Hessen: Studie zum Spielerschutz in Spielhallen durchgeführt

Wie in allen Bundesländern, gibt es auch in Hessen zahlreiche Spielhallen. Die wiederum waren jetzt Teil einer Repräsentativuntersuchung, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung durchgeführt wurde. Und ans Tageslicht gekommen sind dabei einige interessante Ergebnisse.

13.000 Menschen in Hessen sind abhängig vom Glücksspiel

Im Zuge der Repräsentativuntersuchung hat die Hessische Landessstelle für Suchtfragen errechnet, dass im Bundesland rund 24.000 Menschen mit einem problematischen Glücksspielverhalten zu tun haben. Ganze 13.000 Menschen gelten nach den Ergebnissen der Landessstelle als glücksspielabhängig. Diese Zahlen sind durchaus hoch, weshalb bereits im Jahre 2014 in Hessen reagiert wurde. Damals wurde das sogenannte OASIS-Programm eingeführt. Ein Programm, mit dem die Spielhallen landesweit online den Status eines Gastes abrufen können. Anders gesagt: Mit nur einem Klick können Sperren für das gesamte Bundesland ausgesprochen werden.

Die Sperren können von den Spielern selbst ausgesprochen werden, aber auch vom Personal in den Spielhallen. Sollten die Spielhallenbetreiber eine Person mit Hilfe des OASIS-Programms identifizieren, die eigentlich gesperrt ist, müssen sie ihr den Zutritt verweigern. Der hessische Minister für Soziales und Integration erklärte: „Unsere Regelungen zum Spielerschutz sind erfolgreich, aber wir dürfen nicht nachlassen, Schutzmechanismen gegen diese Sucht auszubauen. Und die Ergebnisse zeigen, dass das Spielhallenpersonal sensibilisiert und besser geschult werden muss.“ Aktuell sind in der OASIS-Datei in Hessen rund 16.300 Spieler vermerkt.

Studie prüft die Wirksamkeit des OASIS-Programms

Nach gut vier Jahren im Einsatz wurde die Wirksamkeit des Programms nun in der angesprochenen Studie untersucht. Durchgeführt wurde die Studie von Prof. Dr. Gerhard Meyer vom Institut für Psychologie und Kognitionsforschung an der Universität Bremen. In Auftrag gegeben wurde die Studie vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung. Finanziert wurde die Studie vom Bundesland Hessen, was rund 400.000 Euro für die Studie aufbrachte. Und was sind die Ergebnisse?

Erst einmal eine ganze Menge Gutes. So hat die Studie ergeben, dass OASIS genau dort zum Einsatz kommt, wo es auch benötigt wird. Die Spieler mit Suchtproblemen fühlen sich also angesprochen und scheinen das Programm auch gut aufzunehmen. Hauptsächlich, so die Studie, sind in der OASIS-Datei männliche Spieler erfasst. Diese stellen rund 88 Prozent aller Erfassten. 47 Prozent der gesperrten Spieler besitzen demnach zudem einen Migrationshintergrund. Besonders interessant: Nur in einem Prozent der Fälle ist für den Eintrag in der Datei eine Spielhalle verantwortlich gewesen. In 99 Prozent aller Fälle sprachen sich die Spieler selbst eine Sperre aus. Gesperrte Spieler wurden im Rahmen der Studie auch befragt und erklärten demnach, dass sie die eigenen Sperren als überwiegend positiv wahrnehmen würden.

Spielhallenpersonal muss besser geschult werden

Dass nur ein Prozent der Gesperrten vom Spielhallenpersonal gesperrt wurde, zeichnet nicht das allerbeste Bild. In der Tat ergab die Studie, dass die Angestellten in den Spielbanken deutlich besser geschult werden müssen. Erfreulich ist, dass bei vier von fünf Zutrittsversuchen eine Einlasskontrolle durchgeführt wurde. Dennoch konnte fast ein Drittel der gesperrten Spieler an den Spielautomaten spielen. Ebenfalls fragwürdig ist die Tatsache, dass das Personal nur in sieben Prozent der Fälle korrekt auf das Spielverhalten der Testpersonen reagierte. Das Ergebnis der Studie ist somit ziemlich eindeutig: Das Spielhallenpersonal muss besser geschult werden, grundsätzlich leistet das OASIS-System aber zuverlässig seinen Dienst. Gut möglich, dass künftig über eine bundesweite Einführung einer solchen Sperrdatei nachgedacht wird.

Gleichzeitig erklärten die Verantwortlichen des Programms, dass man dieses in Zukunft noch weiter ausbauen wolle. Eingeführt werden soll in diesem Zusammenhang eine Spielerkarte, die personengebunden und nicht übertragbar ist. Damit die Kunden in der Spielhalle spielen können, müssen sie die Karte in den Automaten schieben. So soll die Identität der Spielhallenbesucher eindeutig festgestellt werden können. Ebenfalls erwähnt wird, dass über ein Verbot von Geldspielautomaten im Gastronomie-Bereich nachgedacht werden sollte. Auf diese Art und Weise könnten den gesperrten Spielern die Ausweichmöglichkeiten genommen werden. Dieser Einschnitt wäre allerdings drastisch und dürfte auf großen Widerstand stoßen.

Wie sieht der Spielerschutz online aus?

Nicht berücksichtigt wurden in der Studie die Angebote, die von den Spielern online in Anspruch genommen werden können. Der Spielerschutz wird bei seriösen Anbietern im Internet aber ebenfalls groß geschrieben. Eigentlich überall besteht die Möglichkeit, sich eine Kontosperre einzurichten und diese zum Beispiel für eine Woche, einen Monat oder noch länger zu aktivieren. Darüber hinaus können auch gewisse Limits für die Einzahlungen festgelegt werden. Überwacht und kontrolliert wird die Einhaltung der Vorgaben zum Spielerschutz durch die jeweilige Lizenzierungsbehörde des Anbieters. In der Vergangenheit kam es durchaus schon zu Strafzahlungen, wenn sich ein Unternehmen nicht an die Vorgaben der zuständigen Behörde gehalten hat. Derartige Strafen fallen in der Regel enorm hoch aus, um für andere Unternehmen eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Jeder Spieler hat online zudem natürlich jederzeit die Möglichkeit, sein Spielerkonto ganz zu schließen.

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Bildquelle: zikiline @ Pixabay