Irland: Regierung möchte Maximaleinsätze an Spielautomaten erhöhen

Eigentlich sind wir es gewohnt, dass sich Regierungen und politische Kräfte im Bereich des Glücksspiels eher gegen eine Ausbreitung einsetzen. In der Vergangenheit zum Beispiel wurden die maximalen Einsätze in England an den Fixed Odds Betting Terminals begrenzt, was für einen enormen Umsatzrückgang in der Branche sorgt. In Irland möchte die Regierung jetzt genau den entgegengesetzten Weg einschlagen. Hier fordert das Justizministerium offenbar eine Erhöhung der Maximaleinsätze an den Spielautomaten.

Von 0,03 Euro hoch auf fünf Euro pro Runde

Wie in anderen Ländern auch, ist das Glücksspiel in Irland streng geregelt. Bereits seit 1956 existiert hier der sogenannte Gaming and Lottery Act, der unter anderem auch die Einsätze und Auszahlungslimits von Spielautomaten regelt. In dem mehr als 60 Jahre alten Gesetz ist festgeschrieben, dass pro Spielrunde an einem Automaten nur maximal 0,03 Euro eingesetzt werden können. Das Auszahlungslimit pro Spielrunde liegt demnach bei 0,50 Euro. Jetzt sollen diese Einsätze und Limits allerdings angepasst werden. So schlug Justizminister Charlie Flanagan in dieser Woche vor, die Einsätze auf bis zu fünf Euro pro Spielrunde anzuheben. Zusätzlich dazu solle in diesem Zusammenhang auch das Auszahlungslimit angepasst werden – und auf satte 500 Euro steigen.

Die irische Regierung schlägt damit eine Richtung ein, die komplett entgegengesetzt zu den sonstigen Ideen der Politik verläuft. Im Nachbarland Großbritannien etwa hatte sich die Politik jüngst erst dazu entschieden, die Einsätze im stationären Betrieb zu verringern. Konnten Spieler an den sogenannten Fixed Odds Betting Terminals lange Zeit Einsätze von bis zu 100 Pfund pro Spielrunde platzieren, wurde dieser auf nur noch zwei Pfund pro Runde begrenzt. Die Folgen für die Branche: Umsatzrückgänge und Entlassungen im Zuge von Schließungen. Ein Szenario, welches in Irland ganz offensichtlich nicht droht.

Spielerschützer fordern Regierung zu klareren Aussagen auf

Während die Vorschläge vom Justizminister vor allem bei Spielern und der Branche für Freude sorgen dürften, kritisieren Spielerschützer die Ungenauigkeit der Aussagen. So gab Barry Grant als Vorsitzender der Organisation Problem Gambling an, dass man an einigen Spielautomaten mit bis zu 50 Gewinnlinien spielen könne. Es müsse daher unbedingt genau definiert werden, ob der maximale Einsatz pro Gerät oder pro Gewinnlinie gelte. Für den Spieler mache das aber einen enormen Unterschied, immerhin würde bei einem Einsatz von fünf Euro pro Gewinnlinie und 50 Gewinnlinien ein Gesamteinsatz von 250 Euro pro Runde möglich sein. Grant dazu: „Mein Gefühl sagt, dass das Justizministerium hierbei der Entwicklung hinterherhinkt, dass sie an Spielautomaten im altmodischen Sinne denken, zum Beispiel Einarmige Banditen, bei denen man zieht und seinen Gewinn erhält. Aber sie haben sich weiterentwickelt. Sie haben einen Bildschirm vor sich und bis zu 50 verschiedene Linien, auf denen gewonnen werden kann. Wenn jede Linie als Einzelwette zählen sollte, können Sie alle sechs Sekunden bis zu 250 Euro einsetzen. Das ist ein großer Unterschied.“

Bereits jetzt kritisieren Spielerschützer immer wieder einzelne Bestandteile im irischen Glücksspielgesetz. So sind die Online Casinos zum Beispiel erst 72 Stunden nach einer Anmeldung verpflichtet dazu, die Identität der Spieler zu überprüfen. In dieser Zeit könne man aber enorme Geldsummen verlieren, weshalb sich die Spielerschützer für einen kürzeren Zeitraum einsetzen. In den kommenden Monaten könnte der Gesprächsbedarf sogar noch weiter steigen. Wie die Regierung mitteilte, wolle man das gesamte Glücksspielgesetz des Landes reformieren. Angesichts der bisherigen Hinweise scheint dies eine Reform zugunsten der Branche zu werden.

Wird der lockere Umgang zum Problem?

Ganz unberechtigt scheint die Kritik der Glücksspielgegner an den Plänen des Justizministeriums nicht. Immerhin gelten die Iren durchaus als spielerfreudiges Volk, in welchem die Anzahl der Problemspieler in den letzten Jahren stetig gestiegen ist. 2011 waren es laut Angaben des irischen Gesundheitsdienstes offiziell noch 181 Spieler, die sich wegen ihres problematischen Spielverhaltens behandeln ließen. Im Jahr 2018 wurde die Zahl auf 257 Problemspieler erhöht– ein Rekordstand für das Land. Kritisch betrachtet wird in diesem Zusammenhang von vielen Experten auch immer wieder, dass keine ausreichende Gesundheitsfürsorge für Problemspieler vorhanden sei. Die Behandlung sei so schwierig und letztendlich auch nicht von dem Erfolg gekrönt, den man sich eigentlich wünschen würde.

Für die irischen Behörden dürfte die Neuformierung des Glücksspielgesetzes zu einer großen Herausforderung werden. Die Branche ist ein wichtiger Antreiber der Wirtschaft. Nicht zuletzt aufgrund der verhältnismäßig geringen Steuerkosten lassen sich Unternehmen gerne in Irland nieder. Das alles kann durch eine zu strenge Regulierung aber wertlos werden. Andererseits müssen die Politiker die Entwicklungen innerhalb der Gesellschaft natürlich ernst nehmen. Andernfalls könnte sich das Glücksspielverhalten der Bürger künftig zu einem noch größeren Problem entwickeln. Man darf also gespannt sein, in welchen Formen die Änderungen in den kommenden Monaten verabschiedet werden und welche Auswirkungen diese letztendlich auf die Branche haben. Hoffnungen, dass die Branche noch lockerer reguliert wird als jetzt, scheinen jedenfalls nicht ganz unbegründet.

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