Lootboxen: Unternehmen mit Angst vor Glücksspielbehörden

Ob die Lootboxen wirklich als Glücksspiel bezeichnet werden können, wird von den Glücksspielbehörden der Länder teils vollkommen unterschiedlich bewertet. Jetzt allerdings beschäftigt sich auch die US-Handelsbehörde mit den Lootboxen und scheint die Unternehmen so zunehmend nervös zu machen. Die Angst vor den Glücksspielbehörden ist plötzlich wieder allgegenwärtig und aus diesem Grund ruft die Branche in weiser Voraussicht zu einer Selbstregulierung auf.

Reaktion auf die zunehmende Aufmerksamkeit

Trotz einiger Untersuchungen haben es die Spieleentwickler der Konsolenspiele lange Zeit geschafft, dass die Lootboxen mehr oder weniger unter dem „Radar geflogen“ sind. Heißt im Klartext: Es wurde zwar stark darüber diskutiert, Verbote allerdings nur in Ausnahmefällen durchgerungen. Trotzdem wird der Branche die ganze Sache jetzt offenbar zu heiß. Die International Game Developers Association (IDGA) ruft dazu auf, eine einheitliche Lösung in der Branche für die Lootboxen zu finden und so einer möglichen Intervention durch die Glücksspielbehörden vorzugreifen. Heißt: Die Anbieter wollen sich lieber selber regulieren, als durch die möglicherweise deutlich härtere Hand des Gesetzes geführt zu werden.

Unterm Strich dürfte dies ein kluger Schritt der Vereinigung sein, denn in immer mehr Ländern geraten die Lootboxen zunehmend unter Beschuss. Belgien und die Niederlande erklärten zum Beispiel, dass die hier eingesetzten Systeme in beiden Ländern unter die Glücksspiel-Gesetzgebung fallen. Andere Länder erachten die Lootboxen zumindest als gefährlich. Speziell für Kinder und Jugendliche, welche ohne große Schutzmechanismen jederzeit auf die Angebote zugreifen können.

15 Behörden starten Untersuchungen

Wie groß der Druck auf die Spiele-Branche dabei wirklich geworden ist, zeigt ein Blick über Europa. Insgesamt 15 fast ausschließlich europäische Behörden erklärten, dass sie umfangreiche Untersuchungen zu dem Thema einleiten wollen. Schlechte Nachrichten für die Branche, die mit den Zukäufen innerhalb der Spiele oftmals mehr Gewinn generiert, als mit den eigentlichen Verkäufen. Die Untersuchungen seien ein Weckruf für die Branche erklärte die IDGA, die zusätzlich ergänzte, dass die Videospiele auf Grund ihrer „immersiven Natur“ nun plötzlich als Glücksspiele bezeichnet werden würfen.

Wie genau der „Kampf“ gegen das eigene Produkt aussehen soll, ist ebenfalls schon klar. Aufgebaut ist das Prinzip der IDGA hier auf drei Säulen. Zum einen sollen die Verkäufe der Lootboxen an Kinder untersagt werden. Dies könnte zum Beispiel durch bestimmte Prüfungen oder Verifikationen erfolgen. Darüber hinaus wollen die Entwickler künftig die möglichen Chancen auf die Belohnungen aus den Lootboxen bekannt geben und so die Transparenz erhöhen. Das wiederum heißt aber nicht, dass vor dem Kauf komplett aufgelistet wird, was sich in der Lootbox befindet. Als dritte Säule plant die Vereinigung, eine Aufklärungskampagne für Eltern ins Leben zu rufen und diese über die möglichen Gefahren durch die Lootboxen zu informieren. Unterm Strich sind das durchaus lobenswerte Ansätze. Allerdings ist mehr als fraglich, ob sich die Glücksspielbehörden auf einen derartigen Deal wirklich einlassen werden.

Was sind Lootboxen?

Lootboxen oder auch „Beuteboxen“ sind zusätzliche Inhalte in Konsolenspielen, die Spieler für echtes Geld erwerben können. Die Spieler haben allerdings nur eine ungefähre Vorstellung von dem, was sich genau in den Boxen befindet und wissen niemals exakt, welches Produkt sie erhalten. Genau hier sehen zahlreiche Behörden eine Gemeinsamkeit zum Glücksspiel, auch wenn das Öffnen einer Lootbox immer mit einem Preis verbunden ist. Dieser kann allerdings enorm wertvoll sein, gleichzeitig aber auch nahezu wertlos. Seit Kurzem beschäftigt sich auch die US-Handelsbehörde mit den Lootboxen und hat dadurch der Diskussion um die Zusatzinhalte noch einmal neuen Auftrieb gegeben. In Deutschland finden bisher noch keinerlei Untersuchungen zu einer möglichen Verbindung zwischen den Lootboxen und dem Glücksspiel statt.

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