Skandal um Football Index: Glücksspielaufsicht schon länger informiert?

Jahrelang erfreute sich die Glücksspiel-Plattform Football Index bei Fans in Großbritannien stetig wachsender Beliebtheit. Das 2012 gegründete un in New Jersey ansässige Unternehmen ermöglichte seinen Nutzern, fiktive Aktien an Fußballspielern zu erwerben und auf diese Weise auf deren künftige Leistungen zu wetten.

Das nicht schwierig zu verstehende Konzept zog sehr viele Fußballfans an, aber auch weitere Investoren, die sich auf diese Weise eine Rendite versprachen. Football Index kassierte unterdessen bei jeder Transaktion eine Provision in Höhe von zwei Prozent und dachte in den letzten Jahren laut auch über eine Expansion auf andere Märkte, unter anderem nach Deutschland, nach.

Durchschnittlicher Verlust von 3.000 GBP pro Kunde

Daraus wird nun allerdings nichts, denn Football Index war vergangene Woche dazu gezwungen, aufgrund nach eigenen Angaben erheblicher Verluste Insolvenz anzumelden. Verschiedenen Medienberichten zufolge warten nun rund 500.000 Kunden auf die Auszahlung ihrer Gelder, wobei die Chancen darauf von Experten als gering eingeschätzt werden. Insgesamt droht der Football-Index-Usern damit ein Verlust von rund 90 Millionen Britischen Pfund (GBP). Die All-Party Parliamentary Group for Gambling Related Harm (APPG) geht sogar davon aus, dass jeder Kunde im Schnitt mit einem Verlust von etwa 3.000 GBP rechnen müsse. Dabei ist es für die Gruppe britischer Abgeordneter bereits so gut wie sicher, dass es zu keinen nennenswerten Auszahlungen mehr kommen wird. Einzelne Kunden müssen damit laut Medienberichten etwa 60.000 GBP abschreiben.

Wenig überraschend ist nun von rechtlichen Schritten gegen BetIndex, die Muttergesellschaft von Football Index, auszugehen. Dem Vernehmen nach haben bereits Tausende Spieler Anwälte beauftragt, während die Spielerschutzorganisation Clean Up Gambling zu einer Sammelklage aufgerufen hat. Erwartet wird, dass mindestens eine vierstellige Anzahl an Betroffenen diesem Aufruf folgen wird. Auf jeden Fall hat sich bereits eine Aktionsgruppe gebildet, die die Anwaltskanzlei Leigh Day mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt hat.

Möglich, dass bei der Aufarbeitung der Causa Football Index auch Ereignisse aus der Vergangenheit noch einmal auf dem Tisch kommen. So hat die britische Werbeaufsicht Advertising Standards Authority (ASA) bereits im Jahr 2019 eine Verwarnung ausgesprochen, da Football Index mit seiner Werbung nicht als Glücksspielplattform auftrete, sondern den Eindruck erwecke, eine lukrative Investitionsmöglichkeit darzustellen.

Glücksspielaufsicht UKGC unter Druck

Unter Druck gerät durch die Insolvenz von Football Index auch die britische Glücksspielaufsicht UK Gambling Commission (UKGC). Wie der “Guardian“ berichtet, soll die UKGC bereits im Januar 2020 Hinweise auf riskante Geschäftspraktiken des Unternehmens erhalten haben. Bereits damals wurde offenbar das Geschäftsmodell von Football Index stark angezweifelt und die Warnung ausgesprochen, dass ein Aus von Football Index schwerwiegende Folgen für die gesamte Glücksspielbranche haben könnte.

Genau dieser Fall ist nun aber eingetreten, was den Verdacht nährt, dass die UKGC schon bei der Lizenzierung von Football Index nicht die nötige Sorgfalt an den Tag gelegt und dann den Hinweisen im Januar nicht entschieden genug nachgegangen sei. Ein Zusammenhang des zu Wochenbeginn vollzogenen Rücktritts von UKGC-Chef Neil McArthur mit der Insolvenz von Football Index wurde bisher zwar nicht bestätigt, ist aber naheliegend.

Nachdem die Wettbörse nach dem (zu) späten Lizenzentzug und der Insolvenzanmeldung zusammengebrochen ist, fordern britische Abgeordnete laut einem Bericht der “BBC“ nun von Kultusminister Oliver Dowden eine öffentliche Untersuchung des Falls. Den betroffenen Spielern bleibt indes nur die vage Hoffnung auf ein Wunder, um die eingesetzten Gelder zurückzuerhalten.

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