Novomatic: Konzern will Zukäufe erst einmal pausieren

Für den österreichischen Glücksspielkonzern Novomatic verliefen die letzten Jahre enorm erfolgreich. Nicht nur das eigene Geschäft entwickelte sich glänzend, auch die Zukäufe haben den einen oder anderen Erfolg mit sich gebracht – allerdings nicht in allen Fällen. Aus diesem Grund soll bei den Österreichern mit den Übernahmen jetzt erst einmal Schluss sein. Nach einer Investition von rund 1,5 Milliarden Euro und der Übernahme von gut 100 Firmen in den letzten drei Jahren strebt der Konzern eine Pause bei Zukäufen an. Es sei denn, diese hätten strategisch einen großen Wert.

Novomatic im Kaufrausch

Kaum ein Glücksspielunternehmen hat in den letzten Monaten und Jahren derart als „Einkäufer“ auf sich aufmerksam machen können, wie der österreichische Konzern Novomatic. Übernommen wurde zum Beispiel der australische Anbieter AGT, in dieser Größenordnung gab es in den letzten drei Jahren sogar gleich zahlreiche Einkäufe. So wurden insgesamt in den letzten 36 Monaten gut 1,5 Milliarden Euro investiert und rund 100 Firmen vom Konzern übernommen. Insgesamt gehören zum Konzern mehr als 220 voll konsolidierte Firmen, gleichzeitig ist man bei rund 500 Firmen zumindest beteiligt. Novomatic-Boss Harald Neumann teilte in diesem Zusammenhang auf der ICE in London mit, dass man diese Aktivitäten jetzt aber erst einmal zurückfahren wolle. Die Begründung: Der Konzern hat sein Ziel erreicht und gilt in zahlreichen Regionen als Marktführer. „Wir haben unser Ziel, Marktführer in den Kernmärkten Österreich, Deutschland, Großbritannien, Italien und in Osteuropa zu werden, erreicht“, so Neumann in London. Gleichzeitig erklärte der Konzernchef, dass es neue Zukäufe nur noch dann geben werde, wenn diese strategisch extrem wichtig seien oder wichtige Synergien bringen.

Allerdings: Neumann gab auch zu, dass man sich bei einigen Investitionen etwas verschätzt habe und sich rund zehn Prozent der gekauften Firmen nicht wie gewünscht entwickeln würden. In einigen Fällen habe man aber auch einfach für einen zu hohen Preis gekauft, so Neumann am Rande der Glücksspielmesse. Künftig soll es aber auch generell im Konzern in eine andere Richtung gehen, denn die gesamten Neukäufe müssen erst einmal geordnet werden. Neumann spricht in diesem Zusammenhang von „Konsolidierung und Optimierung“ und erklärt: „Wir brauchen eine schlankere Struktur.“

Gesetzesänderung in Deutschland war teuer

Teuer gezahlt hat Novomatic im Jahr 2017 allerdings auch in Deutschland, als die neue technische Richtlinie 5.0 umgesetzt wurde. Der Konzern musste in diesem Zusammenhang rund 100.000 Automaten in der Bundesrepublik austauschen und mit einer neuen Software ausstatten. Darüber hinaus mussten rund 100 eigene Spielhallen geschlossen werden. Summa Summarum seien so Kosten von rund 300 Millionen Euro entstanden, so Neumann. Das habe schließlich auch dafür gesorgt, dass sich der Konzerngewinn im Jahr 2017 halbierte. Zusätzlich dazu läuft die angesprochene Übernahme von AGT zumindest finanziell nicht allzu gut. Zahlreiche Glücksspielkonzerne verloren in Australien an Wert an der Börse, daraufhin büßte auch die Aktie von AGT ein. Wie Neumann erklärte, werde man 2018 daher einen noch geringen Nettogewinn verbuchen als im Jahr 2017. Dennoch ist AGT aber als wichtiger Zukauf anzusehen, da mit dieser Investition ein wichtiger Schritt in die Tür des US-amerikanischen Glücksspielmarktes gemacht werden konnte.

Und genau da liegen die großen Hoffnungen der Zukunft. Novomatic möchte mit seiem Sportwetten-Angebot auf dem gerade frisch regulierten Markt mitmischen. Gut 20 Bundestaaten haben die Sportwetten schon legalisiert, zahlreiche weitere dürften folgen. Der Konzern plant aktuell, in diesem Zusammenhang rund 1.000 Automaten in den Casinos der Vereinigten Staaten aufstellen zu können. Erst vor wenigen Tagen traf man hierzu den Vorsitzenden der Indianischen Casino-Vereinigung in der Konzernzentrale in Gumpoldskirchen. Abgesehen davon planen die Österreicher, auch selbst im Automatengeschäft in den USA künftig eine große Rolle zu spielen.

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