wolle. Zudem soll ein neuer Verhaltenskodex für die Glücksspiel Unternehmen in Leben gerufen werden. Und die ersten Maßnahmen werden bereits in die Wege geleitet.

Vor wenigen Tagen teilte das BGC mit, dass man ein neues Software-System für die Fixed Odds Betting Terminals nutzen wolle. Hierbei handelt es sich um kleine Automaten, die zum Beispiel in Wettbüros zu finden sind. In der Vergangenheit standen diese Automaten bereits mehrfach in der Kritik. Unter anderem aufgrund der enormen Einsatzmöglichkeiten von bis zu 100 Pfund pro Runde. Diese wurden mittlerweile allerdings begrenzt, so dass nur noch maximal zwei Pfund pro Runde eingesetzt werden können. Den Spielerschutz an den Geräten möchte das BGC jetzt ausweiten.

Zwangspausen für problematische Spieler

Ergänzt werden soll der Ansatz der Einsatzbeschränkung durch ein neues System, das Anonymous Player Awareness System (APAS). Dieses soll künftig auf alle Fixed Odds Betting Terminals gespielt werden und hier das Spielverhalten der Spieler am Gerät analysieren. Sobald der Algorithmus verdächtige Muster entdeckt, die auf ein problematisches Spielverhalten hindeuten, greift dieser ein. Konkret soll dann eine Warnmeldung auf dem Bildschirm erscheinen. Ebenso wird eine Zwangspause angeordnet und eine Mitteilung an die Mitarbeiter des Shops geschickt. Diese können mit dem jeweiligen Spieler dann interagieren. Das neue Tool selbst ist dabei Teil des sogenannten Safer Gambling Commitment der BGC. Hierbei handelt es sich um einen Maßnahmenplan, mit dem der Spielerschutz intensiv gefördert werden soll. Bereitgestellt wurde durch dieses Paket zum Beispiel eine Investition von rund zehn Millionen Pfund, die in ein nationales Bildungsprogramm zum Spielerschutz fließen soll.

Der aktuelle Vorsitzende des BGC, Wes Himes, erklärte zu diesem Paket: „Ich sehe dies als eine Gelegenheit, die höchsten Standards zu verfechten und gemeinsam die besten Praktiken für sicheres Wetten und Spielen zu nutzen. Wir hoffen, diese Maßnahmen sind ein Zeichen der Absicht. Ich bin überzeugt, dass dieser Ansatz helfen kann, das öffentliche Vertrauen zurückzugewinnen und ich freue mich darauf, an der Entwicklung weiterer Initiativen für ein sichere Wetten und Spielen in unserer Branche zu arbeiten.“ Hinter dem ganzen Maßnahmenpaket steckt also auch die Motivation, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Branche wieder zu stärken. Dieses war, nicht zuletzt aufgrund der Debatten um die Fixed Odds Betting Terminals, zuletzt deutlich weniger geworden.

Zwangspausen keine ganz neue Erfindung

Auch wenn die Zwangspausen für britische Problemspieler erst einmal nach einer großen Neuerung klingen, trifft dies nur bedingt zu. Tatsächlich neu ist, dass das Spielverhalten durch einen Algorithmus analysiert wird und dieser entscheidet, ob es sich um einen problembehafteten Spieler handelt. In Deutschland etwa gibt es Spielpausen an den Spielautomaten schon seit mehreren Jahren. Erst vor wenigen Monaten kam es im Zuge der neuen Technischen Richtlinie 5.0 zudem zu weiteren Verschärfungen. Nach einer Spielzeit von 60 Minuten gehen die Automaten in den Spielhallen automatisch in eine Pause von fünf Minuten. Durch die neue Richtlinie kommt zudem eine Pause von 15 Minuten nach drei Stunden Spielzeit hinzu. Für diese Pause werden dann auch sämtliche Geld- und Punktespeicher geleert, die sogenannte Nullstellung.

Online gibt es derartige Spielpausen bislang noch nicht. Auch die Einsatzmöglichkeiten werden nicht begrenzt. In Großbritannien regt sich hiergegen aber bereits Widerstand. Eine Gruppe von Parlamentariern forderte vor wenigen Tagen erst, dass der maximale Einsatz auch in den Online Casinos auf zwei Pfund begrenzt werden solle.

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