Glücksspiel: Stürzt das Rauchverbot Macau in die Krise?

Rauchen darf in den Casinos in Macau mittlerweile niemand mehr. Bis 2013 durften die Besucher hier noch ganz ungeniert in allen öffentlichen Bereichen qualmen. Kurz danach wurde dieses Vergnügen eingeschränkt, so dass nur noch in den VIP-Räumen geraucht werden durfte. Auch das hat sich Anfang des Jahres 2019 durch ein neues Gesetz allerdings geändert. Und Kritiker werfen dem Gesetzgeber vor, dass dieser damit maßgeblich für einen Einbruch in der Sonderzone verantwortlich sei. In der Tat zeigen die Quartalszahlen des dritten Quartals im VIP-Bereich überraschend schwache Werte.

Quartalsbericht zeigt deutliches Minus auf

Die Stimmung in der chinesischen Sonderzone Macau ist zunehmend gereizt. Ging es hier für die Glücksspielbranche jahrelang finanziell stetig bergauf, zeigen sich in den letzten Wochen und Monaten auch immer wieder einige Probleme. Das offenbart nun auch der jüngste Quartalsbericht der Glücksspielbehörde, der sich mit den Monaten Juli, August und September beschäftigt. Deutlich wird hier: Macau hat ein VIP-Problem. Waren die Casinos mit ihren speziellen VIP-Räumen lange Zeit ein echter Hotspot für Highroller aus aller Welt, gehen die Umsätze hier ziemlich deutlich zurück.

So wurden laut Bericht in den letzten drei Monaten rund 3,44 Milliarden Euro mit den Highroller-Angeboten eingenommen. Das klingt erst einmal nach viel. Allerdings lag der Wert im gleichen Zeitraum im Vorjahr bei ganzen 22,4 Prozent mehr. Anders gesagt: Ein Einbruch von immerhin einem Fünftel in nur zwölf Monaten.

Rauchverbot vermiest Spielern die Stimmung

Geht es nach Zeng Zhonglu vom Zentrum für Glücksspiel– und Tourismusforschung, lässt sich der Hauptgrund für diesen Einbruch schnell finden: Das Rauchverbot, welches seit 2013 konsequent ausgeweitet wurde. Bis zu jenem Jahr durfte in allen öffentlichen Bereichen in den 45 Casinos geraucht werden. Anschließend wurde diese Freiheit auf die VIP-Räume beschränkt. Die Freude darüber hat allerdings nicht lange gehalten. Im Januar 2019 entschieden die Behörden, dass auch in den VIP-Räumen nicht mehr geraucht werden darf. Stattdessen müssen die Spieler im Falle des Rauchverlangens jetzt den Spieltisch verlassen und eine der speziell eingerichteten Raucher-Lounges aufsuchen. Insgesamt mehr als 600 dieser Lounges gibt es in den Casinos mittlerweile. Diese sind mit aufwendigen Ventilatoren-Systemen und Abzugsmechanismen ausgestattet, wodurch der Rauch nicht außerhalb dieser Lounges wahrgenommen werden kann.

Dennoch sieht Zhonglu ein Problem in der Gesetzesänderung: „Wenn Sie ein Spieler sind un rauchen möchten, werden sie von den Casinos gebeten, draußen zu rauchen und verlieren Ihr Interesse am Spiel.“ Tatsächlich dürfte das Rauchverbot zumindest ein Faktor sein, denn in China ist das Rauchen ein fester Bestandteil in der Landbevölkerung – und genau die sind es für gewöhnlich, die ihren Weg zum Spielen nach Macau finden. Laut offiziellen Zahlen rauchen 300 Millionen Chinesen. Und: Rund die Hälfte aller männlichen Erwachsenen raucht. Der Genuss von Tabakwaren gehört für die chinesischen Spieler also unweigerlich zum Spielvergnügen dazu.

Rauchverbot von Mitarbeitern gefordert

Angesichts der durchaus vorhandenen Brisanz dieses Themas überrascht es also, dass sich die Behörden für die Einführung des Rauchverbotes ausgesprochen haben. Allerdings wurde dieses von den Mitarbeitern der Casinos selbst gefordert. In einer Studie aus dem vergangenen Jahr erklärten viele Befragte der Branche, dass sie innerhalb der Spielzonen zu stark unter dem Einfluss des Rauchs leiden würden. Gleichzeitig erklärten die Mitarbeiter, dass sie sich eine Fünf-Tage-Woche wünschen, um mehr Freizeit genießen zu können. Ein derartiges Gesetz wurde bisher noch nicht verabschiedet, dafür haben sich die Behörden aber an anderer Stell eingeklinkt. Außerhalb der Arbeitszeit ist es den gut 54.000 Angestellten der Casinos nicht mehr gestattet, den eigenen Betrieb oder ein anderes Unternehmen aufzusuchen. Auf diesem Wege soll das Spielverlangen und die Gefahr der Spielsucht bei den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen minimiert werden.

Mit einem Rauchverbot für Spielhallen und Casinos ist Macau in der Welt keinesfalls allein. Auch in der EU und Deutschland existieren noch zahlreiche weitere Casinos, in denen ein Rauchverbot herrscht. Gerade im südlichen Teil der Republik hat die in Deutschland dazu geführt, dass seit der Einführung 2008 immer mehr Spieler den Weg ins Ausland in Kauf genommen haben. In der Schweiz, Tschechien, Österreich oder Luxemburg waren derartige Gesetze zumindest zur damaligen Zeit noch nicht vorhanden. Die Spieler wanderten also reihenweise ab, die Umsätze gingen zurück. Auch in Deutschland kennt man sich mit den möglichen Folgen eines Rauchverbotes also bestens aus.

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