Gauselmann: Kritik an geplantem Spielhallen-Abbau in Düsseldorf

Bereits seit mehreren Wochen geht es rund um die Glücksspielthematik in Nordrhein-Westfalen zur Sache. Die Stadt Düsseldorf entwickelt sich nämlich nach und nach zu einem Schauplatz für ein intensives Duell zwischen der Stadt und der Gauselmann-Gruppe. Der Konzern, der gerade erst vor wenigen Wochen eine Partnerschaft mit der Stadt angegangen ist, fühlt sich mit Blick auf den Abbau der Spielotheken im Stadtbereich unfair behandelt – und hat das jetzt auch erstmalig öffentlich bekannt gegeben. Die nächste Runde in diesem Streit ist damit eröffnet.

Rückmeldung der Gauselmann-Gruppe wurde mit Spannung erwartet

Unmittelbar nachdem die Stadt Düsseldorf bekannt gegeben hatte, dass eine Reduktion der Spielhallen-Anzahl bevorsteht, wurde die Rückmeldung der Gauselmann-Gruppe mit Spannung erwartet. Der Konzern, der in der Stadt insgesamt 22 Spielhallen betreibt, hat sich hiermit allerdings lange zurückgehalten. Kritiker warfen der Gauselmann-Gruppe daraufhin vor, sich deshalb nicht zu äußern, weil sie sich auf dem gerade abgeschlossenen Vertrag mit der Stadt Düsseldorf ausruhe. Nun allerdings hat sich der Konzern gemeldet und erklärt, dass er sich eine fairere Behandlung wünsche.

Im Detail erklärte ein Sprecher des Konzerns, dass das Vorgehen der Stadt „kein tragbares Vorgehen“ sei. So seien über 70 Arbeits- und Ausbildungsplätze in Gefahr, da der Zeitraum für die Schließungen viel zu kurz angelegt sei. Die Folgen dieser Reduktion seien für Merkur und die Gauselmann-Gruppe demnach kaum zu stemmen, da innerhalb der kommenden drei Jahre ein Wegfall von 75 Prozent aller Automaten in der Stadt drohe. Ein „Totalverlust“ wie der Sprecher des Konzerns mitteilte. Darüber hinaus bemängelt der Konzern, dass es selbst bei einer Umsetzung der Vorgaben keine Garantie dafür gäbe, dass die weiteren Standorte erhalten bleiben könnten. Das Gesamtfazit des Unternehmens: Die Behandlung sei in diesem Fall unfair, zumal in anderen Kommunen lediglich Abschmelzungsquoten von rund 25 Prozent in Kauf genommen werden müssten – Merkur respektive der Gauselmann-Gruppe drohe in Düsseldorf aber eine drei Mal so hohe Abschmelzung. Die Diskussionen darüber, dass die Gruppe eine Sonderbehandlung auf Grund der Partnerschaft mit der Stadt einfordere, bezeichnete der Sprecher laut „RP Online“ als „völlig abwegig“.

Statt Vorschlägen gibt es den Einspruch von Gauselmann

Für die Stadt ist der Einspruch der Gauselmann-Gruppe nun ein herber Rückschlag, denn eigentlich hatte man auf die Kooperationsbereitschaft des Unternehmens gehofft. Von allen vier großen Eigentümern von Spielotheken hatte sich die Stadt Vorschläge eingeholt, wie genau die Schließungsabfolge durchgeführt werden soll. Drei Unternehmen reichten daraufhin Vorschläge ein, Gauselmann allerdings einen Einspruch und dürfte damit die Diskussionen wieder einmal verkomplizieren. Bereits seit 2017 ist der Plan vorhanden, die Anzahl der Spielhallen in Düsseldorf stark zu reduzieren.

Rund 100 Spielotheken sollen in der Rheinmetropole schließen, vor allem, weil der Mindestabstand zu anderen Spielotheken, Schulen oder Jugendeinrichtungen nicht eingehalten werden kann. Vorgesehen ist hier im neuen Glücksspielvertrag ein Mindestabstand von 350 Metern, allein rund um den Hauptbahnhof finden sich in diesem Radius allerdings gleich zahlreiche Betriebe. Entwickelt wurde daraufhin das Abschmelzungsprinzip, mit welchem die Stadt den Betreibern offiziell entgegenkommen wollte. Mittlerweile allerdings entwickelt sich der Plan mehr und mehr zu einem Fiasko. Allerdings steht die Stadt Düsseldorf in dieser Hinsicht nicht alleine dar. Auch in anderen Regionen Deutschlands haben sich die Städte und Kommunen mit den neuen Richtlinien unbeliebt gemacht. Gute Nachrichten für alle Betreiber gibt es allerdings aus dem Bundesland Hessen. Hier erklärte das Verwaltungsgericht nämlich jüngst, dass Schließungen auf Grund des fehlenden Mindestabstands zu anderen Spielhallen nicht rechtens sei – gut möglich, dass diese Entscheidung weitere Kläger auch in anderen Bundesländern auf den Plan ruft.

„Merkur-Spielarena“ wird Namen behalten

Der Zeitpunkt der aktuellen Diskussionen kommt für die Stadt Düsseldorf denkbar ungelegen. Die hatte nämlich jüngst erst einen Vertrag mit der Gauselmann-Gruppe abgeschlossen, welcher über rund zehn Jahre laufen wird. Unter anderem Bestandteil des Vertrags: Die Namensgebung des Fußballstadions von Fortuna Düsseldorf. Diese hat sich die Gauselmann-Gruppe gesichert und das Stadion in die „Merkur-Spielarena“ umbenannt. Natürlich nicht, ohne Kritik aus der Politik auf sich zu ziehen. So warfen verschiedene Parteien dem Oberbürgermeister vor, sich unglaubwürdig zu machen – insbesondere mit Blick auf die Reduzierung der Düsseldorfer Spielhallen. Paul Gauselmann, Gründer der Gauselmann-Gruppe, erklärte daraufhin, dass er lediglich die Kosten zurückerstattet haben wolle, wenn Düsseldorf mit ihm nicht kooperieren möchte. Angesichts des Wertes von rund 40 Millionen Euro ist die Wahrscheinlichkeit allerdings sehr gering, dass die Stadt dieses Geschäft eingehen wird. Und so müssen sich auch die Kritiker wohl daran gewöhnen, dass die Fortuna künftig in der „Merkur-Spielarena“ auflaufen wird.

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Bildquelle: MichaelGaida @Pixabay