Österreich plant neue Behörde zur Glücksspielregulierung

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie war Österreich eines der Länder, das am frühesten sehr strikte Maßnahmen ergriffen und die nach wie vor nicht beseitigte Problematik damit zumindest im vergangenen Frühjahr vergleichsweise rasch eindämmen konnte. Wochenlang kam in Österreich das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen, was natürlich auch Einfluss auf das Verhalten der Menschen in der Alpenrepublik hatte, denen lange liebgewonnene Gewohnheiten plötzlich verschlossen waren.

Dazu zählte auch der Besuch von Wettbüros, Spielhallen und Casinos, sodass es auch in Österreich zu einem verstärkten Zulauf für Online-Buchmacher und Internet-Casinos kam. Nicht wirklich überraschend ist deshalb, dass laut dem Jahresbericht der Hilfe gegen Spielsucht rund 77 Prozent der spielsüchtigen Österreicher ihrem Laster online nachgehen. In absoluten Zahlen sind etwa 240.000 Österreicher von einem problematischen Spielverhalten betroffen.

Verschiedene Änderungen am Glücksspielgesetz im Gespräch

Überwiegend begrüßt werden in Österreich deshalb Bestrebungen seitens der Politik zur Erhöhung des Spielerschutzes. Details dazu gibt es zwar noch nicht, doch wurden in den Medienberichten der vergangene Tage verschiedene, im Raum stehende Änderungen am bestehenden Glücksspielgesetz genannt. So berichtet die „Kronen Zeitung“, dass künftig die sogenannten Lootboxen in Handyspielen reguliert werden sollen. Darin sehen Experten eine Art „Einstiegsdroge“ gerade für Kinder und Jugendliche, die auf diese Weise an das Glücksspiel herangeführt würden.

Die Austria Presse Agentur (APA)  vermeldet unterdessen, dass darüber hinaus bei Automatenspielen auch über eine Begrenzung der Spieldauer, Einsatzlimits und maximale Geschwindigkeiten diskutiert werden. Zudem ist offenbar analog zum neuen Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland auch ein monatliches Einzahlungslimit vorgesehen. Ebenso wird in Erwägung gezogen, die Werbung für Glücksspiele deutlich einzuschränken und eine Datei zu schaffen, mit der sich Kunden, die um ihr problematisches Spielverhalten wissen, selbst anbieterübergreifend sperren lassen können.

Sicher scheint, dass ein umfangreiches Änderungspaket geschnürt werden soll. Aktuell steht dabei im Raum, dass die angedachten Reformen bis April erst einmal genauer analysiert und dann im Herbst im Parlament zur Abstimmung gestellt werden könnten.

Neue Behörde soll unabhängig vom Finanzministerium sein

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Nina Tomaselli, sieht verschärfte Maßnahmen zum Spielerschutz längst als überfällig an. Ebenso im Kampf gegen Korruption im Bereich Glücksspiel. Hintergrund des letztgenannten Punktes ist, dass ein neues Glücksspielpaket auch ein Verbot von Spenden an politische Funktionäre und Parteien enthalten soll. Dieses Thema ist vor allem deshalb aufgekommen, nachdem bei Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) eine Hausdurchsuchung durchgeführt wurde, weil dessen Partei seitens der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) im letztlich aber nicht bestätigten Verdacht stand, Spenden vom Glücksspielkonzern Novomatic angenommen zu haben. Die Grünen beklagten in diesem Zusammenhang, dass die Glücksspielbranche aufgrund ihrer Abhängigkeit von der Politik versuche, auf diese Weise schon seit Jahren versuche, Einfluss zu nehmen.

Das Finanzministerium in Österreich will mutmaßlich basierend auf den Ereignissen der jüngeren Vergangenheit nun laut einem Bericht der „Tiroler Tageszeitung“ im Zuge der ohnehin anstehenden Änderungen im Glücksspielbereich auch eine neue, unabhängige Behörde schaffen, die dann für die Glücksspielregulierung zuständig sein soll.

Sowohl Blümel als auch Novomatic äußerten sich angesprochen auf die Pläne positiv. Novomatic verwies im Zuge eines Statements von Marketing- und Kommunikationschef Stefan Krenn auch darauf, schon seit längerem die Gründung einer unabhängigen Glücksspielbehörde nach internationalen Standards gefordert zu haben.

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