MGA senkt Mindestauszahlungsquote für Online-Casino-Spiele

In den vergangenen Wochen sind die Stimmen derer, die sich nicht nur, vor allem aber auch wegen der vorgesehenen, pauschalen Steuer in Höhe von 5,3 Prozent auf alle Einsätze im Glücksspielbereich kritisch über den am Juli in Deutschland in Kraft tretenden Glücksspielstaatsvertrag äußern, stetig lauter geworden.

Unter anderem der Deutsche Sportwettenverband bezeichnet die Steuer als viel zu hoch und sieht damit die Gefahr, dass die offiziell in Deutschland lizenzierten Buchmacher und Glücksspielanbieter gegenüber Konkurrenten, die im rechtlichen Graubereich mit einer EU-Lizenz operieren oder in Europa sogar gar nicht lizenziert sind, an Konkurrenzfähigkeit verlieren.

Warum diese Sorge vorhanden ist, lässt sich leicht erklären: während Buchmacher, die auf die Erhebung der schon seit 2012 in Deutschland üblichen Wettsteuer von fünf Prozent verzichten, auch mit hohen Auszahlungsquoten von 95 oder 96 Prozent noch gut wirtschaften können, ist bei Buchmachern mit Wettsteuerabzug bei der Berechnung der finalen Auszahlungsquote ein Minus in Höhe von fünf Prozent zu berücksichtigen, womit auch Nicht-Mathematiker schnell erkennen, dass sich daraus ein Ungleichgewicht die Attraktivität beider Modelle für den Kunden betreffend ergibt.

Auszahlungsquote soll auf 85 Prozent sinken

Für Freunde des Online-Glücksspiels, die bislang auf Anbieter mit einer von der renommierten maltesischen Glücksspielaufsicht Malta Gaming Authority (MGA) ausgestellten EU-Lizenz ausgewichen sind, gibt es im Hinblick auf die Auszahlungsquote nun indes unabhängig von der deutschen Wettsteuer eine weitere Hiobsbotschaft. Denn die MGA hat angekündigt, die bisherige Mindestauszahlungsquote für Online-Casino-Spiele von 92 Prozent auf nur noch 85 Prozent zu senken. Auf diese Weise soll die Auszahlungsquote im Online-Bereich der der landbasierten Casinos in Malta angepasst werden.

Zu der Entscheidung hat eine Umfrage unter mehreren Glücksspielanbieter mit maltesischer Lizenz und anderen Vertretern der Branche beigetragen, die überwiegend einer Reduzierung der Mindestauszahlungsquote begrüßt haben, um auch in Zukunft erfolgreich respektive gewinnbringend wirtschaften zu können. Hintergrund des Votums sind offenbar eine steigende Steuerbelastung und auch erhöhte Compliance-Kosten auf verschiedenen Märkten,.

Der Kunde als großer Verlierer?

“Die vorgeschlagene Änderung der Mindestauszahlungsquote wird den Betreibern Flexibilität bieten und ihnen ermöglichen, verschiedene Ausschüttungsquoten, unter anderem basierend auf Marktbedingungen und Wettbewerbsniveaus, anzuwenden“, teilte die MGA in einem Statement mit, ließ damit zwischen den Zeilen aber auch wissen, dass es natürlich möglich ist, das bisherige Niveau zu halten. Allerdings ist davon auszugehen, dass sich der Markt dahingehend entwickeln wird, dass die Anbieter sich zumindest schrittweise der neuen Untergrenze nähern werden, womit letztlich niemand anders als der Online-Casino-Spieler der große Verlierer sein wird.

Wo Verlierer sind, wird es aber wohl auch Gewinner geben. Gut möglich, dass Anbieter mit anderer Lizenz etwa aus Curacao bei niedrigeren Auszahlungsquoten der auf Malta lizenzierten Online-Casinos einen erhöhten Zulauf erhalten. Auch aus Deutschland, denn bislang hat die Politik noch kein schlüssiges Konzept präsentieren können, wie es unterbunden werden soll, dass Glücksspielfreunde bei Anbietern ohne deutsche Lizenz spielen. Ob das in diesem Zusammenhang immer wieder ins Gespräch gebrachte Geo-Blocking den gewünschten Effekt haben könnte, bliebe abzuwarten.

Noch offen ist unterdessen, wann die Absenkung der Auszahlungsquote in MGA-lizenzierten Casinos umgesetzt wird. Dem Vernehmen nach wäre eine Anpassung aber relativ schnell, das heißt innerhalb weniger Wochen, möglich.

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