Italien: Werbung für privates Glücksspiel verboten

Es ist noch nicht lange her, da hat die italienische Politik für äußerst positive Meldungen in der Glücksspielbranche sorgen können. Italien hat nämlich seinen Markt geöffnet und so dafür gesorgt, dass auch die privaten Unternehmen ihren Platz finden können. Doch jetzt scheint sich das Blatt wieder zu wenden. Zwar dürfen die privaten Anbieter ihre Portfolios weiterhin anbieten, nur keine Werbung dafür machen. Und genau diese Entscheidung sorgt in Italien für große Diskussionen.

Staatliche Anbieter vom Werbeverbot ausgenommen

Auf die privaten Glücksspielanbieter in Italien kommen harte Zeiten zu. Wie eine Ankündigung der Lega Nord und der Fünf-Sterne-Bewegung mitteilt, soll die Werbung für Glücksspiel in Italien verboten werden. Mit einer Ausnahme: Den staatlichen Anbietern. Im Detail wird die Glücksspielwerbung im Fernsehen, Radio und bei sportlichen Veranstaltungen verboten. Die einzige Ausnahme bilden die gesamtstaatlichen Lotterien. Sollte ein Unternehmen gegen das Werbeverbot verstoßen, ist mit Strafen von mindestens 50.000 Euro zu rechnen. Durch diese hohen Strafen erhofft sich die Politik, dass die Anbieter die Ankündigung auch wirklich ernst nehmen.

Der italienische Arbeitsminister Luigi Di Maio, der wesentlich an der neuen Reform mitgearbeitet hatte, erklärte: „Wir sind das erste EU-Land, das Werbung für Glücksspiele verbietet. Wir stellen die Menschen in den Vordergrund. Wir sagen Schluss mit der Werbung für Glücksspiele, die viele Familien in den Ruin trieben.“

Hitzige Diskussionen ausgelöst

Mit der Reform hat die neue Regierung für große Diskussionen gesorgt. Insbesondere im Profisport. Bei einem Blick auf die erste Liga im Fußball in Italien fällt auf, dass hier zahlreiche Vereine von Wettanbietern gesponsert werden. Tatsächlich sind dies von 20 Mannschaften ganze Elf. Damit wird jetzt jedoch Schluss sein, denn natürlich ist auch diese Werbung vom Werbeverbot betroffen. Die Entscheidung dürfte den italienischen Fußball teuer zu stehen kommen, denn jährlich wandern aus den Kassen der Wettanbieter rund 120 Millionen Euro an die Proficlubs aus der Serie A. Experten halten es zudem für enorm fragwürdig, dass jegliche Werbung mit Ausnahme der Lotterien illegal sei. Der Grund: Wenn der Staat die Werbung für das Glücksspiel verbieten möchte, dann sollte dies natürlich für alle Teilnehmer des Marktes gelten. Aktuell mache die neue Reformation eher den Anschein, als wolle man hierdurch wieder mehr die Lotterien in den Vordergrund stellen.

Rechtlich ist das Werbeverbot ebenfalls noch nicht ganz auf sicheren Beinen unterwegs. Geprüft wird gerade von zahlreichen großen Unternehmen, ob der italienische Ansatz nicht gegen das europäische Recht auf Dienstleistungsfreiheit verstößt. Sollte dies der Fall sein, müsste die Reform wieder geändert werden. Allerdings wird darauf kaum einer der Glücksspielriesen warten wollen, denn eine Entscheidung vor Gericht kann sich über mehrere Jahre hinauszögern. Zeit, in der eigentlich bereits neue Spieler mit der Werbung hätten angesprochen werden sollen.

Glücksspielanbieter betrachten europäische Märkte mit Sorge

Italien ist damit in der jüngeren Vergangenheit ein weiteres Land, welches den Kampf gegen das Glücksspiel. Wenn auch mit sehr eigenwilligen Mitteln. Die Glücksspielanbieter betrachten die europäischen Märkte mittlerweile mit großem Argwohn, denn in vielen Fällen steht das Gerüst auf sehr, sehr wackeligen Beinen. In Deutschland kann schon seit Jahren keine einheitliche Regelung gefunden werden, in der Schweiz wird eine Netzsperre eingeführt, in Österreich wird diese zumindest ins Spiel gebracht. Die Zeiten sind also deutlich härter für die Glücksspielanbieter geworden, die sich jetzt etwas einfallen lassen müssen.

Trotz dieser etwas erdrückenden Nachrichten soll allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass die Glücksspielanbieter in den letzten Jahren in vielen Fällen sehr gute Zahlen geschrieben haben. Die staatlichen Lotterien wurden deutlich in den Hintergrund gedrängt und haben eine ganze Menge ihres Markanteils verloren. Gut möglich, dass sich einige Länder also auch deshalb „auf den Schlips getreten“ fühlen und möglichst forsch gegen die Glücksspielunternehmen vorgehen wollen. Wie es jetzt in Italien weitergeht, bleibt erst einmal abzuwarten. Immerhin gilt die neue Regierung als relativ wechsellustig und könnte ihren Kurs im Prinzip schon innerhalb kürzester Zeit wieder ändern. So wie unmittelbar nach der Wahl: Dort hat die Fünf-Sterne-Bewegung erklärt, dass man wohl doch nicht aus der EU austreten wolle. Vor der Wahl wurde allerdings genau mit diesem Argument Stimmenfang betrieben. Eventuell gibt es für die Spieler Italiens also noch Hoffnung.

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Bildquelle: GregMontani @ Pixabay