Expertin warnt: Immer mehr und immer jüngere Frauen spielsüchtig

Viel wird seit Wochen, sogar eher Monaten über den neuen Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV 2021) diskutiert, der in Deutschland ab Juli in Kraft treten soll. Eines der Hauptziele des neuen GlüStV 2021 ist, die seit Jahren steigende Spielsuchtproblematik, die durch die Corona-Pandemie und mittlerweile mehrere Lockdowns noch weiter befeuert wurde, besser in den Griff zu bekommen.

Allerdings mehren sich die Stimmen, die diesbezüglich skeptisch sind. Vielmehr befürchten immer mehr Experten, dass vom GlüStV 2021 vor allem der Schwarzmarkt profitieren wird. Schon alleine deshalb, weil Glücksspielanbieter mit deutscher Lizenz eine pauschale Einsatzsteuer von 5,3 Prozent abziehen müssen, wohingegen Anbieter mit einer anderen Lizenz etwa aus Malta oder von außerhalb der Europäischen Union mit dem Thema deutlich freier umgehen können und keine Steuern abführen. Das wiederum hat gravierende Auswirkungen auf die Quoten bzw. den Auszahlungsschlüssel. Lizenzierte Anbieter mit verpflichtendem Steuerabzug sind in diesen wesentlichen Bereichen kaum mehr konkurrenzfähig.

Aber auch weniger attraktive Bonus-Angebote, Einzahlungslimits, ein verringertes Angebot an Spielen, geringere Spielgeschwindigkeiten, vorgegebene Zwangspausen oder niedrigere Gewinnchancen haben bereits in der im Oktober begonnenen Übergangsphase dazu geführt, dass nicht in Deutschland lizenzierte und damit nicht an die Vorgaben gebundene Anbieter verstärkten Zulauf erhalten haben.

Spielsuchtproblematik konzentriert sich immer mehr auf Online-Casinos

Expertin Verena Verhoeve, die seit 24 Jahren die Fachstelle Glücksspielsucht der CaritasSozialdienste Rhein-Kreis Neuss leitet, begrüßt unabhängig davon zwar den Versuch, den Schwarzmarkt einzudämmen und größeren Wert auf Spieler- und Jugendschutz zu legen, ist mit den neuen Regeln aber noch lange nicht zufrieden. So kritisiert Verhoeve unter anderem, dass nach wie vor eigene Schritte nötig sind, um nicht das persönliche Limit zu überschreiten und kritisiert generell, dass ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Person zu hoch angesetzt sei.

Im Interview mit der “Rheinischen Post“ spricht Verhoeve besonders auch eine zunehmende Spielsuchtproblematik bei Frauen an. Waren in der Vergangenheit vor allem noch Männer davon betroffen, ist in den letzten Jahren die Anzahl der spielsüchtigen Frauen deutlich gestiegen. Zugleich hat sich deren Altersschnitt verringert. Während spielsüchtige Frauen früher meist Mitte 40 und damit etwa zehn Jahre älter als betroffene Männer waren, werden laut Verhoeve inzwischen immer öfter auch deutlich jüngere Frauen in der vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales geförderten Fachstelle Glücksspielsucht in Neuss vorstellig. In 90 Prozent und damit den allermeisten Fällen beziehen sich die Probleme auf Online-Glücksspiel, sodass landbasierte Casinos oder Spielhallen in diesem Zusammenhang zwar nicht ganz, aber weitgehend zu vernachlässigen sind.

Einstiegshürden zu niedrig

Als großes Problem sieht Verhoeve dabei die niedrigen Einstiegshürden an, die auch coronabedingt von einer steigenden Anzahl an Frauen übersprungen wurden: “Männer suchen Action – Frauen emotionale Selbstberuhigung. Für manche ist es auch eine seelische Stütze, die vor Gewalt, Überforderung oder anderen Problemen schützt. Durch den Lockdown sind Frauen doppelt und dreifach belastet – Home-Office, die Betreuung der Kinder im Home-Schooling – und dann noch kochen, putzen, Wäsche waschen. Spielaffine Frauen entspannen beim Online-Glücksspiel. Ein schnelles Spiel lässt sich ganz leicht in den Alltag integrieren“, schildert die Expertin, wie es in vielen Fällen zu den Anfängen einer Spielsucht bei weiblichen Casino-Kundinnen kommt.

Kritisch sieht Verhoeve dabei vor allem, dass Online-Casinos häufig mit Einstiegsangeboten und ersten Spielen ohne oder mit nur niedrigem Echtgeldeinsatz locken. Auf diese Weise würden anfällige Spielerinnen anzogen, die dann relativ rasch zum echten Zocken übergehen und nicht selten in eine gefährliche Spirale geraten. Weiterer Handlungsbedarf in Sachen Prävention ist für Verhoeve deshalb definitiv vorhanden.

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