Irland: Verzocken sich die Iren bei der Glücksspielsteuer?

Irland genießt grundsätzlich den Ruf, bei den Steuern nicht allzu viel von Unternehmen und Privatpersonen zu verlangen und ist dementsprechend die Heimat zahlreicher Konzerne. Zumindest im Glücksspielbereich könnte sich die Lage jedoch bald ändern, denn hier plant die Regierung eine Erhöhung der Glücksspielsteuer. Das Problem: Das Land könnte sich hier böse verzocken, denn laut Berechnungen von Ökonomen sind die Ausgaben am Ende deutlich höher als die Einnahmen.

Professor der Universität Dublin sieht Probleme aufkommen

Um das aktuelle Kuriosum in Irland zu verstehen, muss zunächst ein Blick auf den Hintergrund des Ganzen geworfen werden. Hier steht die geplante Erhöhung der Glücksspielsteuer, der in den kommenden Tagen vom Parlament des Landes abgesegnet werden soll. Geplant ist, dass die Glücksspielsteuer von einem Prozent auf zwei Prozent erhöht wird – wohlgemerkt auf die Umsätze. Das wiederum bringt zahlreiche Unternehmen in Irland in die Bedrängnis und könnte laut den Berechnungen von Professor Anthony Foley von der Dublin City University zu großen Problemen führen. In Auftrag gegeben wurde die Studie von der Irish Bookmakers Association (IBA), welche sich für die Interessen der Glücksspielunternehmen im Land einsetzt.

Der Professor kritisiert, dass die Regierung Irlands viel zu schnell eine Steueranpassung bewilligt habe und dabei zu wenig Rücksicht auf mögliche negative Konsequenzen genommen worden sei. Das Fazit des Professors: Es kann passieren, dass die „Verluste die Gewinne übersteigen“ – und das offenbar nicht zu knapp.

Haushaltsloch von 35 Millionen Euro erwartet

Professor Foley erwartet untern Strich ein Haushaltsloch von rund 35 Millionen Euro, welches auf die Erhöhung der Glücksspielsteuer zurückzuführen sei. Doch wie kann das sein? Laut dem Experten liegen die Gründe vor allem darin, dass zahlreiche Unternehmen bei einer Steuererhöhung schließen müssten. In seiner Kalkulation rechnet der Professor zum Beispiel mit rund 400 Wettbüros, was fast der Hälfte der landbasierten Wettbüros in Irland entsprechen würde. Und die Auswirkungen könnten laut seinen Berechnungen massiv ausfallen. So seien mehr als 2.500 Arbeitsstellen bedroht, effektiv wären sogar zehntausende Iren davon betroffen. Diese Rechnung steht nun der Rechnung der Regierung gegenüber, welche durch die Steuererhöhung Einnahmen von rund 50 Millionen Euro anpeilt. Das Problem allerding ist in den Augen von Foley, dass die negativen Auswirkungen wie die Schließungen in diesen Berechnungen nicht mit eingeflossen sind.

Die Regierung hat sich bisher noch nicht zu den Ergebnissen der Studie geäußert, unklar ist, ob sie es überhaupt tun wird. Die Zeit allerdings rennt, denn schon in wenigen Tagen wird im Parlament darüber abgestimmt, ob die Steuererhöhung tatsächlich umgesetzt wird. In diesem Zusammenhang hatte der IBA-Vorsitzende Sharon Byrne in einem Interview kürzlich gesagt: „Unser Geschäft zeichnet sich durch sehr niedrige Margen aus. Jede Änderung unserer Kostenbasis könnte katastrophal sein, insbesondere für die kleineren Betreiber. Wir hoffen, dass Finanzminister Paschal Donohoe einsieht, dass die Steuer fehlerhaft ist. Sie ist eine Tragödie und unhaltbar. Er könnte eine Änderung in Betracht ziehen und eine angemessen Steuer einführen.“

Unternehmen setzen sich zur Wehr

Neben der IBA, die sich für die generellen Bedürfnisse der Branche einsetzt, wehren sich natürlich auch die einzelnen Unternehmen gegen die geplante Steueranpassung. So wurde bekanntgegeben, dass landesweit halbtätige Schließungen durchgeführt werden, um gegen die Steuererhöhung zu demonstrieren. Darüber hinaus erklärten bereits mehrere große Glücksspielunternehmen, dass sie mit allen möglichen Mitteln gegen die Pläne vorgehen wollen. So etwa Boylesports, einer der größten Anbieter des Landes. Hier erklärte ein Unternehmenssprecher: „Wir setzen uns dafür ein, dass die Regierung und alle maßgeblichen Behörden die Auswirkungen dieser schlecht überlegten Politik auf den Sektor, unser Unternehmen und unsere Familien verstehen. Wir werden alle verfügbaren Maßnahmen ergreifen, um unser Geschäft, unsere Branche und vor allem die Beschäftigung all unserer Mitarbeiter zu sichern.“

Nichtdestotrotz sind die Auswirkungen der Ankündigung bereits jetzt spürbar und spiegeln sich vor allem auf den Aktienmärkten wider. Marktführer Paddy Power Betfair musste zum Beispiel einen Absturz der Kurse in Höhe von sieben Prozent in Kauf nehmen. Einfach wird der Kampf für die britischen Glücksspielanbieter also auf keinen Fall.

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Bildquelle: Christian_Birkholz @ Pixabay