EU: Einheitliche Glücksspiel-Standards sollen erarbeitet werden

Das Glücksspiel in der EU unterliegt zahlreichen Vorgaben und Anforderungen, die von verschiedenen Gremien und Behörden überwacht werden. Festgelegt wurde nun vom Europäischen Komitee für Normung (CEN), dass die Gaming Standards Association (GSA) die Erstellung verschiedener Standards für die Europäische Union übernehmen soll. Das Kernziel: Die Glücksspielunternehmen und der Markt sollen noch besser überwacht werden.

Gaming Standards Association seit 2017 Teil des CEN

Innerhalb der Europäischen Union gibt es nahezu keine Branchen, die ohne umfangreiche Regelung bzw. ohne weitreichende Rahmbedingungen arbeiten können. Die Glücksspielbranche ebenfalls nicht. Zuständig ist hierfür unter anderem das Europäische Komitee für Normung, welches hierfür das Arbeitsgremium CEN/TC 456 gebildet hat. Bereits im Jahr 2017 diesem Gremium auch die Gaming Standards Association beigetreten. Gemeinsam mit den anderen Gremienmitgliedern soll so die Berichterstattung von Online-Glücksspielanbietern zu den Behörden verbessert werden. Doch was bedeutet das konkret? Grundsätzlich geht es darum, die Glücksspielunternehmen im Internet besser überwachen zu können. Die Aufgabe des Gremiums liegt wiederum darin, festzulegen, anhand welcher Daten und Berichte diese Überwachung durchgeführt werden kann. Jede Regulierungsbehörde der einzelnen Staaten kann dann auf diese Daten zugreifen und diese bei seiner eigenen Entscheidung zur Regulierung nutzen.

Die GSA wurde wiederum an Bord geholt, um mit ihrem Fachwissen bei der Ausarbeitung dieser Normen unterstützend zur Seite zu stehen. Mark Pace, der Geschäftsführer der GSA, erklärte, dass man auch bereits einen konkreten Ansatz habe und zum Beispiel einen einheitlichen Datensatz ausarbeiten wolle. Darüber hinaus sei geplant, die Art und Weise zu verändern, wie die Glücksspielbehörden ihre Daten beziehen können. Pace erklärte dazu: „Als Co-Projekt-Leiter des Technischen Komitees gewählt zu werden, ist eine große Ehre. Ich bin zutiefst dankbar für die Stimmen so vieler Mitgliedstaaten und werde ernsthaft daran arbeiten, eine solide technische Lösung zu liefern, von der sowohl die Aufsichtsbehörden als auch die Anbieter der Online-Glücksspiele profitieren werden.“

GSA sieht Kooperation mit CEN-Komitee als Anerkennung der eigenen Arbeit

Bedeutsam ist die Kooperation für beide Parteien aber nicht nur mit Blick auf die Personalie Pace, sondern auch mit Blick auf die verschiedenen Unterstützungen. So wird die GSA ein sogenanntes Regulatory Data Set zur Verfügung stellen, bei dem es sich um eine Art Sammlung aller Daten handelt, die von Online-Glücksspielunternehmen geliefert werden. Zusätzlich dazu soll ein sogenanntes Reporting-Interface bereitgestellt werden, mit welchem sich Berichte in Echtzeit an das Arbeitsgremium übermitteln lassen. Peter DeRaedt, der Präsident der GSA, sagte hierzu: „Der Beitritt zum CEN-Komitee TC456 als Verbindungsorganisation und nun die Wahl des Geschäftsführers der GSA Europe aufgrund seiner Bemühungen ist eine bedeutende Anerkennung der über 20-jährigen Verpflichtung der GSA, Standards für die Gaming-Industrie zu schaffen. Die GSA war nachweislich erfolgreich bei der Einführung weltweiter Standards, die sowohl für Entitäten in der Politik als auch in der Industrie vorteilhaft sind.“

In der Tat lässt sich diese Aussagen nicht anzweifeln, denn die GSA hat zum Beispiel im vergangenen Jahr bereits damit begonnen, ein Komitee zur Bewertung der Blockchain-Technologie ins Leben zu rufen. Hiermit sollen Bitcoin und Co. besser überwacht werden, die mittlerweile auch bei zahlreichen Online-Glücksspielanbietern genutzt werden können. Die maltesische Lotterie- und Glücksspielbehörde testet zum Beispiel gerade das Angebot von Kryptowährungen in Online Casinos und hat hierfür eine mehrmonatige Testphase ins Leben gerufen. Sollte sich diese als erfolgreich herausstellen, werden mit einer zweiten Testphase die Rahmenbedingungen abgesteckt, bevor Glücksspielanbieter ganz offiziell Bitcoin und CO. als Zahlungsmittel im Portfolio akzeptieren dürfen.

Arbeit des Gremiums auch für die Spieler bedeutsam

Wichtig ist die Arbeit des Gremiums bzw. Komitees nicht nur für die Branche und die Regulierungsbehörden, sondern auch für die Spieler. Diese stehen am Ende einer langen Kette und müssen sich vor allem darauf verlassen, dass die Regulierungsbehörden und prüfenden Organe ihre Arbeit ordnungsgemäß erledigen. Durch die neue Berichterstattung wird dafür gesorgt, dass die Informationen zu den Anbietern künftig noch schneller an die Behörden übermittelt werden können. Diese wiederum können bei ihrer Prüfung schneller auf die Daten zugreifen und gleichzeitig auch deutlich mehr Daten für die Überprüfung betrachten. Eine Entscheidung darüber, ob ein Anbieter mit einer Lizenz zugelassen wird, kann also wesentlich fundierter gefällt werden. Gut für die Spieler, denn so dürfte die Anzahl der unseriösen Anbieter in der kommenden Zeit noch einmal deutlich abnehmen. Auch wenn sie das in den letzten Jahren bereits getan hat.

Allerdings: Auch die Arbeit der EU stößt hinsichtlich des Glücksspiels möglicherweise schnell an ihre Grenzen. Und zwar dann, wenn in den einzelnen Ländern keine Regulierungsbehörden für die Umsetzung der Regeln vorhanden sind. Das ist keinesfalls eine Seltenheit und führt so dazu, dass die wichtige und gute Arbeit des Gremiums nicht effektiv umgesetzt werden kann. Auch hier dürfen sich die Spieler in Deutschland wohlmöglich auf einige positive Änderungen einstellen, da die bisherige regulatorische Situation für alle Beteiligten unbefriedigend ist.

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