Sind Lootboxen Glücksspiel? US-Handelsbehörde untersucht Lootboxen

Die Lootboxen sind in den letzten Monaten zu einem ernsthaften Thema in der Politik geworden. Immer mehr Länder untersuchen, ob sich hier nicht möglicherweise Elemente aus dem Glücksspiel entdecken lassen. Das bemängeln zahlreiche Spielsucht-Experten, bislang sind die verschiedenen Nationen aber ganz unterschiedlicher Meinung in diesem Thema. Jetzt allerdings wird es für die Unternehmen ernst, denn künftig wird sich die US-Handelsbehörde FTC mit den Lootboxen beschäftigen. Und sollten diese tatsächlich als Glücksspiel bewertet werden, wären die Folgen für die Spieleentwickler enorm.

Niete oder Top-Preis: Ist das schon Glücksspiel?

Die Lootboxen sind ein Phänomen, welches ältere Spieler vermutlich gar nicht unbedingt kennen. Hierbei handelt es sich um Erweiterungen für die Spiele und Spieler, die in virtuellen Schatzkisten präsentiert werden. Während früher also noch mühsam Level gemeistert und Aufgaben für bestimmte Waffen erfüllt werden mussten, lassen sich diese mit echtem Geld und den Lootboxen mittlerweile einfach kaufen. Für die Entwickler ist das ein riesengroßes Geschäft, nicht selten bringen diese Käufe mehr Geld ein als der eigentliche Spieltitel. Es gibt jedoch einen Haken an der Sache, denn die Spieler wissen vor dem kauf einer Lootbox nie so genau, was sich in dieser verbirgt. Es kann sich also um eine vielleicht teure Niete handeln, gleichzeitig könnte sich aber auch eine besonders wertvolle oder seltene Waffe in der Box befinden. Reicht das aus, um die Boxen als Glücksspiel zu bezeichnen?

Geht es nach Maggie Hassan, der Senatorin der Demokratischen Partei aus New Hampshire in den USA, dann schon. Die Politikerin hat bereits vor geraumer Zeit gefordert, dass sich die Behörden in den USA näher mit dem Glücksspiel beschäftigen. Thema im Senat waren die Lootboxen schon einmal, am 27. November erklärte dann auch die US-Handelsbehörde FTC, dass sie sich künftig mit den zusätzlichen Spielinhalten beschäftigen werde. Konkret forderte Hassan damals von den Behörden, sich mit der möglichen Suchtgefahr für Kinder und Jugendliche zu beschäftigen. Darüber hinaus sollten bei möglichen Problemen auch Lösungsansätze formuliert werden. Eingeschaltet wird die FTC nun, weil Hassan mit den Ergebnissen des „Branchenverbandes Entertainment Software Ratings Board“ unzufrieden ist. Wie wichtig das Thema für die Politikerin ist, verdeutlichte sie bei einer Anhörung. Hier erklärte Hassan auch, dass der Umsatz mit den Lootboxen laut Experten im Jahr 2022 bei rund 50 Milliarden US-Dollar liegen werde.

Für die Spiele-Entwickler ziehen dunkle Wolken auf

Mit ihrer Aussage verdeutlicht Hassan natürlich auch, was für eine enorme Bedeutung die Lootboxen für die Spiele-Entwickler haben. Gerade in den USA, wo der Markt als einer der interessantesten Märkte dieser Welt gilt. Dass nun die US-Handelsbehörde eingeschaltet wird, dürfte beim einen oder anderen Entwickler für schlaflose Nächte sorgen. Immerhin handelt es sich bei der FTC um eine hervorragend aufgestellte Behörde, die sowohl finanziell als auch wissenschaftlich auf allerhöchstem Niveau arbeitet. Die Ergebnisse der FTC haben auch für die Politik in den USA eine große Aussagekraft und können daher durchaus als richtungsweisend bezeichnet werden. Zugleich wäre es dann auch nicht das erste Mal, dass sich noch weitere Nationen an der Einschätzung der US-Experten orientieren. Ein wahrer Domino-Effekt könnte also die Folge sein.

Bisher allerdings scheint zumindest diese Gefahr noch gering zu sein. Immerhin haben sich in den letzten Monaten mehrere Länder mit den Lootboxen beschäftigt und sind dabei teilweise zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. In den Niederlanden, Japan oder China müssen die Entwickler ihren Kunden mitteilen, was sich in den Boxen befindet. In Großbritannien wiederum sind die Behörden zu dem Entschluss gekommen, dass sich in den Lootboxen keine Elemente des Glücksspiels erkennen lassen. Deutsche Spieler müssen sich in diesem Zusammenhang ebenfalls noch keine Sorgen um die Zusatz-Inhalte ihrer Lieblingsspiele machen. Deutschland untersucht die Lootboxen bislang nicht, was hierzulande allerdings auch nicht so ohne Weiteres möglich ist. Stattdessen wären in Deutschland die einzelnen Bundesländer für eine Entscheidung zuständig, da noch keine länderübergreifende Regulierung ins Leben gerufen werden konnte. Allerdings bedeutet das natürlich im Umkehrschluss auch, dass es in Zukunft möglicherweise zu Einschränkungen in einigen Bundesländern kommen wird. Wie auch beim richtigen Glücksspiel. Hier zum Beispiel dürfen die Spieler in Schleswig-Holstein aus privaten und staatlichen Angeboten wählen, während in anderen Bundesländern ausschließlich bei staatlichen Anbietern gespielt werden darf. Und so ähnlich könnte es dann vielleicht auch mit den Lootboxen aussehen. Zumindest dann, wenn keine bundesweite und einheitliche Regulierung für das Glücksspiel und dann auch die Lootboxen auf die Beine gestellt werden kann.

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