Schweiz: Steuer-Streit um Nuggets aus Online Casino

Ein kurioser Fall von Steuerstreitigkeiten beschäftigt derzeit die Behörden in der Schweiz. Im Detail geht es um eine Online-Spieleseite, auf der Besucher sogenannte Nuggets gewinnen können. Um was für ein Angebot es sich dabei im Detail handelt, scheint nicht ganz genau klar. Anders sieht es laut Verwaltungsgericht mit den Einnahmen eines Zürchers aus, denn der soll für den Verkauf dieser Nuggets eine Steuer bezahlen. Das zumindest verlangt das Verwaltungsgericht.

Handelsplatz, Glücksspiel oder Geschicklichkeitsspiel?

Die Schweizer Behörden beschäftigen sich derzeit mit einem interessanten Fall, der nun bereits in seine Verlängerung geht. Konkret geht es hierbei um das Angebot der Lopoca Gaming Limited. Das Unternehmen sitzt auf Malta und bietet auf seiner Webseite das sogenannte Nugget-Game an. In diesem können Spieler Nuggets gewinnen, welche offenbar einen reellen Wert darstellen. Im Fall für die Behörden steht nun ein Spieler bzw. Nutzer im Mittelpunkt, der diese Casino-Nuggets in großem Stil verkauft bzw. gehandelt haben soll. Der Mann aus Zürich ist der Meinung, dass er den Erlös aus dem Verkauf der Casino-Nuggets nicht versteuern müsse. Anders sehen es die Steuerbehörden in der Alpenrepublik. Und die Summe, um die es geht, ist nicht zu verachten. Insgesamt soll der Mann mit seinen Verkäufen rund 266.000 Franken eingenommen haben.

Demnach hätte sich der Mann zum ersten Mal im Jahre 2011 bei der Seite angemeldet. Nach gut vier Jahren wollte er seine virtuellen Chips umwandeln und kassierte hierfür einen Betrag von 266.000 Franken. Das Geld wurde vom Mann jedoch nicht bei den Finanzbehörden angegeben, aufmerksam wurde diese aber trotzdem. Das Steueramt fordert vom Mann also die Zahlung einer Steuer. Laut Urteil des Verwaltungsgerichtes steht die „steuerrechtliche Qualifikation eines Online-Handels-Spiels mit sogenannten Nuggets“ auf der Prüfung.

Zürcher hatte im ersten Anlauf noch Erfolg

Nach den ersten Debatten vor einigen Monaten sah es zunächst so aus, als würde die Geschichte für den Nutzer ein gutes Ende nehmen. Zunächst wurde einer Beschwerde gegen das Steueramt vom Steuerrekursgericht stattgegeben. Während das Steueramt den Erlös als Einkommen besteuern wollte, sah das Rekursgericht hier eine andere Grundlage. Stattdessen deklarierte dieses den Gewinn als steuerfreien, privaten Kapitalgewinn und nicht als Spielgewinn. Hierfür gäbe es mehrere Ansatzpunkte. Zum einen habe der Spieler lediglich mit den Nuggets gehandelt, aber nicht selber gespielt. Zudem sei Lopoca keine Spielbank im Sinne des Schweizer Rechts. Ebenso hieß es vom Rekursgericht, dass die Nuggets so zu bewerten wären wie zum Beispiel Kryptowährungen. Diese seien nicht physisch nachweisbar und seien in der Werthaltigkeit stark von der Nachfrage abhängig. Aus diesem Grund handele es sich dabei um einen steuerrechtlich relevanten Vermögenswert. Genau so hatte es offenbar auch der Zürcher gesehen, der den Betrag immerhin in seiner Steuererklärung als Vermögen angab.

Dennoch sieht das Verwaltungsgericht hier eine andere Ausgangslage. Im jüngsten Urteil heißt es, dass die Nuggets weder als Tauschmesser, Werteinheit, Recheneinheit oder Wertaufbewahrungsmittel geeignet. Zudem seien sie nicht mit Wertpapieren oder den digitalen Währungen vergleichbar. Viel mehr müssten die Gelder daher als „Spieleinsätze“ angesehen werden. Aus diesem Grund sei es richtig, dass das Steueramt nun die Einkommensteuer vom Mann kassieren möchte. Wie hochdiese ausfallen soll, wurde bisher noch nicht bekannt. Die gute Nachricht für den Zürcher: Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig. Es kann also noch Revision eingelegt werden, die den Fall dann möglicherweise bis vor das Bundesgericht bringt.

Streit auch mit Lopoca aus Malta

Unklarheiten bringt dieser ganze Fall aber noch in weiterer Hinsicht mit sich. So bahnt sich auch ein Rechtsstreit zwischen der Schweiz und dem Unternehmen Lopoca aus Malta an. Der Grund hierfür liegt im neuen Geldspielgesetz. Dieses beschränkt ausländische Glücksspielangebote ohne Lizenz für den Schweizer Markt. Der Zugriff aus der Alpenrepublik ist dann nicht möglich. Das könnte künftig auch Lopoca treffen, schließlich arbeitet der Anbieter ohne eine Lizenz der Schweiz. Das Unternehmen teilte jedoch mit, dass es sich um eine „ungerechtfertigte“ Sperre handele. Man werden sich demnach mit allen Rechtsmitteln wehren, heißt es. Zusätzlich dazu wird den Schweizer Besuchern auf der Webseite auch noch ein kleiner Hinweis gegeben, wie diese mit „entsprechende Mitteln“ weiterhin „straffrei“ auf das Angebot zugreifen können. Eine Information, die bei den Schweizer Nutzern sicherlich gut ankommt. Die Schweizer Behörden dürften dieses Vorgehen jedoch weniger begrüßen.

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