Glücksspiel: Gastronomiebetriebe sollen gecoacht werden

In der Gastronomie sind die Spielautomaten ein wichtiger und oftmals fester Bestandteil. In Kneipen zum Beispiel sorgen die Automaten regelmäßig für Abwechslung und dafür, dass doch noch der eine oder andere Gast mehr auf ein Getränk vorbeischaut. Gleichzeitig sind die Spielautomaten auch einfach ein Teil des Ambientes in Bars oder Kneipen. Doch das könnte sich bald ändern. Der Gesetzgeber sieht nämlich vor, dass wir Wirte ihre Gäste bald coachen müssen, um sie so vor einer möglichen Spielsucht zu bewahren. Und tun sie das nicht, müssen die Spielgeräte abgeschaltet werden.

Gastronomiebetriebe kämpfen gegen immer mehr Vorgaben

Die Entwicklung der Rahmenbedingungen dürfte Gastronomiebetreibern in ganz Deutschland dicke Sorgenfalten ins Gesicht zaubern. Los ging der Ärger im Prinzip mit der Einführung des Rauchverbotes, wodurch bereits zahlreiche Gäste zuhause geblieben sind. Gleichzeitig müssen die Wirte aber noch an anderen Fronten kämpfen. So sind die Gebühren für mögliche Fernsehpakete gestiegen, es wurde eine erweiterte Dokumentationspflicht ins Leben gerufen und nun sollen auch noch die Einsätze an den wenigen Spielautomaten eingeschränkt werden. Immerhin: Um ein generelles Aufstell-Verbot der Geldspielautomaten kommt die Branche aber herum.

Nichtsdestotrotz verlangt der Staat von den Wirten jetzt eine ganze Menge, nämlich das Coachen der Gäste. Wenn diese also innerhalb einer Stunde zu viel Geld verlieren, sollen die Wirte mahnen einschreiten und ihre Kunden darauf hinweisen, dass sie bedenklich exzessiv spielen. Die Wirte sehen sich dementsprechend einigen Problemen gegenüber gestellt. So erklärt ein Betreiber aus Gütersloh gegenüber der „Judid“: „Die Leute kommen hierher, um in Rue ihr Bierchen zu trinken oder Fußball zu gucken. Hier kennt fast jeder jeden, und an der Theke wird auch schon mal gewürfelt oder karten gespielt. An den Automaten wird allenfalls mal ein bisschen gedaddelt, aus Langeweile vielleicht, mal so zwischendurch zum Zeitvertreib. Aber einen Spieljunkie habe ich hier noch nicht gehabt. Und ich wüsste auch nicht, wie ich den von seiner Sucht abbringen könnte.“

Kein Coaching, keine Automaten

Die Idee hinter dem Ansatz der Politik klingt durchaus verrückt, wird von dieser aber durchaus ernst genommen. So drohen den Kneipiers ernsthafte Konsequenzen, wenn sie nicht an der entsprechenden Schulung teilnehmen. Hier soll ihnen beigebracht werden, wie sie einen auffälligen Spieler erkennen können und wie diesem im Gespräch direkt in der Kneipe geholfen werden kann. Weigert sich ein Betreiber, die Teilnahme durchzuführen, werden die Automaten entfernt. Kosten lässt sich der Gesetzgeber den ganzen Spaß ebenfalls noch etwas – und zwar ganze 29,90 Euro monatlich. Auch das zaubert den Kneipen-Besitzern nicht gerade ein Lächeln ins Gesicht. Der Betreiber aus Gütersloh jedenfalls fragt: „Soll ich vielleicht auch noch alsbald eine Qualifikation zur Supervision nachweisen, mit der ich meine Gäste von den gesundheitlichen Risiken des Alkoholkonsums überzeugen kann?“

Erfolg steht in den Sternen

Auf einem ganz anderen Blatt Papier steht aktuell auch noch geschrieben, wie effektiv die neuen Regelungen letztendlich sein werden. Experten jedenfalls haben berechtigte Zweifel und kritisieren, dass Kneipen in der Regel nicht der erste Anlaufpunkt für süchtige Spieler sind. Stattdessen würden diese eher in reguläre Casinos gehen, obgleich mittlerweile fast 50 Prozent aller betroffenen Spielsüchtigen ihre Einsätze online platzieren. Wäre es nicht also deutlich effektiver, erst einmal bei den „Großen“ der Branche anzusetzen? Vermutlich, allerdings sind die deutlich schwerer greifbar. Zudem ist die Anzahl der Betreiber im Internet mittlerweile enorm angewachsen und lässt sich kaum noch richtig einschätzen. Der Trend geht klar zum Online-Spiel und so sitzen heutzutage nur noch rund fünf von zehn Spielsüchtigen am Automaten im Casino. Vor einigen Jahren war es noch jeder Achte.

Dem Staat ist dieser Umstand durchaus bewusst, allerdings wird die Situation stillschweigend hingenommen. Die Gründe hierfür sind vor allem im finanziellen Bereich zu finden. Während die Kneipen-Betreiber mit ihrem Glücksspiel nämlich kaum Gelder in die Kassen des Staates spülen, sieht es bei den internationalen Glücksspielanbietern ganz anders aus. Hier fließen Jahr für Jahr Millionen in die Kassen, zum Beispiel in Form der Sportwetten Steuer. Und verzichten kann die Regierung auf diese zusätzlichen Einnahmen nicht. Versuche, hier Änderungen reinzubringen, gab es allerdings bereits. Das Problem: Die Bundesländer spielen nicht mit und können sich nicht auf einheitliche Regelungen für einen Glücksspielvertrag einigen. So obliegt die Kontrolle über den Markt also jedem Bundesland für sich. Unterm Strich dürfte sich also in der kommenden Zeit erst einmal nichts ändern. Zumindest nicht für die großen Unternehmen. Für die kleinen Wirte und Kneipen-Betreiber dürfte die Luft hingegen noch einmal ein gutes Stück enger werden.

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Bildquelle: rhein28@ Pixabay