Österreich: Über 600 illegale Automaten sichergestellt

Im Kampf gegen das illegale Glücksspiel, welches in Österreich bekanntlich enorm boomt, ist den Behörden wieder einmal ein großer Erfolg gelungen. Bei der Operation mit dem passenden Namen „Joker“ wurde über ein Jahr lang ermittelt, vor wenigen Tagen konnten dann 600 illegale Automaten und mehr als 380.000 Euro Bargeld sichergestellt wieder. Für die österreichischen Behörden ist dies bereits der x-te große Erfolg im Kampf gegen das illegale Spiel, dennoch bleibt die Lage weiter problematisch.

Über 40 Hausdurchsuchungen und sechs Festnahmen

Dieser Erfolg kann sich sehen lassen! Den Ermittlern in Österreich ist ein schwerer und empfindlicher Schlag gegen die organisierte Kriminalität bzw. das organisierte illegale Glücksspiel gelungen. In einer groß angelegten Operation ermittelten die Behörden mit mehr als 300 Einsatzkräften. So waren allein rund 180 Ermittler der Finanzbehörde, zusätzlich kamen rund 140 Polizisten und Mitarbeiter des Bundeskriminalamtes dazu. Aber: Der große Aufwand hat sich auch gelohnt: Es wurden sechs Personen verhaftet, mehr als 40 Hausdurchsuchen wurden in Wien, Salzburg, Ungarn, Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark vollstreckt. Einer der Verhafteten ist offenbar ein Bankmitarbeiter aus dem Nachbarland Ungarn, der sich nun wegen Geldwäsche bzw. Steuerhinterziehung verantworten muss.

Bereits seit gut einem Jahr ermittelte die Polizei unter dem Namen „Joker“ in diese Richtung, FPÖ-Finanzminister Hartwig Löger erklärte im Anschluss an die Operation: „Ich danke allen Beteiligten für ihren Einsatz und gratuliere ihnen zu ihrer herausragenden Arbeit. Dank der exzellenten Kooperation ist das der bisher größte Schlag gegen das organisierte illegale Glücksspiel in Österreich.“

„Wiener Gruppe“ bei Operation „Joker“ im Visier

Im Detail wurde die entsprechende Arbeitsgruppe für die Kontrolle der illegalen Glücksspielangebote im Jahre 2018 ins Leben gerufen. Offiziell heißt es hierzu, diese sei zur „Bekämpfung der kriminellen Auswirkungen des illegalen Glücksspiels“ ins Leben gerufen worden. Die Ermittler brauchten offenbar nicht lang, um eine Tätergruppierung auszumachen, die mit ihren illegalen Geschäften in großem Stil Geld erwirtschaftet haben soll. Unter dem Operationsnamen „Joker“ wurde also fortan gegen die „Wiener Gruppe“ ermittelt. Diese Gruppierung soll zum Beispiel in Bars, Cafés oder Hinterzimmern Geldspielgeräte aufgestellt haben, die nicht lizenziert seien bzw. sogar manipuliert wurden. Wie die Ermittler herausfanden, ging die Bande bereits seit mehreren Jahren mit hoher krimineller Energie auf dem österreichischen Markt vor.

So soll die Gruppierung bereits seit gut fünf Jahren Lokale gemietet und diese an Scheinfirmen weiter vermietet haben. Über die Scheinfirmen wurden dann die Casinos aufgebaut, gleichzeitig waren die Firmen auch für den Betrieb der Lokalitäten zuständig. Im weiteren Verlauf, so die Ermittler, kassierte die Gruppierung alle zwei Wochen Summen in Höhe von rund 40.000 bis 100.000 Euro, die anschließend in Ausland geschafft wurde. Von dort aus wiederum wurde das Geld mit Rechnungen, Mietzahlungen oder Gehaltszahlungen wieder nach Deutschland gebracht. Ein enormer Aufwand, der unweigerlich eine gedankliche Verbindung zu mafiösen Strukturen herstellt. Das sieht auch Dieter Csefan so, der als Leiter des Büros zur Bekämpfung organisierter Kriminalität im Bundeskriminalamt direkt mit den Vorgängen vertraut ist: „Die Tätergruppierung weist zweifelsfrei alle Merkmale von organisierter Kriminalität auf und erinnert an die Machenschaften von Al Capone in den 1920er Jahren. Nur durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit der Justiz, dem BMF und dem BMI konnte dieser großartige Erfolg erzielt werden.“

Horrender Schaden für den Staat

Die Beweise, die bei der Razzia gegen die Automatenbande sichergestellt wurden, können sich sehen lassen. So wurden beispielsweise 30 Konten vom Hauptverdächtigen in Österreich geöffnet, weitere 13 Konten bei ungarischen Banken. Der Staat schätzt, dass der Schaden durch die illustren Spielrunden der Bande allein bei den Steuer- und Glücksspielabgaben bei rund 1,6 Millionen Euro liegt. Mindestens genauso empfindlich für die Bande: Die Ermittlungsbehörden konnten offenbar eine Lagerhalle ausfindig machen, von wo aus Automaten in der gesamten Republik verteilt wurden. Sollte also ein Gerät von den Behörden stillgelegt werden oder ausfallen, hätte man auf diese Art und Weise binnen weniger Stunden für Nachschub sorgen können. Rund 600 Geldspielgeräte wurden von der Polizei beschlagnahmt.

Damit aber nicht genug: Die Ermittler entdecken Bargeld in Höhe von mehr als 250.000 Euro, Gold- und Silberbarren im Wert von fast 130.00 Euro, sowie zahlreiche Drogen, Waffen, Handys oder Computer. Die Auswertung dieser Beweismittel dürfte noch Monate dauern. Dennoch: Für die Beamten ist der Schlag natürlich ein enormer Erfolg. Das unterstreicht auch der Vorsitzende der Steuerfahndung, Christian Ackerler: „Dank enger Zusammenarbeit von Bundeskriminalamt, Finanzpolizei, Finanzamt für Gebühren, Verkehrsteuern und Glücksspiel sowie Steuerfahndung konnte ein illegales Netzwerk an Scheinfirmen aufgedeckt werden. Unsere hervorragende Kooperation und die professionelle Vorgehensweise haben dem organisierten illegalen Glücksspiel den bis dato größten Schlag zugefügt.“

Arbeit geht weiter

Obwohl die ermittelnden Behörden in diesem Fall einen großen Erfolg verbuchen konnten, ist die Arbeit noch lange nicht beendet. Das illegale Spiel hat sich in Österreich in den letzten Jahren durchaus zu einem handfesten Problem entwickelt, welches dem Staat Jahr für Jahr Millionen aus der Kasse zieht. Die illegalen Gruppierungen gehen dabei immer trickreicher vor und nicht selten werden die Automaten zum Beispiel einbetoniert oder mit Tränengas geschützt. In der jüngeren Vergangenheit ist den Behörden aber dennoch immer wieder gelungen, zahlreiche Automaten aus dem Verkehr zu ziehen – und dieser Kampf wird weitergehen.

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