Geplante Glücksspielsteuer sorgt für Bedenken – Profitiert der Schwarzmarkt?

Die Einführung eines neuen Glücksspielstaatsvertrages zum 1. Juli 2012 brachte vor allem eine wesentliche Änderung mit sich, die nicht folgenlos bleiben sollte. Sportwetten waren ab diesem Zeitpunkt steuerpflichtig mit einem festen Satz von fünf Prozent auf den Einsatz. Während einige Anbieter wie die zuvor sehr beliebte Wettbörse Betfair direkt reagierte und sich komplett vom deutschen Markt zurückzogen, waren es anfangs noch einige Buchmacher, die die Wettsteuer für ihre Kunden übernahmen.

Im Laufe der Zeit rückten aber aus wirtschaftlichen Gründen immer mehr Anbieter davon ab und legten die Wettsteuer dann doch auf die Kunden um. Meist in der Form, dass ein Gewinn entsprechend reduziert wird. Heute sind es nur noch wenige Buchmacher wie Marktführer Tipico, die darauf verzichten, den Kunden die Wettsteuer in Rechnung zu stellen.

Steuersatz künftig bei 5,3 Prozent?

Mit dem künftigen Glücksspielstaatsvertrages, der ab dem 1. Juli 2021 gelten soll und letztlich auf die Version von 2012 folgt, bahnen sich abermals Änderungen in steuerlicher Hinsicht an, die sich diesmal aber nicht auf Sportwetten beschränken. Vielmehr sollen künftig auch Casino- und Automatenspiele besteuert werden. Wie aus dem auf den 26. März 2021 datierten Gesetzesentwurf des Bundesrates zum “Gesetz zur Änderung des Rennwett- und Lotteriegesetzes“ hervorgeht, soll der Steuersatz für Online-Glücksspiel künftig 5,3 Prozent auf alle Einsätze betragen. Dass in einer vorherigen Version noch ein Steuersatz von sogar acht Prozent geplant war, ist dabei ein eher schwacher Trost. Denn es bedarf nicht vieler Anstrengungen, um negative Folgen einer solchen Steuer vor allem für den Kunden auszumachen.

Denn davon ausgehend, dass die Glücksspielanbieter künftig nicht weniger Gewinne erwirtschaften wollen, wird die Glücksspielsteuer zwangsläufig auf Kosten der Auszahlungsquote gehen – sofern nicht der Kunde die Wettsteuer übernehmen muss, was in den allermeisten Fällen passieren dürfte. Das Beispiel Sportwetten zeigt, dass die wenigen Anbieter, die die Wettsteuer noch selbst tragen, oft mit der Konkurrenz in Sachen Quoten nicht mehr auf Augenhöhe agieren können, Marktführer Tipico vielleicht einmal ausgenommen.

Lizenzierte Anbieter als Verlierer?

Die Wettsteuer zu umgehen, wird derweil zumindest den Anbietern nicht möglich sein, die ab 1. Juli offiziell unter einer deutschen Lizenz fungieren wollen. Somit werden auch im Ausland ansässige Casino- und Sportwetten-Betreiber nicht umhin kommen, die 5,3 Prozent Steuer in irgendeiner Form zu berechnen.

Kritik kommt nicht nur vom Deutschen Sportwettenverband (DSWV), sondern die gesamte Glücksspielbranche fürchtet weitreichende Folgen für die legal operierenden Anbieter in der Form, dass der Schwarzmarkt profitiert. Schon jetzt stellen Experten fest, dass Anbieter, die bereits seit Oktober die Übergangsregelungen zum neuen Glücksspielstaatsvertrag umsetzen, an Kunden verloren haben.

Dass die lizenzierten Anbieter zu Verlierern werden, was sich derzeit abzeichnet und in der Branche befürchtet wird, kann natürlich nicht im Sinne der neuen Regeln sein, zumal deren großes Ziel ja auch ein verstärkter Spielerschutz ist. Dieses Ziel freilich wäre stark gefährdet, wenn sich Kunden von den legalen Angeboten ab- und dem nach wie vor vorhandenen und wohl auch so schnell nicht einzudämmenden Schwarzmarkt zuwenden. Just die inoffiziellen Angebote, die derzeit noch im rechtlichen Graubereich mittels anderer Lizenzen, geduldet werden, sind bisher die großen Profiteure. Und das dürfte auch so bleiben, sollte es bei der geplanten Einführung der Steuer auf sämtliche Glücksspieleinsätze bleiben, was aber natürlich auch nicht den Vorstellungen des Staats entsprechen dürfte, dem auf diese Weise Steuergelder entgehen. Eine perfekte Lösung scheint zwar noch lange nicht in Sicht, aber die aktuellen Pläne noch einmal neu zu durchdenken, dürfte nicht das falscheste sein.

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