Schleswig-Holstein: Lizenzen zahlreicher Casinos laufen aus

Als 2012 in Deutschland der Glücksspielvertrag eingeführt wurde, haben sich mit Ausnahme von Schleswig-Holstein bekanntlich alle Bundesländer dazu bereit erklärt, diesen umzusetzen. Die Landesregierung im Norden allerdings hat sich dafür entschieden, eigene Lizenzen für den Spielbetrieb im Bundesland zu vergeben. Ein toller Schritt, der jetzt allerdings langsam verblasst. Viele der Lizenzen laufen nämlich aus und so müssen sich einige Unternehmen wohl oder übel vom Markt in Schleswig-Holstein verabschieden – zumindest vorerst.

Alleingang in Schleswig-Holstein in 2012

Abgestimmt und diskutiert wurde über den Glücksspielvertrag in Deutschland bereits im Jahre 2011. Nach einigen Debatten und Änderungen sollte der Vertrag dann 2012 verabschiedet werden, wobei jedoch nicht alle Bundesländer von den Planungen begeistert waren – zum Beispiel Schleswig-Holstein. Hier ging der Widerstand unter der Landesregierung damals so weit, dass man sich weigerte dem Vertrag beizutreten und stattdessen eine eigene Regulierung für das Bundesland auf die Beine stellte. Währen die Glücksspielanbieter im Internet also in allen anderen Bundesländern verboten wurden, konnten sie in Schleswig-Holstein eine Lizenz beantragen und hier dann ihr Angebot zur Verfügung stellen.

Eine sinnvolle Entscheidung für das Bundesland, die neben Arbeitsplätzen vor allem Steuereinnahmen geschaffen hat. Allerdings war die Freude nur von kurzer Dauer: Bereits bei der nächsten Landtagswahl kippte die Regierung schon wieder, so dass die CDU vom Thron gestoßen wurde. Das wiederum bedeutete für das Glücksspiel, dass die Anbieter keine neuen Lizenzen beantragen konnten. Gleichzeitig behielten aber immerhin die alten Lizenzen ihre Gültigkeit, die in der Regel für einen Zeitraum von sechs Jahren ausgestellt wurden.

Lizenzen laufen jetzt ab: Welche Anbieter sind betroffen?

Betroffen sind von den Problemen aktuell mehrere Unternehmen. Vor allem die Anbieter, die 2012 als Erste ihre Lizenzen erhalten haben, haben nun gewisse Schwierigkeiten. So zum Beispiel das Online Casino Deutschland oder das Merkur-Spielcasino. Beide Unternehmen haben am 18. bzw. 19 Dezember 2012 ihre Lizenzen für den Spielbetrieb in Schleswig-Holstein erhalten. Heißt also auch: Diese Lizenzen sind vor wenigen Tagen abgelaufen und so können die Angebote erst einmal nicht angesteuert werden. Ähnlich sieht es beim Anbieter Löwenplay aus, der ebenfalls nur eine Lizenz aus Schleswig-Holstein vorweisen konnte.

Anders gestaltet sich der Blick auf die Dinge aber zum Beispiel bei Anbietern wie bwin, DrückGlück, dem Vera&John Casino oder dem Wunderino Casino. Hier sind bzw. waren ebenfalls Lizenzen aus Schleswig-Holstein vorhanden, die auslaufen oder bereits ausgelaufen sind. Allerdings gibt es in diesen Fällen noch weitere Lizenzen, die von der maltesischen Lotterie- und Glücksspielbehörde ausgestellt wurden. Bei den genannten Anbietern ist daher nicht damit zu rechnen, dass sich diese vom Markt in Schleswig-Holstein zurückziehen werden.

War es das jetzt für die Online Casinos?

Aktuell herrscht bei den Spielern und der Glücksspielbranche tatsächlich noch eine gewisse Unklarheit darüber, wie es in Zukunft aussehen könnte. Allerdings gibt es auch Hoffnung. Mittlerweile hat die Landesregierung in Schleswig-Holstein nämlich wieder gewechselt und die CDU sitzt hier wieder an der Spitze des politischen Tisches. Das ist ein gutes Zeichen für alle Spieler und die Branche, gleichzeitig werden die Hoffnungen auch noch durch die Politik unterstützt. Im Detail erklärte nämlich der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion Hans-Jörn Arp, dass er sich durchaus eine bundesweite Regulierung für das Glücksspiel vorstellen könne. Der Politiker erklärte allerdings auch, dass sich die anderen Bundesländer dann wohl an Schleswig-Holstein orientieren müssten. Schon jetzt ist klar, dass dieser Punkte für Diskussionen sorgen wird.

Für Arp ist das allerdings offenbar kein Problem, denn der Politiker erklärte, dass man zur Not in Schleswig-Holstein ansonsten wieder einen ganz eigenen Weg einschlagen wolle. Gut möglich also, dass hier schon bald wieder neue Lizenzen vergeben werden. Ein bisschen Geduld dürfte allerdings erst einmal noch gefragt sein, denn die Diskussionen um eine mögliche einheitliche Regulierung in Deutschland nehmen gerade erst langsam wieder Fahrt auf. Unterstützung erhält Schleswig-Holstein dabei von den Bundesländern Hessen und Nordrhein-Westfalen, die einer Lizenzierung bzw. Regulierung der Anbieter online zumindest offen gegenüberstehen. Ganz gewesen ist es das für die Online-Anbieter also noch lange nicht.

Vorbilder für Lösungen gibt es im Ausland

Warum sich Deutschland bei der Lösungsfindung nach einer einheitlichen Regulierung derart schwer tut, ist nicht wirklich zu durchschauen. Festhalten lässt sich aber, dass hier einfach zu viele Unstimmigkeiten zwischen den Bundesländern zu finden sind. Wie es funktionieren kann, zeigt ein Blick ins Ausland – und das sogar gleich mehrfach. Prominent ist zum Beispiel Großbritannien, wo die Lizenzierung und Regulierung durch die britischen Glücksspielbehörde durchgeführt wird. Zusätzlich dazu hat auch Schweden gerade erst vor ein paar Monaten erklärt, dass auch private Unternehmen ab dem 1. Januar 2019 ihre Angebote auf dem heimischen Markt zur Verfügung stellen dürfen.

Bleibt also zu hoffen, dass die deutsche Glücksspielbranche im Jahr 2019 ähnlich positive Überraschungen bereithält.

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