Österreich: Großcasino soll in Villach eröffnen

Gerade erst wurde der Hans-Gasser-Platz im schönen Villach frisch neu gestaltet. Das möchte offenbar der Casino-Anbieter von WinWin für sich nutzen. Wie jetzt bekannt wurde, plant der Konzern ein neues Großcasino am Hans-Gasser-Platz. Die rechtlichen Hürden hierfür wurden bereits genommen, die Investitionssumme steht fest und auch der Mietvertrag ist offenbar bereits unterschrieben wurden. Dennoch regt sich in der Stadt Widerstand, denn nicht alle Bürger begrüßen den neuen Casino-Tempel vor der Haustür. Stoppen lassen wird sich der Prozess aber wohl kaum noch.

Bundesweite Zuständigkeit: Stand und Land gucken in die Röhre

Seit jeher sind Spielcasinos für Stadtplaner und Politiker ein zweischneidiges Schwert. Nicht alle Teile de Bevölkerung finden es gut, wenn direkt vor der eigenen Wohnungstür gespielt werden kann. Gleichzeitig sind derartige Betriebe immer mit finanziellen Vorteilen für die Gemeinde verbunden. Manchmal allerdings, können die zuständigen Lokalpolitiker auch einfach gar nichts tun. So zum Beispiel im Fall von Villach. Hier plant der Glücksspielkonzern WinWin ein neues Automatencasino in Übergröße, welches Platz für 50 Spielautomaten und ein zusätzliches Bistro bieten soll. Politiker in Villach würden dieses Vorhaben wohl gerne unterbinden, haben allerdings keine Handhabe zur Verfügung. Stattdessen fällt das geplante Großcasino unter das bundesweite Glücksspielgesetz. Die Stadt und das Land können dementsprechend nichts unternehmen.

Gleichzeitig gab Bürgermeister Günther Albel vor wenigen Tagen in einem Interview mit dem ORF bekannt, dass man im Rathaus erst seit wenigen Tagen überhaupt von den Plänen wisse. Vor rund einem Jahr hätte der Konzern Novomatic – dessen Tochter Novoline weltbekannte Slots wie Book of Ra oder Sizzling Hot erschaffen hat – die Stadt zu Gesprächen eingeladen, wo man betont hätte, dass Kärnten ein interessanter Standort sei und es auch mehrere fixe Standorte geben würde, an denen Casinos geplant sein Albel betont allerdings, dass es damals noch hieß, Villach sei als Standort nicht interessant genug. Durch den jetzigen Richtungswechsel sei man im Rathaus gehörig überrascht worden.

Bürgermeister ohne Verständnis für Standortwahl

Begründet wurde die fehlende Attraktivität des Standorts damals unter anderem mit der Nähe zu Velden und Kranjska Gora in Slowenien, so Albel weiter. Ohnehin hätte die Stadt schon damals stark gegen das Casino protestiert. Albel selbst erklärte zudem, dass der Standort am Hans-Gasser-Platz für ihn vollkommen unverständlich gewählt worden sei. „Noch schlechter würde es gar nicht passen“, so der Politiker. Immerhin seien das Jugendamt, Schulen und der Haupt-Busbahnhof direkt in Nähe. Zumindest Letzterer dürfte für den Betreiber allerdings nicht gerade bedeutungslos sein, lässt sich so auf eine Menge Laufkundschaft hoffen.

Bürgermeister Albel darf allerdings auf Unterstützung bauen, denn in Teilen der Bevölkerung regt sich Widerstand gegen das geplante Großcasino. Es gibt nur ein kräftiges Problem: WinWin hat alle notwendigen Lizenzen erhalten. Der Konzern erklärt, dass man die Bewilligung durch das zuständige Finanzministerium erhalten habe und in „Österreich an allen 20 Standorten einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema Glücksspiel“ pflege.

Lieber neue Geschäfte als ein Casino?

Unbeeindruckt dessen ist man in Villach gerade dabei, eine Bürgerinitiative gegen das Großcasino zu starten. So wurden bereits mehrere Hundert Unterschriften von Unternehmen und Bürgern in der Nachbarschaft gesammelt, welche sich allesamt gegen die Eröffnung eines Großcasinos aussprechen. Wie der zuständige Obman Alexander Pesendorfer erklärt, würde man sich statt des Casinos lieber ein kleines Unternehmen aus dem Bereich der Gastronomie oder des Handels wünschen. Die Chancen darauf, dass sich dieser Wunsch tatsächlich in die Realität umsetzt, stehen allerdings denkbar gering. Unterstützung, zumindest in leichter Form, gibt es aber auch von der Spielsuchtambulanz Villach. Diese erklärte: „Gerade in Villach gibt es bereits eine Reihe von Casinos. Das bedeutet für potenziell Gefährdete eine große Gefahr.“

Für WinWin könnte sich Villach trotz der jetzigen Proteste in den kommenden Jahren dennoch zu einem gelungenen Standort entwickeln. Die Nachfrage steigt hier, wie im Prinzip überall in Österreich. Das wie man offenbar beim Konzern. Die Glücksspieltochter vom Unternehmensriesen Novomatic gab an, dass man in den Standort Villach rund 1,5 Millionen Euro investieren werde. Zusätzlich dazu dürften in der näheren Zukunft noch weitere Neu-Eröffnungen anvisiert werden. Eine davon findet definitiv noch in diesem Jahr statt. In Wolfsberg nutzt WinWin das Gebäude eines alten Supermarktes und wird auch hier ein Großcasino mit 50 Automaten ins Leben rufen. Anders als in Villach, war in Wolfsberg vor der Eröffnung kaum ein Widerstand zu vernehmen. Möglicherweise auch deshalb, weil der nun genutzte Standort nicht direkt im Zentrum der Stadt liegt, sondern am Ende einer Einbahnstraße. Dennoch scheint man sich bei WinWin auch hier sicher zu sein, dass sich die Investition in den Standort lohnen wird. Tatsächlich hat der Konzern in den letzten Jahren in diesem Zusammenhang immer wieder ein gutes Händchen bewiesen und kann auf 20 gut laufende Standorte innerhalb der Landesgrenzen verweisen. Kaum vorstellbar also, dass man in Wolfsberg oder Villach jetzt daneben liegen wird – so unangenehm die Rahmenbedingungen zumindest vor dem Start auch sein mögen.

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