Spielerschutz: Gambling Commission kämpft gegen Geldwäsche und Co.

Wieder einmal macht in Großbritannien die Glücksspielaufsichtsbehörde der Gambling Commission auf sich aufmerksam. Diese ist in der Vergangenheit vor allem dadurch über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden, dass zahlreiche harte Strafen gegen Glücksspielunternehmen verhängt wurden. Und genau so geht es aktuell auch weiter. Das neueste „Opfer“ der Gambling Commission ist dabei der Glücksspielriese von Paddy Power Betfair – und die Strafe fällt durchaus sensibel aus.

Kunden nicht ausreichend geprüft

Wie so oft, wiegen die Vorwürfe der Gambling Commission gegn Paddy Power Betfair auch in diesem Fall groß. So wird dem Unternehmen vorgeworfen, seine Kunden nicht ausreichend geprüft zu haben und so wesentliche Unterstützung bei der Geldwäsche geleistet zu haben. Im Detail geht es dabei um drei Spielerkonten, die beim Anbieter über einen längeren Zeitraum große Summen an Geldern verloren haben. Diese Gelder stammten zudem nachweislich aus illegalen Quellen. Dem Anbieter allerdings scheint das egal gewesen zu sein. Der Konzern hat weder die Bonität noch die Identität der Kunden detailliert überprüft, zudem wurde beim auffälligen Spielverhalten der Kunden auch nicht eingeschritten.

Unterm Strich macht das also gleich zwei doppelte Vorwürfe: Zum einen sei es Paddy Power nicht gelungen, seine eigenen Spieler zu schützen, zum anderen habe man auch nicht verhindern können, dass gestohlenes Geld verspielt werden. Insgesamt geht es dabei laut der Gambling Commission um eine Summe von rund 750.000 Euro. Das Problem für den Anbieter: Dieses Geld soll zurückgezahlt werden. Zusätzlich dazu erwartet das Unternehmen neben dem Strafgeld auch noch ein hoher Kostenpunkt für die Untersuchung der Gambling Commission – hier fallen noch einmal rund 50.000 Pfund an.

Harte Kritik von der Behörde

Richard Watson, der zuständige Direktor der britischen Gambling Commission erklärte zu dem Fall: „Auf Grund der Unzulänglichkeiten von Paddy Power Betfair flossen erhebliche Mengen gestohlenen Geldes in den Handel, was nicht zu akzeptieren ist. Die Fehler beruhen alle auf der Missachtung eines einfachen Prinzips – Betreiber müssen ihre Kunden kennen. Nur wenn Anbieter ihre Kunden kennen und die richtigen Fragen stellen, versetzen sie sich auch in die richtige Position, ihren Verpflichtungen gegenüber dem Gesetz und ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen.“ Der Konzern selber hat auf die Vorwürfe der Behörde bereits geantwortet. CEO Peter Jackson erklärte gegenüber der Presse: „Wir stehen in der Verantwortung zu intervenieren, wenn unsere Kunden Anzeichen von Spielsucht zeigen. In diesen Fällen waren unsere Interventionen leider nicht effektiv. Es tut uns sehr leid, dass es so gekommen ist.“

Offenbar war die ehrliche Entschuldigung ein kluger Schritt des Unternehmens, denn zumindest bisher zeigten sich die Aktienkurse des börsennotierten Konzerns stabil und mussten keinen großen Einbruch verkraften. Sollte dieser noch erfolgen, könnte die ganze Sache für den Konzern aber unterm Strich noch deutlich teurer werden als ohnehin schon.

Auch andere Anbieter mussten schon tief in die Tasche greifen

Mit einer Strafzahlung von rund 2,2 Millionen Pfund ist der finanzielle Schlag gegen Paddy Power bei dieser Aktion durchaus gewaltig. Gleichzeitig ist Gambling Commission aber speziell in diesem Jahr auch schon durch mehrere Millionenstrafen aufgefallen. So musste zum Beispiel auch der Glücksspielriese William Hill eine Strafzahlung von mehr als sechs Millionen Pfund leisten, da hier zu wenig für den Spielerschutz getan wurde. Im Sommer verurteilte die Behörde dann auch noch das Unternehmen 32Red zu einer Zahlung von rund zwei Millionen Pfund. Insgesamt vier Mal forderte die Gambling Commission in 2018 bisher Strafen von mehr als einer Million Pfund ein. Offensichtlich ist das aber auch der richtige Ansatz, denn noch immer scheinen sich nicht alle Anbieter zu jedem Zeitpunkt zu 100 Prozent an die Regeln zu halten.

Vermutlich ebenfalls kein Zufall: Nur eine Woche nach Bekanntwerden der Strafzahlungen wurde von Paddy Power in Rumänien eine Initiative für verantwortungsvolles Glücksspiel ins Leben gerufen. Im Detail soll hier ein Start-Up entwickelt werden, welches sich vollständig auf die soziale Verantwortung der Casinos konzentrieren soll. „Schnitzer“, wie die Probleme bei der aktuellen Strafzahlung könnten damit also vermutlich aus dem Weg geräumt werden.

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