Glücksspiel: Schweden und Gibraltar streben Kooperation an

Das kleine Land Gibraltar ist rund um die Regulierung des Glücksspiels schon ein „alter Hase“ im Geschäft und genießt seit vielen, vielen Jahren einen hervorragenden Ruf in Europa. In Schweden wiederum ist der Online-Glücksspielmarkt erst kürzlich geöffnet worden und so kann die zuständige Glücksspielbehörde noch eine Menge von den Kollegen aus Gibraltar lernen. Genau das soll jetzt auch passieren, wobei von der Kooperation zwischen beiden Behörden sicherlich auch beide Seiten profitieren können.

Kooperation für engere Zusammenarbeit und besseren Austausch

In Zeiten der Digitalisierung ist es auch für die Glücksspielbehörden der unterschiedlichen Nationen wichtig, eng zusammenzuarbeiten. Genau deshalb haben sich die Glücksspielbehörden aus Schweden und Gibraltar nun dazu entschlossen, eine enge Kooperation einzugehen. Das teilte die Spelinspektion aus Schweden in dieser Woche auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. Demnach sollen durch die Kooperation vor allem die gemeinsamen Ziele besser erarbeitet werden können. Die Behörden wollen auf einen verbesserten Austausch und eine bessere Kommunikation achten, gleichzeitig möchte man sich gegenseitig Tipps bei möglichen Maßnahmen zur Regulierung geben. Zudem soll offenbar auch eine unterstützende operative Fähigkeit in Frage kommen, wenn zum Beispiel ein Glücksspielunternehmen mit Lizenzen aus beiden Ländern ausgestattet sei und dementsprechend auch beide Märkte bediene.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten die Regulierungsbehörden: „Einige Firmen, die schwedische Glücksspiellizenzen erhielten, verfügen über eine technische Ausrüstung in Gibraltar und/oder eine gibraltarische Lizenz. Mit dem Öffnen des neuen Kommunikationskanals zwischen den Regulierungsbehörden können wir unsere Kontrollaktivitäten verstärken. Dies ist der Beginn einer langanhaltenden Kooperation. Wir haben in diesem Jahr bereits eine Absichtserklärung mit der maltesischen Glücksspielbehörde unterzeichnet und möchte unsere Zusammenarbeit auch mit anderen europäischen Glücksspielregulatoren ausbauen.“

Nach Malta jetzt also auch Gibraltar

Wie schon in der Pressemitteilung deutlich wird, ist die Kooperation mit der gibraltarischen Glücksspielaufsicht für die Spelinspektion aus Schweden bereits die zweite wichtige und hilfreiche Zusammenarbeit. Erst vor wenigen Wochen wurde eine Kooperation mit der maltesischen Lotterie- und Glücksspielbehörde ins Leben gerufen, die im europäischen Raum sicherlich als Regulierungs-Aushängeschild bezeichnet werden kann. Doch warum gehen die Regulierungsbehörden derartige Kooperationen überhaupt ein? Eine wichtige Rolle spielen dabei die technischen Ausrüstungen der Casinos. Denn obwohl die Glücksspielunternehmen Spieler aus zahlreichen Ländern akzeptieren, haben viele Anbieter aus Schweden ihre Server-Farmen und technischen Ausrüstungen in Gibraltar. Somit wird es für die schwedischen Behörden im Zweifelsfall enorm schwer, hier die volle Regulierungsgewalt auszuüben. Mit Hilfe der gibraltarischen Glücksspielaufsicht wiederum könnte diese Arbeit deutlich erleichtert werden.

Für Gibraltar ist die Zusammenarbeit mit der schwedischen Behörde nicht nur eine Ehre und Auszeichnung, sondern gleichzeitig auch ein klares Statement. Als britische Enklave leidet Gibraltar derzeit stark unter den nicht enden wollenden Diskussionen rund um einen möglichen Brexit. Das Land befürchtet, dass zahlreiche Unternehmen im Zuge eines Brexit aus Gibraltar abwandern werden und dann möglicherweise nach Malta umziehen. Für das kleine Land hätte dies enorme Folgen, denn das Glücksspiel ist hier bereits seit mehreren Jahren einer der wichtigsten Wirtschaftsmotoren. Gleichzeitig setzt Gibraltar durch die Kooperation mit der schwedischen Behörde aber auch ein klares Zeichen und zeigt auf, dass man trotz eines möglichen Brexits weiterhin bereit ist, mit anderen europäischen Behörden zu kooperieren und eine enge Partnerschaft aufrechterhalten zu können.

Schwedens Markt boomt seit der Öffnung

Abgesehen von einem verbesserten Austausch dürfte die schwedische Spelinspektion auch von den Erfahrungen der gibraltarischen Behörde profitieren. Während sich in Skandinavien erst in den vergangenen Monaten seit der Marktöffnung Anfang Januar ausländische Unternehmen „tummeln“ dürfen, arbeiten diese mit Hilfe der gibraltarischen Lizenz in der Regel schon seit mehreren Jahren auf anderen europäischen Märkten. Für Schweden war die Marktöffnung aus wirtschaftlicher Sicht ein enormer Erfolg. Bewerbungen sind von mehr als 100 Unternehmen eingegangen, fast genauso viele haben am Ende auch ihre Lizenz für das Land bekommen – und die kostet. Mindestens 38.000 Euro sind für eine einfache Lizenz erforderlich, gleichzeitig können die umfangreicheren Lizenzen auch schnell das Doppelte kosten. Damit aber nicht genug, denn die Glücksspielunternehmen müssen zusätzlich eine monatliche Steuer in Höhe von 18 Prozent auf alle Einnahmen aus dem Glücksspiel entrichten.

Gleichzeitig hat die Marktöffnung in Schweden aber auch für eine heftige Debatte rund um die Legalisierung des Glücksspiels eröffnet. Aufgrund der horrenden Konkurrenz geben die Unternehmen immer mehr Geld für das Marketing aus und sind so zum Beispiel zu Hauf im schwedischen Fernsehen zu bewundern. Einige Teile der Bevölkerung und Politik stören sich daran allerdings und fordern, dass ein generelles Werbeverbot für die Glücksspielwerbung umgesetzt wird. Vorangetrieben wird diese auch vom staatlichen Anbieter Svenska Spel, der aufgrund der Marketingausgaben der Konkurrenz um seine Vormachtstellung bangt. Jahrelang konnte der Konzern ungehindert seine Monopolstellung genießen und so einen großen Kundenkreis generieren. Diese sollen jetzt natürlich nicht zur Konkurrenz abwandern und so hat Svenska Spel angekündigt, mindestens bis Ende des Jahres auf eigen Werbeausgaben verzichten zu wollen. Bei den privaten Unternehmen hatte das allerdings für Kritik gesorgt, denn diese werfen Svenska Spel vor, auf diese Art und Weise den freien Markt zu blockieren und ihnen die Chancen auf einen fairen Konkurrenzkampf zu nehmen.

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