Glücksspielkampagne: Kritik an DAW-Werbung mit Bastian Schweinsteiger

Wer in der letzten Zeit den Fernseher eingeschaltet hat, dürfte den neuen Werbesport der Deutschen Automatenwirtschaft mindestens schon einmal gesehen haben.Hauptdarsteller ist in diesem Spot der ehemalige Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, gleichzeitig kommentiert „Schweini“ das Ganze auch. Kritik erntet der DAW jetzt vor allem von der Drogenbeauftragten des Bundestages Marlene Mortler.

„Wir spielen fair“

Mit einer groß angelegten Werbekampagne kämpft die Glücksspielbranche in Deutschland derzeit darum, das eigene Ansehen und Standing in der Gesellschaft zu verbessern. Hierfür hat sich der DAW prominente Unterstützung ins Boot geholt und mit Bastian Schweinsteiger einen Fußballstar und ehemaligen Nationalspieler verpflichtet. „Schweini“ ist dabei nicht nur der Hauptdarsteller im Clip, sondern gleichzeitig auch der Kommentator des Ganzen. Der Werbefilm ist dabei in einem kämpferischen und emotionalen Stil gehalten, gezeigt wird die gesamte Werbung beispielsweise in Schwarz-Weiß. Schweinsteiger läuft an verschiedenen Orten vorbei, unter anderem auch an einer Spielhalle. In dem Clip kommentiert der Kicker diese Szene mit den Worten: „Das faszinierende am Spiel selbst ist ja, dass es so einfach ist. Eine Handvoll Regeln, mehr braucht es nicht. Natürlich geht es immer um das Gewinnen oder Verlieren. Das Allerwichtigste ist aber, sauber zu spielen, egal wo und was du spielst. Deshalb braucht es legale Spielhallen und die erkennt man an fünf Regeln, die den Unterschied machen.“

Anschließend werden die fünf angesprochenen Regeln Spielerschutz, geprüfte Qualität, Jugendschutz, geschultes Personal und Alkoholverbot eingeblendet. Die Botschaft hinter dem Ganzen ist also klar: Die deutsche Glücksspielbranche spielt fair und setzt sich für einen regulierten und kontrollierten Markt ein. Und das lässt sich die Automatenwirtschaft einiges kosten: Neben Ausstrahlungen im Fernsehen oder Kino sind in zahlreichen deutschen Großstädten auch riesige Plakate zu sehen, im Internet wird der Spot ebenfalls gepusht.

Kritik der Drogenbeauftragten

Werbefachleute würden den Spot für seine Umsetzung vermutlich loben, etwas anders sieht es allerdings die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler. Diese erklärte: „Wenn die deutsche Automatenwirtschaft so dick aufträgt, wie dies mit der aktuellen Kampagne geschieht, dann müssen wir sie unbedingt beim Wort nehmen. Die Defizite, die beim Spieler- und Jugendschutz an vielen Orten bestehen, sind noch immer besorgniserregend.“ Darüber hinaus erklärte die Politikerin, dass sich die Branche mit diesem Spot ganz schön weit „aus dem Fenster“ lehne.

Doch warum gibt die Automatenbranche eigentlich gerade noch einmal so richtig Vollgas? Über die Gründe hierfür kann natürlich nur spekuliert werden. Als ziemlich sicher gilt dabei allerdings, dass die wachsenden Probleme der gesamten Branche damit zu tun haben. So legt die Konkurrenz im Internet beinahe täglich zu und freut sich über immer größer werdende Umsätze. Die landbasierten Anbieter allerdings haben gleichzeitig mit scharfen Beschränkungen zu kämpfen und müssen sich zum Beispiel in vielen Städten an gewisse Abstandsregelungen oder ähnliches halten. Das mach das Leben auf dem Markt natürlich nicht einfacher.

Branche wehrt sich in allen Richtungen

Insgesamt allerdings lässt sich sagen, dass die Glücksspielbranche enorm clever gegen die Widersacher vorgeht und sich bisher erstklassig verteidigen konnte. Das nicht ohne Grund, denn gemeinsam in Initiativen und Verbänden werden mögliche Lösungsansätze besprochen. Einer davon sind zum Beispiel die zahlreichen Sammelklagen, mit denen die Verwaltungsgerichte in vielen Bundesländern zu kämpfen haben. Die Spielhallenbetreiber schließen sich hier zusammen und klagen gegen die möglichen Schließungsverfügungen der Kommunen. Das sorgt für einen massiven Verwaltungsaufwand und gleichzeitig dafür, dass sich die etwaigen Prozesse rund um die Schließungen deutlich verzögern. Während dieser Verzögerungsphase bleibt der Geschäftsbetrieb der Spielotheken aber aufrecht.

Jüngst hatte zudem der Unternehmer Paul Gauselmann für Aufsehen gesorgt. Die Gauselmann-Gruppe wird für die nächsten Jahre nämlich als Haupt-Sportsponsor der Stadt Düsseldorf tätig sein und besitzt unter anderem die Namensrecht am Stadion von Fortuna Düsseldorf. Auch das ist durchaus ein geschickter Schachzug, schließlich befindet sich die Gauselmann-Gruppe derzeit mitten in Verhandlungen mit der Stadt – auch hier sollen nämlich zahlreiche Spielotheken geschlossen werden. Die Verhandlungsposition der Gauselmann-Gruppe hat sich durch den Deal aber deutlich verbessert.

Auch Glücksspielbranche will Regulierung

Nicht müde zu betonen wird Unternehmer Paul Gauselmann zudem, dass auch die Glücksspielbranche an einer korrekten Regulierung des Marktes interessiert ist. In einem Interview erklärte Gauselmann: „Wir erwarten eine kohärente, das heißt ausgewogene Regulierung über alle Spielformen, wo Geld eingesetzt wird, einschließlich unserer Branche.“ Dass in Deutschland bislang noch immer keine Einigung der Bundesländer gefunden werden kann, ist durchaus ein Problem. Bislang obliegt der Umgang mit dem Glücksspiel nämlich jedem Bundesland selbst. Während sich die Spieler zum Beispiel in Schleswig-Holstein daher über einen florierenden und bunten Markt freuen dürfen, ist das Spielen in anderen Bundesländern verboten. Nicht nur für die Spieler, sondern auch für die Branche selbst, ist das eigentlich eine untragbare Situation. Ein Ende dieser Leidenszeit ist allerdings noch nicht wirklich in Sicht, auch wenn jüngst wieder Bewegung in Diskussionen um eine mögliche Neuverhandlung des Glücksspielvertrags gekommen ist.

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Bildquelle: Mayya666 @ Pixabay