Großbritannien: Anbieter setzen Glücksspielwerbeverbot bei Live-Events um

In Großbritannien wird im Jahr 2019 eine große Änderung auf die Glücksspiel-Fans zukommen. Die Glücksspielunternehmen des Landes haben sich nämlich dazu verpflichtet, erst einmal keine Werbung mehr bei sportlichen Live-Übertragungen auszustrahlen. Das hat vor allem ernste regulatorische Hintergründe, denn die britische Politik hat bereits mit einem Werbeverbot gedroht. Nun greift die Branche also förmlich noch einmal nach dem „letzten Strohhalm“, um hier einer gesetzlichen Werbeblockade aus dem Weg zu gehen.

„Wenn der Spaß aufhört, hör auf“

Noch immer genießen die britischen Glücksspielunternehmen auf dem heimischen Markt eine gewisse Freiheit und dürfen trotz recht strenger Regularien weitestgehend unbehelligt ihre Dienste vollführen. Das wird sich jetzt aber ändern, denn in Zukunft dürfen die Glücksspielunternehmen keine Werbung mehr während sportlicher Live-Übertragungen ausstrahlen. Lange wurde über diesen Punkt diskutiert, nachdem die Werbemaßnahmen der Glücksspielunternehmen „auf der Insel“ Überhand genommen hatten. Die Politik drohte bereits mit einem Werbeverbot, ehe die Glücksspielbranche mit der Kampagne: „Wenn der Spaß aufhört, hör auf“ noch einmal auf die Gefahren durch Glücksspiele hinwies. Die eigene Beschränkung ist dabei vermutlich die letzten Möglichkeit, einer gesetzlichen Werbeblockade aus dem Weg zu gehen. Bereits vor einigen Monaten riefen Branchenvertreter dazu auf, eine Selbstregulierung durchzuführen. Diese wird jetzt ganz offenbar umgesetzt.

Speziell in Großbritannien ist die Lage auf dem Glücksspielmarkt auf Grund zahlreicher Jahre ohne echte Regulierung und Kontrolle durchaus problematisch. So werden rund 430.000 Personen als problematische Spieler eingeschätzt, die ihr Spielverhalten nicht unter Kontrolle haben. Rund zwei Millionen Briten gelten zudem als gefährdet. Besonders kritisch sehen Politiker und Aktivisten die Tatsache, dass auch zahlreiche Kinder und Jugendliche gefährdet sind. Schätzungen von Experten zufolge sollen bereits mehr als 50.000 Jugendliche unter 17 Jahren unter Glücksspielproblemen leiden.

Positives Feedback aus der Politik

Angesichts der freiwilligen Selbstregulierung der Branche, die von den meisten großen Glücksspielunternehmen sogar befürwortet wird, gab es auch aus den Reihen der Politik ein positives Feedback. So erklärte Tom Watson als stellvertretender Vorsitzender der Labour Party auf Twitter: „Mit mehr als 430.000 problematischen Spielern im Land, darunter viele Kinder, ist ein kritischer Stand erreicht.“ Gleichzeitig lobte Watson aber auch die Glücksspielbranche und erklärte, dass er „sehr erfreut“ darüber sei, dass diese nun ein freiwilliges Werbeverbot umsetzen wolle.

Wie horrend die Maßnahmen der Glücksspielunternehmen in den letzten Monaten und Jahren waren, zeigt ein einfacher Blick auf das sportliche Aushängeschild des Landes: Den Fußball. Mehr als 50 Prozent aller Clubs in England im professionellen Sport tragen die Werbung von Glücksspielunternehmen auf ihren Trikots, gleichzeitig wurden während der WM 2018 in Russland insgesamt mehr als 90 Minuten durchgängig Werbung für Glücksspielunternehmen gezeigt. Fortan soll das also eingebunden werden, wobei nicht alle sportlichen Events betroffen sind. Pferderennen zum Beispiel sind hiervon ausgenommen, wobei sich diese auf Grund der kurzen Dauer ohnehin nur bedingt für Werbemaßnahmen eignen. Darüber hinaus darf aber auch ab 21 Uhr ganz regulär bei allen anderen sportlichen Events geworben werden. Durch diese Zeitschranke soll vor allem verhindert werden, dass Kinder und Jugendliche von der Werbung beeinflusst werden.

Druck der Behörden wurde immens

Eingereicht wurde der Vorschlag zur Eindämmung der Werbung von der Remote Gambling Association (RGA), die als Branchenverband bezeichnet werden kann. Diese erklärte, dass die Werbemaßnahmen der Glücksspielunternehmen jedes Jahr geprüft werden und dementsprechend für 2019 der genannte Vorschlag unterbreitet werden könnte. Dem vorausgegangen waren allerdings bereits Absprachen mit der britischen Gambling Commission. Diese erklärte im Rahmen des Werbeverbots, dass jede Maßnahme begrüßt werde, mit der die „Bedenken der Öffentlichkeit hinsichtlich der Werbung für Glücksspiel“ ausgeräumt werden können. Weiter heißt es: „Im November haben wir die oberste Führung aus über 100 Glücksspielunternehmen zusammengebracht. Unser Ziel war zu sehen, wie die Branche zusammenarbeiten kann, um das Spiel fairer und sicherer zu machen – und zwar im Bezug darauf, wie sie ihre Werbung vertreiben. Wir freuen uns, die Pläne der Branche zu erfahren.“

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