Großbritannien: Neuregulierung des Glücksspielgesetzes wird diskutiert

Erst am vergangenen Donnerstag hat der britische Glücksspielverband Betting and Gaming Council (BGC) eine erste, erfreuliche Zwischenbilanz bezüglich seines 10-Punkte-Plans für einen verbesserten Schutz vor Glücksspielsucht während der Corona-Krise gezogen. So konnte der BGC mitteilen, dass sich viele Unternehmen ihrer Verantwortung bewusst sind. Unter anderem wurden mit Betfair und PokerStars stellvertretend zwei Größen der Branche genannt, die wie viele weitere Mitglieder des BGC im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit mehr als doppelt so oft mit entsprechenden Botschaften an ihre Kunden appelliert haben.

Laut BGC haben sich viele Unternehmen auch explizit um Kunden mit einem problematischen oder zumindest auffälligem Spielverhalten angenommen. Die Anzahl der Kontaktaufnahmen zu Spielern aus dieser Kategorie habe sich in den vergangenen Monaten um rund 25 Prozent erhöht. Darauf basierend blickt der BGC positiv in die Zukunft und auch auf die Erarbeitung noch besserer Standards mit der Politik. Zugleich warnte der BGC aber auch davor, dass neue Regelungen zu strikt gestaltet werden und im Zuge dessen die lizenzierten Glücksspielanbieter Kunden an illegale oder im Graubereich operierende Unternehmen verlieren könnten. Maßnahmen wie Einzahlungs- und Einsatzlimits werden in diesem Zusammenhang besonders kritisch gesehen.

Aktuelles Glücksspielgesetz stammt aus dem Jahr 2005

Und genau um Punkte wie diese soll es laut einem Bericht der britischen Tageszeitung „The Guardian vom 4. Dezember  ab dem kommenden Montag gehen, wenn Beamte des Ministeriums für Digitales, Kultur, Medien und Sport konkret mit einer umfassenden Überprüfung des aktuell gültigen Glücksspielgesetzes beginnen sollen. Schon lange geplant und erwartet könnte eine Überprüfung und im Zuge dessen auch wahrscheinliche Anpassung der Gesetze für den gesamten Markt zu einer Zäsur werden. Denn als nicht unwahrscheinlich schätzen es Experten ein, dass große Teile im Jahr 2005 noch unter Tony Blair verabschiedeten Glücksspielgesetzes außer Kraft gesetzt oder modifiziert werden.

Die Überprüfung soll von Sportminister Nigel Huddleston überwacht werden, aber auch Premierminister Boris Johnson wird ein gesteigertes Interesse an der Thematik nachgesagt, für die erste Überlegungen längst durchgesickert sind. Unter anderem wird diskutiert, ob die Limits für Glücksspieleinsätze im Internet von 100 auf nur noch zwei GBP reduziert werden sollen. Schon bevor überhaupt Einsätze getätigt werden können, soll eine genauere Überprüfung der Bonität jedes einzelnen Kunden erfolgen, womit die Gefahr eingedämmt werden soll, dass gefährdete Personen mit Einsätzen spielen, die die vorhandenen finanziellen Möglichkeiten übersteigen.

Kampf gegen den nicht regulierten Markt als gemeinsamer Nenner

Angedacht ist darüber hinaus auch ein System, mit dem potentielle neue Glücksspiele vor einer Markteinführung detaillierter als bislang getestet werden können. Schließlich steht auch die derzeit weit verbreitete Werbung für Sportwetten und Casinos auf dem Prüfstand. Insbesondere das Sport-Sponsoring soll eingedämmt werden. Aber auch Werbeangebote wie Boni für neue Kunden oder Vielspieler sowie VIP-Programme und/oder Gratis-Wetten sollen auf ihre Vereinbarkeit mit dem vorhandenen Ziel der Spielsuchtprävention gecheckt werden.

Ein wesentlicher Punkt, mit dem die Politik und der BGC auf einer Wellenlänge liegen, sind stringentere Konzepte im Kampf gegen den nicht regulierten Markt, der freilich just zum Profiteur werden könnte, wenn neue Maßnahmen und Regulierungen nicht die passende Balance aufweisen. Schnellschüsse sind auch deshalb weniger zu erwarten als heiße und möglicherweise auch länger andauernde Diskussionen zwischen sämtlichen Interessensparteien – mit einem derzeit völlig offen erscheinenden Ausgang.

Du möchtest online spielen? Dann besuche jetzt das Wunderino Casino, das Hyperino Casino oder das LeoVegas Casino!