Großbritannien: Reguliert sich der Markt ins Aus?

Geht es um die Glücksspielregulierung, kann die britische Gambling Commission als „harter Hund“ bezeichnet werden. Bereits seit gut zwölf Jahren ist die Behörde für die Glücksspielanbieter in Großbritannien zuständig und musste speziell in den letzten Jahren verstärkt eingreifen. Die stetigen Gesetzesverschärfungen machen den Markt offenbar zunehmend unattraktiv für die Unternehmen. Mit der Co-Gaming Limited zieht sich ein prominenter Anbieter jetzt gleich mit mehreren Marken vom britischen Markt zurück. Ein Warnschuss?

Co-Gaming Limited: Keine Lust mehr auf Großbritannien

Seit 2007 ist die britische Gambling Commission als offizielle Glücksspielbehörde von Großbritannien aktiv. In den letzten Jahren haben immer mehr Anbieter eine Lizenz der Behörde erhalten, so dass diese zunehmend regulierendeingreifen musste. Nicht nur aufgrund eigener Wünsche, sondern auch auf hohen Druck von Politikern, Glücksspielgegnern und Verbraucherschützern. Die Regeln für die Branche wurden zunehmend verschärft und die Unternehmen so immer mehr unter Druck gesetzt. Für einige Konzerne scheint sich der britische Markt jetzt schon nicht mehr zu lohnen. Die Konkurrenz ist so groß wie auf kaum einem anderen Markt, gleichzeitig wird der Ertrag durch die Regulierung der Behörden immer stärker gedrückt.

Das wiederum führt die Co-Gaming Limited, ein enorm renommiertes Unternehmen, jetzt dazu, sich vom britischen Markt zurückzuziehen. Ein echter Paukenschlag. Der Konzern, hinter dem mit der schwedischen Cherry AB ein börsennotiertes Unternehmen steht, hat bisher noch keinerlei Probleme mit der britischen Behörde gehabt. Aus diesem Grund kommt der freiwillige Rückzug enorm überraschend.

Ab Ende September gleich dreifach verschwunden

Unter der Co-Gaming Limited hat der Mutterkonzern aus Schweden gleich drei Online Casinos in Großbritannien zur Verfügung gestellt. Allesamt mit einer Lizenz der Gambling Commission ausgestattet. Künftig werden sich alle drei Marken vom Markt verabschieden. Ende September möchte der Konzern seinen Dienst hier vollständig einstellen, schon ab dem 24. September sollen keine Anmeldungen und Einzahlungen mehr möglich sein. Ebenso teilte der Konzern mit, dass am 27. September alle aktiven Spielerkonten gelöscht werden. Britische Spieler sollten demnach die Chance nutzen und mögliche Gelder auf dem Spielerkonto jetzt auszahlen.

Lachene Merzoug, der Geschäftsführer von ComeOn, einem der betroffenen Unternehmen, erklärte in einem Statement, weshalb man sich zu diesem Schritt entschieden hat: „Großbritannien ist ein sehr reifer und hart umkämpfter Markt und die finanziellen Risiken sind groß. Wir sind zwar nie mit den Vorgaben in Konflikt geraten, aber wir haben die großen Geldstrafen für Konkurrenten gesehen, wodurch eine starke Unsicherheit verbreitet wird.“ Ebenso ergänzt der Geschäftsführer, dass man künftig den Fokus auf andere Länder legen wolle, da die Lizenz der UKGC an Bedeutung verloren habe. „Gleichzeitig hat die britische Lizenz ihren symbolischen Wert verloren. Früher musste man beinahe eine haben, um als glaubwürdiges Unternehmen zu gelten. Heute jedoch haben wir Lizenzen in vielen europäischen Ländern. Da Großbritannien für uns ohnehin kein großer Markt war, wird der Fokus künftig auf andere Länder gelegt“, so Merzoug.

Geht der große Rückzug los?

Den Rückzug der Co-Gaming Limited vom britischen Markt darf man durchaus als kräftigen Warnschuss verstehen. Ganz besonders auch deshalb, weil es sich bei diesem Unternehmen nicht um den einzigen Multi-Marken-Vertreter der britischen Branche handelt, der in den letzten Tagen seinen Rückzug eingeläutet hat. Auch die Dumarca Gaming Limited, ebenfalls für mehrere Angebote in Großbritannien zuständig (z.B. VeraJohn oder das InterCasino), hat vor wenigen Tagen erklärt, dass man den Betrieb auf dem dortigen Markt einstellen würde. Für die britische Glücksspielbehörde ergibt sich so mittlerweile immer mehr eine wirklich gefährliche Ausgangslage. Die Unternehmen sind im Wesentlichen für die Finanzierung der Behörde zuständig, da zahlreiche Abgaben erhoben werden. Gleichzeitig unterstützen die Anbieter soziale Projekte und sind nicht zuletzt Arbeitgeber für mehrere Tausend Menschen.

Sollte die Branche „der Insel“ jetzt mehr und mehr den Rücken zukehren, dürfte das ein großes Loch in die Haushaltskasse der Briten reißen. Die andauernden Trendwechsel rund um die Brexit-Debatte sind da natürlich keine echte Hilfe. Wohin es die Anbieter stattdessen verschlagen könnte, scheint sich zumindest im Falle der Co-Gaming Limited bereits abzuzeichnen. Der Anbieter erklärte jüngst, dass man künftig einen großen Fokus auf Skandinavien legen wolle, gleichzeitig soll offenbar auch Deutschland eine wichtige Rolle spielen. Die Voraussetzung in der Bundesrepublik muss hierfür allerdings erst noch geschaffen werden: Eine regionale oder bundesweite Regulierung des Online Glückspiels. Gute Chancen hat die Co-Gaming Limited auf eine Lizenz dann aber in jedem Fall. Noch bis vor wenigen Monaten war der Konzern zum Beispiel Besitzer einer Schleswig-Holstein-Lizenz. Welche Anforderungen auf dem deutschen Markt beachtet werden müssen, weiß der Konzern also bereits.

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