GVC Holdings: Konzern drosselt Werbemaßnahmen

Seit geraumer Zeit toben in Großbritannien Diskussionen darüber, ob es die Glücksspielunternehmen mit ihren Werbemaßnahmen nicht etwas zu gut meinen. Bereits mehrfach wurde in der Politik ein partielles Werbeverbot besprochen und sogar teilweise umgesetzt, nachdem die Konzern es selbst versäumt hatten, eigene Konzepte für ein besseres Werbeumfeld vorzulegen. Dass aber auch die Glücksspielbranche an diesem Thema zu knabbern hat, zeigt aktuell der Glücksspielriese von GVC Holding. Der börsennotierte Konzern möchte die Werbemaßnahmen in Großbritannien nämlich deutlich drosseln und schlägt damit einen überraschenden Weg ein.

Konkurrenz zwingt die Unternehmen zur Werbung

Während sich die Glücksspielwerbung im deutschen Fernsehen noch in einem kleinen Umfang entdecken lässt, sieht dies in Großbritannien ganz anders aus. Über den Tag verteilt laufen hier zahlreiche Werbeeinblendungen von Glücksspielunternehmen, die auf diese Art und Weise um Kundschaft buhlen – und das müssen sie auch. Vergleicht man den britischen Glücksspielmarkt mit dem Deutschen, sind die Briten der Bundesrepublik um Längen voraus. Und es gibt zahlreiche Anbieter, die hier mit ihren Angeboten angesteuert werden können. Damit sich diese aber auch einen Namen machen können, investieren die Konzerne kräftig in Werbung. Und das geht vielen Briten offenbar auf die Nerven. Bereits mehrfach mussten sich Gambling Commission und Politik mit Beschwerden von Zuschauern beschäftigen, die sich über die Häufigkeit und den Umfang der Glücksspielwerbung ausgelassen haben.

Und jetzt sorgt ausgerechnet einer der größten Glücksspielkonzerne für überraschende Meldungen. Der Branchen-Gigant der GVC Holdings möchte das verantwortungsbewusste Spiel in Großbritannien künftig besser unterstützen und in diesem Zusammenhang darauf verzichten, Werbespots in Verbindung mit Sportveranstaltungen zu zeigen. Wie der Konzern mitteilte, soll diese Entscheidung unabhängig von der jeweiligen Sportart oder der Uhrzeit gelten. Heißt: Auch zu späteren Zeiten sollen keine derartigen Werbemaßnahmen mehr gezeigt werden. Bislang galten mögliche Sperren immer nur bis in die frühen Abendstunden – also bis zu der Zeit, bis Kinder und Jugendliche vermeintlich den Weg ins Bett finden.

Andere Anbieter sollen gleichziehen

Zumindest eine kleine Hintertür wollte sich der Konzern allerdings noch offenhalten und so erklärte die GVC Holdings, dass lediglich bei den Pferderennen noch weitere Werbemaßnahmen der hauseigenen Marken Coral und Ladbrokes zu sehen sein werden. Unabhängig davon betonte GVC-CEO Kenny Alexander, dass man es mit der Umsetzung erst meine. Gleichzeitig forderte der Geschäftsführer andere Anbieter der Branche auf, es GVC gleich zu tun. Im Detail erklärte Alexander: „Obwohl ein Großteil unserer Kunden verantwortungsbewusst spielt, ist es höchste Zeit, dass die Branche mehr dafür tut, um Kunden vor potenziellem Schaden zu bewahren. Als das größte Glücksspielunternehmen Großbritanniens und Eigentümer von Ladbrokes und Coral werden von GVC genau dies tun. Ich fordere andere führende Anbieter auf, uns dabei zu helfen, die Ausstrahlung der TV-Werbung für Sportwetten zu jeder Tageszeit zu beenden.“

Damit allein soll es in den Augen von Alexander aber noch nicht getan sein. Stattdessen erklärt der GVC-CEO, dass man sich durchaus auch vorstellen könne, in anderen Bereichen ein paar Schritte zurückzugehen. So etwa beim Sponsoring der britischen Fußball-Clubs. Alexander erklärt, dass das Verschwinden der Glücksspiel-Logos von den Trikots dazu beitragen würde, dass die Fans auch ohne eine Verbindung zum Glücksspiel die Sportveranstaltungen verfolgen könnten. Obwohl es sich also um enorm hilfreiche und innovative Schritte des Konzerns handelt, erklären einige Kritiker, dass GVC hiermit lediglich einem staatlichen Werbeverbot vorgreifen wolle. Genau das wurde nämlich in jüngerer Vergangenheit immer wieder diskutiert.

Künftig größere Investitionen in den Spielerschutz

Allerdings: GVC fokussiert sich momentan keinesfalls nur auf die eigene Werbung, sondern hat bereits Anfang des Jahres die Kampagne „Changing for the Bettor“ gegründet. Hierbei handelt es sich um eine Spielerschutzkampagne, mit der GVC den Umfang seiner Spielerschutzmaßnahmen deutlich ausweiten möchte. Aktuell investiert der Konzern rund 0,1 Prozent seines Umsatzes in diesen Bereich, bis 2022 soll dieser Anteil auf ein Prozent angehoben werden. Aufgebracht werden soll das Kapital dann zum Beispiel für die Forschung im Bereich einer Suchbehandlung und Bekämpfung oder der Aufklärung der Spieler. Ebenso soll die Initiative dazu beitragen, dass künftig noch besser geschützte Glücksspieltechnologien genutzt werden können. Dies soll nicht nur die Sicherheit bei den Unternehmen betreffen. Sondern vor allem auch den Schutz der Spieler. Alle Menschen mit einem problematischen Spielverhalten sollen so zum Beispiel Zugriff auf die GamBan-Software bekommen, mit der Glücksspiel-Angebote von allen Endgeräten wie Computern, Tablets oder Smartphones ferngehalten werden können.

Bei der Konkurrenz dürften die Schritte von GVC zum einen für großes Erstaunen sorgen, zum anderen aber auch für Unbehagen. Die Werbung ist eines der wichtigsten, wenn nicht sogar das wichtigste Instrument bei der Kundengewinnung und wäre damit vollkommen wirkungslos. Ein cleverer Schachzug aber vom Glücksspielriesen, hier als erstes Unternehmen den Schritt zu machen. Immerhin kann genau dieser Umstand aktuell hervorragend für die eigene Darstellung genutzt werden.

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