Glücksspielwerbung: Doch kein Verbot für Trikots in der Premier League?

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In Großbritannien toben seit Monaten heiße Debatten um die Werbebeschränkungen für die Glücksspielbranche. Eine überraschende Position hat dabei jetzt der neue Chef der höchsten englischen Fußball-Liga, der Premier League, eingenommen. Richard Masters gab jüngst bekannt, dass er kein Verbot für die Glücksspielwerbung auf den Trikos anstrebe. Genau das wird allerdings von verschiedenen Kritikern seit geraumer Zeit gefordert.

Lange Tradition als Grund für Ablehnung des Verbots?

An jedem Spieltag in der britischen Premier League sind unzählige Zuschauer vor den Bildschirmen. Nicht nu Erwachsene, sondern auch Kinder und Jugendliche. Auch aus diesem Grund fordern seit einiger Zeit Politiker und Glücksspielkritiker, dass die Glücksspielunternehmen keine Werbung mehr auf den Trikots der Vereine zeigen dürfen. In diesem Zusammenhang überraschte nun der neue CEO der Premier League, Richard Masters mit seiner Einstellung, dass die Trikotwerbung nicht verboten werden sollte. Masters erkkärte zum Beispiel gegenüber „ITV-News“, dass es zwischen dem Fußball und den Wettanbietern eine lange Tradition geben würde. Zudem würden sich die Premier League und ihre Clubs jederzeit an die Regularien und Regeln halten, die man bei einer Zusammenarbeit mit den Glücksspielfirmen berücksichtigen müsse.

Sollte das Verbot tatsächlich beschlossen werden, drohen nicht zuletzt den Vereinen massive finanzielle Einbußen. Mittlerweile trägt rund die Hälfte aller Teams in der ersten britischen Liga das Logo eines Glücksspielunternehmens auf der Brust. Insgesamt haben die Anbieter dafür umgerechnet mehr als 80 Millionen Euro gezahlt. Das gefällt nicht jedem. Der ehemalige Nationalspieler Tony Adams etwa sprach sich gegen die derart enge Verbindung zwischen Glücksspielangeboten und Sportarten bzw. dem Fußball aus. Damit schlägt sich Adams auf die Seite vieler Kritiker, die ein vollständiges Verbot der Trikotwerbung fordern.

Thema liegt bei der Regierung auf dem Tisch

Dem Vernehmen nach ist die Debatte rund um die Werbung auf den Trikots mittlerweile auch auf dem Tisch der Regierung gelandet. Diese erklärte, man wolle die Verbindung zwischen den Vereinen und den Glücksspielunternehmen gründlich überprüfen. Masters gab an, dass auch er diese Prüfung erst einmal abwarten wolle. Zugleich sprach sich der neue Chef auch vorsichtig dafür aus, den britischen Gambling Act aus 2005 zu reformieren. „Die Regierung hat das Glücksspiel 2005 dereguliert, also die Rahmenbedingungen für das Glücksspiel geändert, und es ist warhscheinlich an der Zeit, einen erneuten Blick darauf zu werfen. Die Regierung wird dies tun und wir werden daran gerne teilnehmen (…). Ich denke aber nicht, dass die Antwort am Ende lauten wird, dass Fußballvereine keine Glücksspielunternehmen mehr als Sponsoren haben sollten. Aber wir werden auf jeden Fall mit der Untersuchung kooperieren.“

Ganz in Sicherheit wiegen können sich die Glücksspielunternehmen also noch nicht. Das wäre erst dann der Fall, wenn die Untersuchung die Einschätzung von Masters auch wirklich bestätigt. Der Liga-Boss wiederum befindet sich zum Start auf seinem neuen Posten gleich mächtig unter Druck. Die Liga versprach, künftig härter gegen den Rassismus in den Stadien vorzugehen. Nicht nur in Großbritannien, sondern insbesondere auch in Italien hatte sich die Anzahl der Vorfälle dieser Art hier wieder deutlich erhöht. Genau wie in Deutschland, gibt es zudem auch in der englischen Liga heftige Debatten um den Videobeweis. Große Teile der Zuschauer und auch Vereine fordern die Abschaffung. Derzeit muss Masters also auf gleich mehreren Baustellen aktiv werden – es wird spannend zu sehen sein, wie Mr. Masters das alles meistern kann.

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