Japan: Abgeordnete im Casino-Skandal verhört

In Japan zieht der Skandal um die Bestechungen von Politikern durch einen Glücksspielanbieter weiter seine Kreise. Nachdem Ende Dezember 2019 bereits ein Abgeordneter des Parlaments verhaftet wurde, hat sich die Behörde nun an weitere Abgeordnete gewandt. Insgesamt fünf von ihnen wurden befragt und wohl dahingehend überprüft, ob auch sie Gelder vom Glücksspielunternehmen angenommen haben. Die Opposition im Land kämpft derweil dafür, die geplanten Casino-Resorts auf Eis zu legen.

Tsukasa Akimoto Ende Dezember verhaftet

Der Bestechungsskandal rund um den Glücksspielanbieter 500.com in Japan zieht weiter sein Kreise. Bereits Ende Dezember ist ein Abgeordneter der Regierungspartei verhaftet worden. Konkret handelt es sich hierbei um Tsukasa Akimoto, der als großer Befürworter der neu geplanten Casino-Resorts im Land gilt. Vorgeworfen wird ihm, Bestechungsgelder in Höhe von rund 3,7 Millionen Yen (umgerechnet rund 30.500 Euro) kassiert zu haben. In diesem Zusammenhang wird Akimoto vorgeworfen, dem an der New Yorker Börse notierten Glücksspielunternehmen Zugeständnisse gemacht zu haben, was die Lizenzvergabe für eines der neuen Casino-Resorts betrifft. Der Politiker bestreitet das. Ende September 2017 soll Akimoto demnach rund drei Millionen Yen erhalten haben, zudem soll der Mitte Februar 2018 auch auf Kosten des Glücksspielanbieters nach Hokkaido (damals noch ein möglicher Standort für ein Casino-Resort) gereist sein. Kostenpunkt laut japanischen Medien: Rund 700.000 Yen.

Bis Oktober letzten Jahres war Akimoto als leitender Vizeminister im Kabinettsbüro tätig. In dieser Position war er auch dafür zuständig, für eine erfolgreiche Integration der Resorts zu sorgen. Die Vorwürfe würden also durchaus in den Tätigkeitsbereich des Politikers passen. Akimoto selbst erklärte nach seiner Verhaftung auf Twitter, dass er nichts mit kriminellen Handlungen zu tun habe und bei dieser Meinung bleiben werde. So oder so hat sich der Gouverneur von Hokkaido mittlerweile ohnehin dagegen ausgesprochen, dass ein Casino-Resort in seiner Region eröffnet werden soll. Die möglichen Bemühungen bleiben damit also erfolglos und haben mittlerweile sogar eher für einen Widerstand gesorgt. Aufgrund der andauernden Vorwürfe und Ermittlungen hat eine Gruppe von Oppositionellen bereits einen Entwurf eingereicht, mit dem die geplante Legalisierung der neuen Casino-Resorts wieder auf Eis gelegt werden könnte. Die Aussichten auf Erfolg scheinen allerdings, trotz der Eskapaden, eher gering.

Für Japans Politik ein harter Schlag

Für die japanische Politik ist das Bekanntwerden der Bestechungsvorwürfe ein harter Schlag. Die letzte Verhaftung eines Abgeordneten aufgrund derartiger Vorwürfe liegt fast zehn Jahre zurück und stammt aus dem Jahre 2010. Der oberste Sprecher der Regierung, Yoshihide Suga, wollte bisher keine Stellungnahme zu den Vorwürfen bekannt geben und verwies hierbei auf die laufenden Ermittlungen der Behörden. Dennoch betonte Suga allerdings, dass die Casinopolitik stetig vorangetrieben werde, damit die neuen Casino Resorts möglichst zeitnah eröffnen und genutzt werden können. Und: Suga erklärte auch, dass Kontakte zwischen Glücksspielunternehmen und Politikern grundsätzlich nicht verboten seien. Immerhin würde diesen den Beamten auch dabei helfen, die passenden Gesetzesgrundlagen erarbeiten zu können.

Nichtsdestotrotz hat die Staatsanwaltschaft in Tokyo mittlerweile fünf weitere Abgeordnete aus dem Repräsentantenhaus auf freiwilliger Basis zu ihrem möglichen Erhalt von Bestechungsgeldern befragt. Vorgeworfen wird den Politikern laut japanischen Medien, jeweils rund eine Million Yen kassiert zu haben. Auch in diesem Fall soll hinter der Bestechung wieder der Glücksspielkonzern 500.com stecken. Vier der fünf Abgeordneten sollen demnach der LDP angehören. Also der Partei, die von Oberhaupt Shinzo Abe geleitet wird. Einer der Politiker soll der ehemalige Verteidigungsminister Takeshi Iwaya sein.

Immer wieder Hokkaido

Auch in den aktuellen Fällen geht es dabei offenbar wieder um die Region Hokkaido. Hier und in Okinawa soll der Glücksspielkonzern 500.com besonders stark an einem eigenen Casino-Resort interessiert gewesen sein. Passenderweise liegen einige der Wahlkreise der Abgeordneten genau in diesen Regionen. Untersucht werden soll nun durch die Staatsanwaltschaft, ob die Politiker oder ihre Sekretäre Geld vom Glücksspielunternehmen erhalten haben, welches gegen die gesetzlichen Vorgaben für Parteispenden und politische Gelder verstößt. Insbesondere auf die Spenden von Ausländern oder ausländischen Unternehmen hat es das japanische Gesetz dabei abgesehen.

Rund um den Fall Akimoto gibt es dabei ebenfalls neue Entwicklungen. Das Bezirksgericht in Tokyo gab jüngst dem Antrag der Staatsanwaltschaft statt, den Politiker bis zum 14. Januar in Haft zu halten. Zudem sollen auch die Haftzeiten von drei Personen verlängert werden, die in Verbindung zum Glücksspielunternehmen stehen sollen und denen vorgeworfen wird, die Bestechungsgelder gezahlt zu haben.

Du möchtest online spielen? Dann besuche jetzt das Dunder Casino, Ares Casino oder Vera&John Casino!

Unsere TOP 3 Online Casinos
Aktuelle Casino News